Wegen des ausstehenden Sportgerichtsurteils herrscht vor dem InFranken-Kick zwischen Eggolsheim und Hallerndorf Ungewissheit.


Kreisklasse 2 ER/PEG: DJK Eggolsheim (2.) - DJK Hallerndorf (1.)

Weil das an Fronleichnam wegen eines Angriffs auf den Schiedsrichter abgebrochene Spiel zwischen Hetzles und Ebermannstadt noch nicht verhandelt ist, weiß Hallerndorf nicht, ob es schon aufgestiegen ist. "Durch den Doppelspieltag mit dem Feiertag bekam das Sportgericht jede Menge zu tun. Vor nächster Woche rechne ich nicht mit einem Urteil, da immer nur dienstags verhandelt wird", sagt Gruppen-Spielleiter Thomas Beetz.

Sollte sich die allgemeine Erwartung bestätigen - auch in Ebermannstadt wird mit einer Niederlage am Grünen Tisch gerechnet - wäre nicht nur der Spitzenreiter, sondern auch der Gegner des InFranken-Kicks so gut wie durch.
Die DJK kann am Sonntag um 15 Uhr in Eggolsheim zudem ihr Meisterstück machen, andererseits aber auch von den Gastgebern überholt werden. Die Reserven bestreiten in der A-Klasse 3 um 13 Uhr das sportlich nicht mehr relevante Vorspiel.

Aus dem Quartett im Kampf um den Aufstieg wurde binnen einer Woche ein Duo. Sowohl Wichsenstein mit nur einem mickrigen Pünktchen aus den beiden letzten Spielen als auch Ebermannstadt, das im Falle der 0:X-Wertung mit der gleichen Ausbeute stolperte, verabschiedeten sich auf der Zielgeraden aus dem Rennen.

Eggolsheims Trainer Tobias Dachwald argumentiert vorsichtig: "Als Fußballer kann man nie vor unvorhergesehenen Dingen sicher sein, das habe ich schon zu oft erlebt. Es kann sogar egal sein, ob alle bekannten Fakten für sich sprechen." Der 36-jährige Lehrer ist unabhängig davon von der derzeitigen Form seiner Truppe überzeugt, der er in den letzten Wochen mit acht ungeschlagenen Spielen in Folge und 27:8 Toren eine starke Phase attestiert: "Unsere Dämpfer heuer mit jeweils 1:3 in Reuth und Hetzles holten wir uns zur rechten Zeit, wie es scheint.

Seitdem hat sich meine Mannschaft diesen Tabellenstand völlig verdient erarbeitet. Bereits beim 1:0-Sieg in Hallerndorf in der Hinrunde hat sie gezeigt, dass sie da ist, wenn es drauf ankommt. Das war der Wendepunkt vor der Winterpause. Bei einer Niederlage wären wir neun Punkte entfernt gewesen." Durch die Steigerung von Spiel zu Spiel und mit dem nötigen Selbstvertrauen vor der Brust legt Dachwald die Latte hoch: "Wir haben trotzdem Druck und wollen gegen Hallerndorf gewinnen - zumindest nicht verlieren. Beide Vereine verbindet eine gewachsene Freundschaft und ich bin überzeugt, die Zuschauer werden einen unterhaltsamen Schlagabtausch sehen. Ich habe alle Mann an Bord."


Renner drehte an vielen Rädchen

Bernd Renner übernahm zu Saisonbeginn das Ruder in Hallerndorf von Markus Schock, der nach drei Jahren übergab. Nachdem die DJK voriges Jahr erst kurz vor Saisonende den Klassenerhalt perfekt gemacht hatte, überraschte sie heuer von Beginn an und stand bis auf sechs Spieltage ganz oben. Der 43-jährige Rothensander weist jegliche Bewunderung bescheiden von sich: "Dazu müssen viele Rädchen ineinandergreifen, es gehört immer ein perfekt funktionierendes Team dazu. Mit Ronald Nögel, Peter Neumeier und Günther Gebhardt gibt es die entsprechenden Leute, aber auch die Mannschaft ist zusammengewachsen und erntet nun die Früchte dieser Saison."

Sicher sei an manchen Stellen ein bisschen an den Schrauben zu drehen gewesen, meint der erfahrene Coach: "Die Truppe konnte auch vor mir schon Fußball spielen. Ein paar Spielern mangelte es lediglich etwas am Selbstvertrauen, ein paar Positionen habe ich umgestellt und so kommen aus Kleinigkeiten manchmal richtig gute Dinge heraus." Durch den quasi feststehenden Aufstieg könnte die DJK ohne Druck anreisen, ein Betriebsausflug soll es trotz der Ausfälle von Paul Hagen (Kreuzbandriss) und Johannes Weiß (Mittelfußbruch) aber nicht werden: "Die 0:1-Niederlage daheim war eigentlich ein typisches 0:0-Spiel. Eggolsheim hat kurz vor Schluss mit einem Freistoß Glück gehabt. Mit einem Sieg können wir jetzt den Spieß umdrehen und die Saison mit dem Titel krönen."