Unabhängig vom drohenden Direktabstieg aus der Fußball-Bayernliga hat die SpVgg Jahn Forchheim am Kader für die kommende Saison gebastelt - und eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt. Zwar will der Verein weiterhin keinen Wechsel offiziell vermelden, aber immer mehr Namen sickern durch. "Wir haben vor der Saison zu viel Qualität verloren, deswegen wollten wir für die kommende Spielzeit wieder nachlegen", sagte Trainer Michael Hutzler schon vor Wochen. Team-Manager Rene Hoffmann erhörte ihn, leistete im Hintergrund ganze Arbeit und schaffte es, etliche Akteure zur Saison 2016/2017 (wieder) nach Forchheim zu lotsen.

Inwieweit die genannten Spieler auch in der Landesliga auflaufen, ist aber offen, bei einigen Akteuren wurde nur über die Bayernliga gesprochen. Sollte es mit dem Klassenerhalt klappen, dann wird wohl auch Sven Wieczorek nach Forchheim wechseln.
Der 23-Jährige spielt aktuell beim FC Sand und erzielte dort neun Tore. Allerdings will der Außenbahnspieler, der schon bei Eintracht Bamberg und dem SV Memmelsdorf kickte, nur in der Bayernliga für die Sportvereinigung auflaufen.

Ihre Verträge verlängert haben Kapitän Max Bauernschmitt sowie Urgestein Senad Bajric. Weitere Spieler aus dem aktuellen Kader sollen folgen. Auf ein Trio trifft das aber nicht zu: Verlassen werden den Jahn definitiv Bastian Leikam, Hayri Özdemir und Firat Güngör. Noch keine Entscheidung ist auf der Torhüter-Position gefallen: Ersatzkeeper Marcus Kredel soll nächste Saison weiter das Jahn-Trikot tragen. Ob das auch Tugay Akbakla, die Nummer 1, tun wird, ist ungewiss. Der 19-Jährige stand in 31 Spielen auf dem Feld und hat sicherlich das Interesse anderer Klubs geweckt. Ein möglicher Nachfolgekandidat wäre Matthias Kühhorn, der 25-Jährige ist in dieser Saison für den FC Eintracht aufgelaufen.

Felix Burkel (ATSV Erlangen): Von Bezirksligameister ATSV Erlangen wechselt Stürmer Felix Burkel und soll zusammen mit dem aus Baiersdorf kommenden Patrick Titzmann wohl das Sturmduo bilden. Der Forchheimer kickte einst bei der SpVgg Reuth und ging dann über den Baiersdorfer SV zum ATSV Erlangen. Nun könnte es in der Landesliga ein Wiedersehen mit seinem Ex-Verein geben, sollte der Jahn absteigen. 16 Treffer steuerte der 23-Jährige zum Aufstieg der Erlanger bei.

Patrick Titzmann (Baiersdorfer SV): Mit Patrick Titzmann verliert der Baiersdorfer SV sein Sturmjuwel, das in dieser Saison neun Treffer in der Landesliga erzielen konnte. Der 19-Jährige stammt aus der Baiersdorfer Jugend und war einer der Gründe für den Bayernliga-Aufstieg der Krenkicker-U19. Mit seinen Toren soll der Nachwuchsmann erst noch seinen Heimatverein vor dem Abstieg retten, ehe es dann zum Jahn geht.

Dennis Weiler (SV Moggast): Der neue Co-Trainer wird wohl Dennis Weiler (27) werden, der nach einem Jahr als Spielertrainer beim SV Moggast wieder höherklassig aktiv sein will und sein erworbenes Trainerwissen nun beim Jahn auf dem Spielfeld einbringen soll. Der Defensivmann kickte schon in Baiersdorf und war danach beim Jahn, beim FSV Erlangen-Bruck und in Eltersdorf aktiv, ehe er in der Kreisliga zum Spielertrainer wurde. Bei den Quecken war der Innenverteidiger auch wieder im Gespräch, am Ende sagte Weiler dort aber wegen des Jahns ab. Dies bestätigte auch der SV Moggast mittlerweile. "Wir lassen ihn ungern ziehen, aber so ist nun mal das Geschäft", so Martin Vogler vom SV Moggast.

