Auch wenn beide Mannschaften bereits ein zuschauerträchtiges Entscheidungsspiel hinter sich haben, wird das Aufeinandertreffen am Mittwochabend um 18.30 Uhr in Weingarts wieder etwas ganz Besonderes sein. Entweder der SV Hiltpoltstein oder die DJK-TSV Kersbach wird heute in die Kreisliga aufsteigen.
Der Verlierer erhält aber noch eine weitere Chance.

DJK Kersbach - SV Hiltpoltstein
Kersbach hat vor offiziell 1072 Zuschauern in Weilersbach gegen den TSV Ebermannstadt mit 2:1 gewonnen, Hiltpoltstein setzte sich vor 813 Zuschauern in Thuisbrunn gegen den FC Wichsenstein mit 1:0 durch. Damit haben sich die Teams die zweiten Ränge in den Kreisklassen 2 und 3 gesichert und damit die Qualifikation für die Relegation zur Kreisliga geschafft. "Da braucht es schon mehr als ein Spiel, um sich an so eine Kulisse zu gewöhnen", meint Lutz Reinhold. Der Kersbacher Spielertrainer findet, dass sich seine Mannschaft davon hat beeindrucken lassen. "Dieses Mal gegen Hiltpoltstein ist die große Aufregung vorbei, weil es ja kein richtiges K.o.-Spiel ist, denn der Verlierer hat ja immer noch die Chance zum Aufstieg."

Der Relegationsmodus will es so, dass in diesem Jahr drei der vier Kreisklassen-Zweiten in die Kreisliga aufsteigen. Deswegen wird der Verlierer vom Mittwochsspiel gegen die SpVgg Sittenbachtal am Samstag (17 Uhr, Ort noch offen) antreten, die ihre erste Relegations-Partie gegen den ASV Möhrendorf mit 0:3 verloren hat. "Es wird ein bisschen weniger Druck da sein, obwohl wir eigentlich nie Druck gemacht haben. Für uns ist bereits die Relegation ein Riesenerfolg", sagt Florian Wehrfritz, der Trainer des SV Hiltpoltstein und ergänzt: "Natürlich wäre es schön, wenn wir am Mittwoch gewinnen, dann hätten wir wenigstens noch ein bisschen Sommerpause."

Die hätte auch Lutz Reinhold gerne, der seinen Italien-Urlaub mit der Freundin extra für das Spiel am Mittwoch verkürzt hat. "Insbesondere für die Angehörigen der Fußballer ist so eine Relegation sehr schwierig, wenn es keine Sommerpause gibt. Man kann den Spielern ja schon gar nicht mehr böse sein, wenn sie dann in der Vorbereitung in den Urlaub fahren."

Als Kersbach zuletzt in der Saison 2013/14 in der Relegation war, gewannen sie in Weingarts gegen den SC Kühlenfels. Auch wenn sie danach in Weilersbach gegen Poxdorf verloren, verbinden sie mit Weingarts gute Erinnerungen. Aber auch Florian Wehrfritz hat als Ex-Maigischer seine Erfahrung mit dem dortigen Geläuf. "Ich habe dort immer gern gespielt. Mit Muggendorf haben wir auf dem Platz in der Relegation gegen Weisendorf gewonnen." Nach dem 4:2-Sieg folgte 2005/2006 der Aufstieg in die Kreisliga.


Unbekannte Gegner

Lutz Reinhold hat das Entscheidungsspiel der Hiltpoltsteiner nicht gesehen, weil er da schon im Urlaub war. Florian Wehrfritz hat das Entscheidungsspiel der Kersbacher ebenfalls nicht angeschaut. Beide haben jedoch ihre Informationen über den Gegner eingeholt. Wehrfritz kann beispielsweise seinen Cousin Felix Bischoff fragen, der in Ebermannstadt im Tor steht, Reinhold hat ebenfalls seine "Spitzel" überall im Spielkreis verteilt. "Es gibt ja immer dieses Gerede, ob die Kreisklasse 2 stärker als die Kreisklasse 3 ist, aber letztlich spielt das in einem einzigen Spiel überhaupt keine Rolle", sagt Wehrfritz, der mit seinen Jungs ebenfalls einen intensiven Kampf um den zweiten Platz hinter sich gebracht hat. "Mit Hiltpoltstein hatte ich bisher keine Berührungspunkte. Das wird ein Spiel wie gegen Ebermannstadt, in dem es auf die Tagesform ankommt", sagt Reinhold. "Wir haben eine super Rückrunde gespielt und sind absolut positiv gestimmt. Meiner Meinung nach können wir nur gewinnen."

Bei der DJK-TSV Kersbach hat sich zuletzt niemand mehr verletzt, der Trainer braucht im Vergleich zum Entscheidungsspiel nichts verändern. Er selbst kommt gerade rechtzeitig vor der Partie aus dem Urlaub zurück. Beim SV Hiltpoltstein sieht es ähnlich aus: Nach der nun langen Saison gibt es freilich Blessuren und Wehwehchen, "aber bei niemandem ist es so schlimm, dass er ausfallen würde", so Wehrfritz. Seine Jungs sollen mit Selbstbewusstsein und Spaß in Weingarts auflaufen. Immerhin ist am nächsten Tag ein Feiertag, was auch in Anbetracht von etwaigen Feierlichkeiten optimal wäre.

"Ich habe immer gerne mit den Jungs zusammen gespielt, aber wenn das am Mittwoch zu Ende ist, hätte ich nichts dagegen", sagt Reinhold, der sich als Trainer in Richtung DJK Eggolsheim verabschiedet.