"Im Augenblick sind die Eltern sehr angespannt und verunsichert, denn schließlich geht es um die Ausbildung ihrer Kinder", sagt Anette Mohnlein, Schulleiterin der Grund- und Mittelschule Ebermannstadt. Am Freitag gab es ein Schreiben des Kultusministeriums, in dem Mittelschulen informiert wurden, dass die praktischen Qualiprüfungen im Fach Sport doch stattfinden sollten.

Die Mutter eines Mittelschülers war außer sich, da sie erfahren hatte, dass noch vor Pfingsten eine Mannschafts- und eine Individualsportart an der Schule ihres Kindes geprüft werden sollen. Da seit März kein Sportunterricht stattgefunden hat und auch in Vereinen keine Möglichkeit der sportlichen Betätigung möglich war, fragte sich die verzweifelte Mutter, ob das Fach Sport überhaupt ernst genommen werde und wie sich ihr Kind in den wenigen Tagen bis zur Prüfung gut vorbereiten könne. Sie sucht nach Erklärungen für diese Anweisungen des Ministeriums und sieht Schüler und Lehrer als Leidtragende.

"Bei uns an der Schule wird Sport sehr ernst genommen und ist ein sehr wichtiges Fach. Alleine der Gesundheitsaspekt ist elementar", berichtet Anette Mohnlein. Sie erläutert, wie wichtig Bewegung für die Schüler sei. Die Schulleiterin erklärt aber auch, dass das Kultusministerium mehrere Möglichkeiten zulässt.

Frühere Leistungen zählen

Deshalb haben sich in Ebermannstadt die Sportlehrer zusammengesetzt und die Situation diskutiert. Danach besprachen sie die Ergebnisse mit den Schülern. Deshalb werden hier die früheren Leistungen bewertet und nach Pfingsten findet eine mündliche Prüfung statt. Die praktischen Prüfungen wurden in Ebermannstadt abgesagt. "Bei uns ist Sporttheorie im Sportunterricht integriert", erzählt die Pädagogin. Zum Beispiel müssen die Schüler wissen, wo die Messung beim Weitsprung beginnt, was Kurz- und Mittelstrecken sind oder wie hoch ein Ruhepuls sein soll. Dazu erhalten die Schüler auch ein Skript. Dieses Wissen soll nach den Pfingstferien überprüft werden. "Die Schule hat da ein Zeitfenster und kann entscheiden, wann geprüft werden soll. Nur die Termine für Deutsch, Mathe und Englisch stehen fest."

Anette Mohnlein findet es schade, dass viele Dinge im Augenblick nicht so möglich sind wie früher. "Manches geht derzeit halt nicht anders. Man muss allen gegenüber fair sein. Und für uns war diese Variante die fairste", sagt die Schulleiterin zum Thema Sportprüfungen.

Die Schule müsse sich ebenfalls auf die sich ständig ändernden Situationen einstellen. "Deshalb schauen wir erst und reagieren dann mit gutem Kopf. Denn schließlich soll es zum Besten der Schüler sein", meint Anette Mohnlein.