Dominic Leim (1. FC Sand): Vom Ligakonkurrenten aus Sand kommt mit Dominic Leim ein Innenverteidiger, der trotz seiner jungen Jahre schon beachtliche Einsatzzeiten in der Landes- und Bayernliga aufweisen kann. 22 Jahre, in Memmelsdorf gut ausgebildet - das sind die Eckdaten des Defensivmanns, der die Lücke des wechselnden Hayri Özdemir in der Defensive schließen kann. Leim war in Sand auch Kapitän.

David Mai (TSV Neustadt/Aisch): Der Offensivmann wurde beim TV 1848 Erlangen groß, ehe es in die Landesliga nach Neustadt/Aisch ging. Ein etwas unglücklicher Wechsel. Nur 12 Spiele und vier Treffer stehen in dieser Saison zu Buche, der 20-Jährige war oft verletzt. Beim TV 48 Erlangen gelangen in 46 Spielen in der Bezirksliga satte 19 Treffer. Jetzt soll der nächste Karriereschritt mit Bruder Patrick erfolgen.

Patrick Mai (TSV Neustadt/Aisch): Der 23-jährige Bruder von David Mai war beim TV 1848 auch in der Offensive zu finden, ehe er nach Buckenhofen ging und dort zur Defensivkraft mit guten Standards ausgebildet wurde. Der Allrounder wechselte dann nach Bruck, ehe es zusammen mit seinem Bruder in die Mineralwasserstadt ging. Dort stehen in 21 Spielen sieben Treffer zu Buche.

Andi Mönius (SC Adelsdorf): Das Herzstück des Kreisligisten SC Adelsdorf will es noch einmal höherklassig wissen. "Er ist der beste Zehner, den ich je trainiert habe", schwärmt sein aktueller Trainer Manni Dedaj und bedauert den Wechsel seines Kapitäns natürlich. Ausgebildet wurde der Adelsdorfer beim Club und spielte dort auch bei den Amateuren, ehe es nach Seligenporten ging. Allerdings wurde der technisch versierte Mittelfeldspieler dort von Verletzungen geplagt, so dass Mönius sich zu einem Schritt zurück entschied. Das ist nun Geschichte. Bald heißt es Bayern- statt Kreisliga für den 25-Jährigen.

Maximilian Göbhardt (FC Eintracht Bamberg): Ob in der Innenverteidigung wie bei Eintracht Bamberg oder auf der Sechs: Maxi Göbhardt hat eine gute Entwicklung in den letzten Jahren hingelegt und gehörte bei seinen letzten Stationen immer zu den Stammspielern. Torgefährlich ist der 24-Jährige außerdem und netzte in der laufenden Saison sechs Mal ein. Es wird aber kein Treffer mehr dazu kommen, spielen wird der Defensivmann nicht mehr für die Eintracht - und stattdessen nach einem Jahr wohl wieder zum Jahn zurückkehren.

Sebastian Schäferlein (FC Eintracht Bamberg): Der Außenbahnspieler wechselte vor der Saison etwas überraschend vom Jahn zu Eintracht Bamberg und kam damit gewissermaßen vom Regen in die Traufe, die Saison spielt der Rechtsfuß nicht zu Ende. Nun geht es zurück zu seinen alten Kumpels vom Jahn. Zusammen mit den anderen zwei Eintracht-Kickern - Zametzer und Göbhardt - war der 22-Jährige bei den letzten Heimspielen als Besucher vor Ort.

Dominik Zametzer (FC Eintracht Bamberg): Richtig aufgeblüht ist Dominik Zametzer seit seinem Spontanwechsel von Forchheim nach Bamberg im Winter, in vier Spielen gelangen dem 26-Jährigen drei Treffer für seinen neuen Klub. Beim Jahn waren es nur zwei Tore in 19 Spielen. In der kommenden Saison sollen wieder Treffer für Forchheim dazukommen.