Der 70-jährige Innenarchitekt Farid Georges aus dem Dorf Ain Albarida nahe der drittgrößten syrischen Stadt Homs war in Syrien ein bekannter Maler. Vor zwei Jahren flüchtete er mit seiner Familie wegen des Bürgerkriegs nach Deutschland. Seither lebt er in Bamberg.

Durch die Syrerin Rajaa Nadler, die auch schon im Gößweinsteiner Wallfahrtsmuseum ausgestellt hat, kam der Kontakt mit Museumsleiterin Regina Urban zustande. Und was hätte besser gepasst, als zum Thema der diesjährigen Jahreshauptausstellung zum christlichen Syrien dem syrischen Maler eine eigene Sonderausstellung im Wallfahrtsmuseum unter dem passenden Titel "Frieden auf Erden" zu widmen?


Ausstellungen in Italien

Diese Kunstausstellung mit den Werken von Farid Georges wurde am Wochenende eröffnet und ist im Wallfahrtsmuseum noch bis zum 8. Januar zu sehen. Farid Georges studierte nach seiner Ausbildung zum Lehrer in Homs Malerei und Bildhauerei an der Accademica di Belle Arti in Rom. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. So bereits 1969, als er den zweiten Preis junger Künstler erhielt oder 1974 den Arker- Preis in Rom oder 2005 den Sant-Elian-Preis in Homs. Einzelausstellungen des Künstlers waren an verschiedenen Orten in Italien zu sehen, darüber hinaus in Syrien, dem Libanon, Jordanien oder in Antigua in der Karibik.

Außerdem nahm Georges an rund 30 Gemeinschaftsausstellungen in arabischen und europäischen Ländern teil. Im syrischen Bürgerkrieg verlor Farid Georges sein Zuhause in Homs, sein Atelier wurde geplündert und verwüstet.

Kurz vor der Übersiedlung der Familie Georges nach Deutschland war auch noch der Verlust von Frans van der Lugt, eines niederländischen Jesuitenpaters und Psychotherapeuten, der in Homs ermordet wurde und ein Freund sowie Mentor Georges' war, zu beklagen. Anhänger der Terrormiliz Al-Nusra zerrten Franz van der Lugt am 7. April 2014 aus dessen Wohnung und erschossen ihn anschließend auf offener Straße.


Lustiges Treiben in Bambergs

Seinem ermordeten Freund und Mentor widmete Georges ein Bild, das nun auch in Gößweinstein ausgestellt ist.
Das Spektrum von Georges' Werken umfasst den Menschen in alle seinen Facetten. Auf der andren Seite hat der Syrer in Bamberg schon den Dom gemalt und auch das bunte Treiben in der barocken, touristisch geprägten Stadt. Er malt außerdem Stillleben oder schöne alte Dinge: eine zerbrochene und wieder zusammengesetzte Vase zum Beispiel, die nun als Pinselhalter dient.

Oder das legendäre Liebespaar Antar und Ablar aus vorislamischer Zeit, die ähnlich wie Romeo und Julia durch gesellschaftliche Hürden und Grenzen voneinander getrennt waren.