Ein forscher Beginn - doch dann kam herzlich wenig: Der TSV Kirchehrenbach verliert in der Bezirksliga nach einer 1:0-Führung gegen den ASV Weisendorf.
Der ASV Weisendorf bewies beim Infranken-Kick den längeren Atem, drehte im zweiten Durchgang auf und bezwang den TSV Kirchehrenbach mit 3:1. Die Chancen der Ehrabocher auf den Klassenerhalt nach drei Pleiten in Folge innerhalb von sechs Tagen - und nur vier Punkten in bislang sieben Spielen heuer - sind nur noch theoretischer Natur. Der ASV kann mit nun 40 Punkten dagegen aufatmen.
TSV Kirchehrenbach - ASV Weisendorf 1:3Aus Sicht des TSV hätte das Spiel nicht besser beginnen können, obwohl die Kulisse bei fast sommerlichen Temperaturen zunächst enttäuschend war. Erst nach und nach kamen etwa 110 Zuschauer ins Adam-Marsching-Stadion und sahen einen engagierten Auftakt der Gastgeber. Bereits nach zwei Zeiger-umdrehungen köpfte erst Simon Postler eine Flanke von Andreas Kraus genau ans Lattenkreuz, der zweite Ball segelte dann durch den Fünfer auf den langen Pfosten. Dort stand Marco Wagner - eigentlich angestammter Torhüter -, der das Leder aus kurzer Entfernung zum 1:0 einnickte. ASV-Coach Armin Appelt, der eindringlich davor gewarnt hatte, den Gegner nicht zu unterschätzen, schüttelte den Kopf mit dem nach oben gegelten blauen Irokesenschnitt.
Als sich ASV-Keeper Fabian Zwingel und Manuel Lehner uneins waren, traf Andreas Benning ans Außennetz (12.) und hatte in der Folge zwei weitere gute Einschussmöglichkeiten. Erst legte Wagner einen Postler-Freistoß per Direktabnahme nach innen auf, doch Benning kam nicht heran. Danach zog der Flügelstürmer von der Mittellinie auf und davon, umkurvte zwei Abwehrspieler und fand in Zwingel doch noch seinen Meister (20). Das nahezu fehlerfreie Gespann um Schiri Tim Lehmeier bat danach zur ersten von zwei Trinkpausen.
Ausgleich per Kopf
Unergründlich öffnete Ehra-boch seinen bislang sicheren Abwehrriegel und lud die Gäste förmlich ein. Zwei Spielzüge zuvor, als der TSV plötzlich zu hoch stand, waren noch glimpflich ausgegangen. Der folgende aber ermöglichte den am Flügel durchgebrochenen Oliver Maier, maßgenau auf Waldemar Adler zu flanken, der aus fünf Metern per Kopf den 1:1-Ausgleich markierte (35.). Benning hatte kurz vor der Pause per Alleingang einen weiteren Hochkaräter, zögerte aber zu lange (42).
Vermutlich rührte Appelt seinen Leuten "Hallowach-Tabletten" in den Pausentee, denn der ASV kam wie verwandelt aus der Kabine und zeigte durch eine Doppelchance von Friedrich Leist, dass er nun im Spiel war. Gedreht wurde die Partie allerdings auch, weil Unglücksrabe Philipp Eismann eine scharfe Hereingabe - vor dem einschussbereiten Waldemar Adler - ins eigene Netz zum 1:2 lenkte (55.). Fortan zeigte der TSV nur noch sporadisches Aufbäumen, stattdessen vergaben die Gäste nacheinander - wie im ersten Abschnitt die Heimelf - beste Chancen zum Ausbau der Führung. Ein Innenrist von Adler strich knapp über die Latte (67.), der gleiche Spieler hätte kurz darauf nach Vorarbeit von Michael Pilz den Deckel drauf machen müssen (78.).
Kaum noch Gegenwehr
Oliver Maier machte es dann besser gegen die inzwischen nahezu wehrlose TSV-Defensive, deren Kräfteverschleiß minütlich wuchs, und verwertete einen Pass in die Schnittstelle problemlos ins kurze Eck zum 1:3 (85.). Erst als die Partie quasi verloren war, kam Ehraboch nochmals gefährlich vors Tor: Der Lupfer von Simon Postler ging aber nicht nur über Keeper Zwingel, sondern auch über die Latte. Zwingel entschärfte auch den Kopfball von Eric Duszynski aus nächster Nähe. Nach einem Blackout von Christian Städtler hätte Leist noch auf 1:4 erhöhen müssen, doch ihm klebte wie zuvor das Pech am Stiefel.
Stimmen zum Spiel
TSV-Coach Stephan Schleiwies zeigte sich über die Leistung im zweiten Abschnitt ratlos: "Unser Spiel nach der Pause war symptomatisch für die bisherige Saison. Wir hatten uns vorgenommen, wie zu Beginn volle Pulle zu gehen, brachten aber so gut wie nichts mehr zustande. Stattdessen häuften sich unsere Patzer, die Zuspiele wurden ungenauer und nach dem Rückstand habe ich kein wirkliches Aufbäumen mehr gesehen. Schade, heute hätten wir einen Dreier holen können. So aber reicht es sicher nicht, um in der Liga bestehen zu können."
Der Weisendorfer Trainer Armin Appelt grantelte etwas, weil seine Elf die Warnungen nicht ernst nahm: "Meine Leute haben erst selbst spüren müssen, weshalb ich davor gewarnt habe, den Gegner nicht nach der Tabelle zu beurteilen. Anfangs war der TSV besser, wir mussten uns erst neu sortieren. Dass wir am Ende zulegen können, wussten wir und haben darauf spekuliert, dass Kirchehrenbach abbauen würde. Unter dem Strich ist es sicherlich kein unverdienter Erfolg, auch wenn wir uns diesen unnötig schwer gemacht haben. Mit nun 40 Punkten haben wir ein weiteres Ziel erreicht."
Die Statistik zum Spiel
TSV Kirchehrenbach: Bail - Wagner (86. Duszynski), Philipp Eismann, Schleiwies, Simon Postler, Städtler, Shakir, Eichenmüller, Kraus (59. Abdullah), Christian Dorsch, Benning. ASV Weisendorf: Zwingel - Scharschmidt, Lehner, Bretting (68. Janousek), Tim Schmidt, Hendel, Geyer (77. Pilz), Andreas Schmidt, Maier, Leist, Mehnert (17. Adler). Schiedsrichter: Tim Lehmeier (TSV Rittersbach). Zuschauer: 110. Tore: 1:0 Wagner (2.), 1:1 Adler (35.), 1:2 Eigentor (55.), 1:3 Maier (85.). Gelb-Rot: Shakir (TSV/91.).