Eines vorweg: Ja, es soll ein Tourismusverein gegründet werden. Das war mit deutlicher Mehrheit als Wunsch der Bürger, Gastgeber und Vereinsvertreter erkennbar. Unter den möglichen Mitgliedern sind die Stadt Gräfenberg und die Gemeinde Weißenohe und Hiltpoltstein.

Zunächst aber zeigte Martina Schneider vom Tourismusverein Fränkische Schweiz auf, wie zeitgemäßer Tourismus aussehen und umgesetzt werden kann. Auch der Vorsitzende des Tourismusvereins Egloffstein, Michael Wirth, berichtete aus der gelebten Praxis des Vereinslebens.

Große Erfahrung

Regine Bleckmann brachte den Gästen noch einmal die Vorzüge der eigenen Heimat ins Bewusstsein und wie sich diese vermarkten lassen. Denn, wie Schneider eingangs schon hervorhob: "Wir wollen mit Tourismus Geld verdienen."

Ob Bleckmann einen Auftrag erhalt habe, diese Informationsveranstaltung zu halten, wollte Otto Müller, Vorsitzender der Altstadtfreunde, wissen. Bleckmann initiierte den Abend nach eigenen Angaben aber in eigener Regie und aus eigenem Antrieb. Sie informierte dabei auch über ihre zurückliegende Arbeit bei Schmetterlingsreisen.

"Brauche die Mehrheit"

Es könne laut Bleckmann doch nicht sein, dass es seit 25 Jahren einen Verein in Egloffstein gebe, der Versuch hier in Gräfenberg vor 20 Jahren aber gescheitert sei.

Der ehemalige Stadtrat und Gewerbetreibende Peter Rammensee richtete seine Worte vor allem an die drei anwesenden Gemeindechefs. "Wie stehen die Gemeinden dazu?", wollte er wissen. Denn einen Verein ohne finanziellen Hintergrund zum Laufen zu bringen, sei schwierig. "Wenn ich es nicht unterstützen würde, wäre ich nicht hier. Ich brauche die Mehrheit im Stadtrat, habe aber das Gefühl, dass es die Mehrheit positiv sieht", antwortete Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD). Auch Weißenohes Bürgermeister Rudi Braun (FW) sagte seine Unterstützung zu: "Für die touristische Hochburg in der VG kann ich sagen, dass der Gemeinderat sicher dafür sein wird. Wir haben zwar nur 30 Übernachtungen, leben aber vom Tagestourismus."

Viele Leute ziehe es nach Weißenohe. Noch ein Merkmal hob der Weißenoher Bürgermeister hervor: "Die Neubürger, die in unserer Gemeinde Baulücken kaufen, waren als Touristen hier."

Hiltpoltsteins Bürgermeisterin Gisela Bauer (BfH) kennt 30 Übernachtungsmöglichkeiten in ihrer Gemeinde. Sie selbst habe auch Ambitionen in diese Richtung. Aber auch sie brauche dafür einen Gemeinderatsbeschluss. Es war die finanzielle Seite, die Interessierte nicht in Jubelrufe ausbrechen ließ. Ein Verein ist nun einmal mit erheblichen Kosten verbunden.

Erste Schritte

Regine Bleckmann nannte mögliche Beträge, die alle zur VG gehörenden Gemeinden leisten könnten. Sie betonte gleichzeitig, hier keine Touristeninformation mit langen Öffnungszeiten eröffnen wolle.

Die ersten Schritte des Vereins - beispielsweise die Erstellung eines Stadtplans mit Sehenswürdigkeiten und Restaurants - seien nicht mit hohen Kosten verbunden. Um den Verein zu gründen, brauche es allerdings ein klares Bekenntnis der Teilnehmer über das finanzielle Engagement. Doch Rudolf Braun entgegnete, dass diese Fragen zu sehr ins Detail gehen. "Wo ein Wille, ist ein Weg", sagte Braun dazu nur.

Als Beispiel für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Kommunen nannte er den Jugendpfleger, den sich Weißenohe mit Gräfenberg teile. Auch Gräfenbergs Nekolla fand, dass ein Projekt nicht am Start zerredet werden dürfe. "Wir wollen keine unüberwindbare Hürde aufbauen. Eine Gründung kostet nichts", sagt Otto Müller von den Altstadtfreunden, der Unterstützung von seinem Vereinskollegen Hans-Peter Reck erhielt. "Man muss in Vorleistung gehen und nicht erst warten, bis die Gäste kommen", sagte Müller.

Solides Konzept

Dass es genug Leute geben würde, die davonliefen, wenn der Tourismus nicht gefördert werde, glaubte eine Gastwirtschaftsbesitzerin ein. Gisela Bauer möchte dennoch ein solides Grundlagenkonzept. Hier erhielt die Hiltpoltsteiner Gemeindechefin Unterstützung von Bernd Albig, dem Vorstand des Fränkische-Schweiz-Vereins Gräfenberg.

Die Abstimmung am Ende der Veranstaltung brachte den Wunsch einer Vereinsgründung zum Ausdruck. Ob die Gemeinden aber tatsächlich mitmachen, ist noch unsicher. Das müssen erst die jeweiligen Stadt- und Gemeinderäte entscheiden.