"Großartig!" - Mit diesem Wort beschrieben Zuhörer am Samstag das Adventskonzert des Musikvereins Pretzfeld. Gängige, aber auch anspruchsvolle Stücke waren mit Leichtigkeit vorgetragen worden, sodass die vielen Gäste in der Pfarrkirche St. Kilian stehenden Applaus als Anerkennung spendeten. Besonders nach "A Weihnacht wie´s früher war" (von Klaus Butterstein für Blasorchester arrangiert), "White Christmas" und den "Christmas Variations" hielt es die Besucher nicht mehr auf ihren Sitzen. "Variations", so hatte Roland Kernen seine Arrangements des Liedes "Es ist ein Ros entsprungen" betitelt. Mal feierlich, mal beschwingt - Dirigent Wojciech Grabietz hatte die Stücke mit den Musikern perfekt umgesetzt und in Jasmin Sponsel eine ausgezeichnete Sängerin gefunden. Zwischen der Musik trug Pfarrer Florian Stark eine Geschichte vor: Ein Junge hatte in der Schule im Wort "Weihnachten" das i vergessen, sodass daraus "Wehnachten" geworden war. Den Schülern fiel auf, wie viel "Weh" es in der Welt gibt. Als der Lehrer eine Kerze in das Wort malte, entstand "Weihnachten". Die Botschaft der Geschichte: Das Licht Gottes bringt Licht in das Weh der Welt.

Unter der Leitung von Florian Winkel zeigte das Junior-Orchester, dass auch die Kleinen richtig gut sein können. Wojciech Grabietz dirigierte danach das Schülerorchester, das seine Stücke schon professionell vortrug. Das Konzert wurde abgerundet durch den hervorragenden Auftritt des Vokalensembles der Musikschule Ebermannstadt "Acapella Kreuzerquer" unter der Leitung von Rudi Kreuzer.

"Die Musikschule und der Musikverein haben eine Kooperation, sodass unsere Lehrer hier vor Ort unterrichten", erzählte Wojciech Grabietz vor dem Konzert. So werden die Schüler beispielsweise in der Bläserklasse an der Grundschule gut ausgebildet und können danach im Verein weiter musizieren. Maria Hack führte durch das abwechslungsreiche, kurzweilige und gut aufeinander abgestimmte Programm. "Ich bin ja eines der Gründungsmitglieder des Musikvereins, der im Krieg zerschlagen worden war", berichtete die Moderatorin vor dem Konzert. Anfang der 80er Jahre habe Altbürgermeister Franz Och ein kleines Grüppchen motiviert, wieder Musik zu machen. "Jetzt geht mir das Herz auf, wenn ich sehe, was daraus geworden ist", schwärmte Maria Hack. Auch dürfe man die sozialen Kompetenzen wie Disziplin, Pünktlichkeit oder Teamfähigkeit nicht vergessen, die den Musikern vermittelt würden.


Freude auf den Weihnachtsmann

Einer dieser jungen Musiker ist der elfjährige Benedikt Batz, der seit drei Jahren Klarinette spielt. "Das macht hier richtig Spaß", erzählte der junge Musiker. Seine Lieblingsweihnachtslieder sind "Tochter Zion" und "Morgen kommt der Weihnachtsmann", das er mit seinen Kollegen aus dem Juniororchester perfekt vortrug. Mama Petra Batz drückte derweil im Publikum die Daumen, denn auch Tochter Lisa bewies ihr Können mit dem Schülerorchester und Ehemann Stefan ist einer der sehr guten Musiker der Musikkapelle. Vereinsvorsitzender Christian Hetz freute sich, dass der Verein seit drei Jahren in der Kirche ein Konzert geben darf: "Das ist ein festliches Ambiente und hat einen richtigen Konzertcharakter." Nach zwei Zugaben hatten die Gäste auf den Adventsmarkt neben der Kirche die Gelegenheit, das gelungene Konzert nachwirken zu lassen.