Zur Wichsensteiner Sportlerkerwa nahm der InFranken-Kick die Kreisklasse 3 genauer unter die Lupe, wo der FC Wichsenstein den SV Hiltpoltstein empfing. In einer ausgeglichenen Partie gehörte jedem Team eine Halbzeit, ehe ein strittiger Elfmeter in der Nachspielzeit die Gemüter der Gäste erhitzte. Den Wichsensteiner Johannes Sebald kümmerten die Diskussionen wenig. Er verwandelte den Strafstoß und schoss den FC zum viel umjubelten 2:1-Kerwasieg.

FC Wichsenstein - SV Hiltpoltstein 2:1
"Ich bin mit meiner Mannschaft zufrieden, aber der Schiedsrichter hat die Partie entschieden", erklärte der sichtlich angefressene SV-Trainer Florian Wehrfritz nach der Partie. "Leider war der Unparteiische 90 Minuten lang nicht auf unserer Seite, dem ohnehin unberechtigten Elfmeter ging vorher auch noch ein Handspiel voraus." Dabei sah es anfangs keineswegs nach einem Heimsieg für den FC aus.
Eher waren es die Gäste, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten. Nach einem Lattenkopfball der Hausherren (13.) kam Hiltpoltstein immer besser in die Partie, Möglichkeiten ließen nicht lange auf sich warten. Martin Fritzsches Direktabnahme landete noch knapp neben dem Pfosten (17.), kurze Zeit später machte es Stephan Escherich besser. Von Daniel Friedrich mustergültig bedient, lief der SV-Angreifer allein auf Torwart Marc Wehrfritz zu und ließ diesem mit einem trockenen Schuss ins lange Eck keine Abwehrchance (22.). Wichsenstein wirkte überrascht und verlor zunehmend seinen Rhythmus, die Gäste hatten Blut geleckt und drängten auf das 0:2.

Doch immer wieder war bei Torwart Wehrfritz Endstation. Erst parierte er einen fulminanten Distanzschuss seines Bruders Florian bravourös (33.), ehe er im Eins-gegen-Eins mit Martin Fritzsche die Oberhand behielt (35.). Sogar bei einem Geschenk der FC-Hintermannschaft erwies sich Wehrfritz als Spielverderber. Ein verunglückter Rückpass landete ohne Not bei dem völlig freistehenden Escherich, der sich allein vor dem Wichsensteiner Tor wiederfand. Sichtlich überrascht von dem Präsent scheiterte auch er am überragend aufgelegten Heimtorwart.

Der zweite Abschnitt begann so wie der erste endete: Mit einer überragenden Parade von Marc Wehrfritz. Einen starken Freistoß von Daniel Friedrich lenkte er mit einem schönen Hechtsprung um den Pfosten; die Gastgeber konnten sich bei ihrem Torwart bedanken, dass es zu diesem Zeitpunkt nur 0:1 stand. Umso überraschender kamen die Hausherren fast im direkten Gegenzug zum Ausgleich. Ein Eckball auf den zweiten Pfosten landete bei Armin Schüpferling, der im Rückraum Muhammed Abubakar fand. Der Torjäger ließ sich nicht lange bitten und schob zum schmeichelhaften 1:1-Ausgleich ein (53.). Wichsenstein war wieder im Spiel, mit zunehmender Dauer immer besser. Obwohl klare Gelegenheiten ausblieben, waren die Hausherren dem zweiten Treffer näher, doch Hiltpoltstein stand defensiv weitestgehend sicher.

So plätscherte die Partie vor sich hin, ehe es in der Nachspielzeit zur Szene des Spiels kam. Abubakar fasste sich ein Herz und drang mit schnellen Schritten in den SV-Strafraum ein. Hier rauschte Jens Niehaus mit der Grätsche heran und spielte Ball wie Gegner. Schiedsrichter Nagengast entschied zum Entsetzen der Gäste auf Elfmeter, eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Bitter für Hiltpoltstein war, dass diesem Pfiff auf der Gegenseite ein Handspiel eines Wichsen-steiners vorausging, das vom Unparteiischen nicht geahndet wurde. Den Elfmeterschützen Johannes Sebald kümmerten die Diskussionen hingegen wenig. Er nahm das Leder nach kurzem Zögern entgegen und verwandelte abgeklärt zum 2:1.


Die Stimmen der Trainer

FC-Coach Stefan Rubner redete angesichts des späten Siegtreffers gar nicht um den heißen Brei herum: "Ein 1:1 hätte dem Spielverlauf mehr entsprochen, am Schluss waren wir aber dem Sieg näher. Insgesamt war es kein gutes Spiel, ich hätte mehr erwartet, auch von unserer Seite. Aber in zwei Wochen fragt keiner mehr danach."
Florian Wehrfritz auf der Gegenseite ärgerte sich dagegen wegen der späten Niederlage: "Ich bin mit meiner Mannschaft zufrieden. In der ersten Halbzeit haben wir ein super Spiel gemacht, aber leider unsere Chancen nicht genutzt. Im zweiten Abschnitt trat der Gegner vor allem durch Standards druckvoll auf. Leider war die Niederlage durch den Schiedsrichter begünstigt. Ich halte mich normalerweise mit Äußerungen gegen die Unparteiischen zurück, weil ich weiß, dass sie es schwer haben. Aber der Schiedsrichter war leider 90 Minuten lang nicht auf unserer Seite."
FC Wichsenstein: Wehrfritz - Merz, Speckner, Pilatus, Ruckriegl - Rubner, Sebald, M. Schüpferlin, A. Schüpferling - Abubakar, Gotmann.
SV Hiltpoltstein: Weidl - Hofmann, Müller, Rabe, Niehaus - Wehfritz, Arnold, Vetter, M. Fritzsche - Friedrich, Escherich
Tore: 0:1 Escherich (26.), 1:1 Abubakar (50.), 2:1 Sebald (90./FE). Zuschauer: 150. Schiedsrichter: Gerhard Nagengast