In der vergangenen Saison waren die Verhältnisse in der Fußball-Kreisliga 2 ER/PEG klar: Der FC Hersbruck kündigte an, aufsteigen zu wollen und tat das letztlich auch souverän. Da auch der zweitplatzierte FC Ottensoos über die Relegation aufstieg und keine Mannschaft aus der Bezirksliga runter kam, gestaltet sich die Suche nach Favoriten in dieser Spielzeit schwerer. Keiner will in diese Rolle gedrängt werden, der Reihe nach wird den anderen der Vorrang gewährt.


Weingarts nominiert Neunkirchen

"Auf jeden Fall wird Neunkirchen oben dabei sein", sagt zum Beispiel Arne Schmidt, der neue Trainer der DJK Weingarts. Darüber hinaus nennt er den SV Ermreuth oder den SK Lauf II als Überraschungskandidaten. Letzterer ist am Sonntag um 13 Uhr der erste Gegner der Maigischer.
"Lauf hat einen großen Kader und je nachdem, wen sie runterschicken, wird das ein spannendes Spiel." Als Favorit will sich Weingarts nicht betiteln, obwohl die DJK im Vorjahr Dritter wurde und in den letzten Jahren immer um die ersten Plätze kämpfte. "Klar wollen wir oben mitspielen, aber die Favoritenrolle bürden wir uns nicht auf."

Um aufzusteigen, weiß Schmidt, müsste Weingarts die Schwächephasen, die das Team in den Vorjahren immer wieder hatte, dieses Mal weglassen. "Wer oben stehen will, muss eine konstant gute Saison spielen." Ob die Maigischer das nach dem Trainerwechsel hinbekommen, wird sich zeigen. Sie müssen unter anderem Spielertrainer Steffen Staudinger ersetzen.

Der SV Ermreuth baut dagegen weiterhin auf Toptorjäger Maik Sprenger, der 2015/2016 fast unglaubliche 46 Treffer erzielte. Neunkirchen hat mit Danilo Müller vom SC Uttenreuth einen Knipser dazugeholt, der aber zuletzt verletzt war. In Kirchehrenbach wurde der Spielerkader bei neun Zugängen, aber nur einem Abgang vergrößert, was für eine lange Saison immer ein großes Plus darstellt und der SV Moggast muss die drei wichtigen Abgänge von Dennis Weiler (Jahn Forchheim), Richard Steiner (Ziel unbekannt) und Nils Schmadtke (pausiert) verkraften.

Vier der 15 Mannschaften sind Aufsteiger, drei Teams werden am Saisonende in die Kreisklasse absteigen. Nicht nur in Kühlenfels ist es der Wunsch, drin zu bleiben. "Kümas" hat seinen Top-Torjäger Christopher Schraml und dessen Bruder Felix sowie Vater und Aufstiegstrainer Georg verloren. Christopher erzielte 25 Treffer und legte fast genauso viele auf. "Ich hoffe nicht, dass ein einziger Spieler einen solchen Unterschied ausmachen wird", sagt der neue Coach Thomas Riess fast trotzig.

Namhafte Neuzugänge hat der Aufsteiger nicht an Land gezogen, sondern will die Abgänge über das Kollektiv auffangen. "Meine Spieler müssen sich in der Kreisliga an das Tempo gewöhnen, es wird alles ein wenig schneller gehen und unsere Fehler werden öfter bestraft werden", weiß der Trainer. Bereits in den Testspielen haperte es an genau diesen Punkten.

Mit diesen Problemen sind die Kühlenfelser nicht allein, mit Osternohe, Reichenschwand und Pottenstein stehen drei weitere Neulinge vor einer großen Herausforderung. Zum Auftakt muss Kümas nach Pottenstein. "Da haben wir bereits etwas Druck, denn verlieren sollten wir gegen den Mitaufsteiger nicht." Allerdings fehlen dem SCK mit Christian Deinhardt, Adrian Eckert (beide Kreuzbandriss) und Marco Heinlein (Bänderriss) bereits zum Start drei wichtige Leute. "Ich hoffe auf unsere Heimstärke und die mannschaftliche Geschlossenheit", sagt Riess.


Eröffnungsspiel zum Jubiläum

Die Saison beginnt bereits am morgigen Freitag mit dem Eröffnungsspiel beim TSV Brand, der heuer sein 50. Jubiläum feiert. Trainer Tobias Fuchs erwartet viele Zuschauer und freut sich auf den Höhepunkt. Als Gegner kommt der Nachbar aus Eckenhaid. Beide haben das Ziel, positiv in die Runde zu starten und den Lauf in die kommenden Aufgaben mitzunehmen.

"Wir wollen keinen Kontakt zu den Abstiegsplätzen bekommen", sagt Fuchs, der mit Christian Häring einen Co-Trainer aus Hiltpoltstein bekommen hat. "Wir haben die einzelnen Spieler und die Art, Fußball zu spielen, weiterentwickelt. Ziel ist es, uns im vorderen Drittel festzubeißen." Den Wunsch, gut zu starten und danach sorgenfrei durch die Saison zu gehen, werden viele Kreisligisten haben - für alle kann er nicht in Erfüllung gehen.