Dank des zweiten Siegs aus den vergangenen drei Partien hat die SpVgg Jahn die Gefahrenzone der Fußball-Bayernliga vorläufig wieder verlassen und Gegner Abtswind mit in den Schlamassel gezogen. Der Aufsteiger liegt auf dem nächst besseren Platz aber noch drei Zähler entfernt.

Der FSV Erlangen-Bruck bejubelte gegen den kommenden Forchheimer Gegner Neumarkt ebenfalls einen Dreier im Duell mit einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Der SC Eltersdorf verpasste es knapp, Tabellenführer Gebenbach einen Punkt abzuknöpfen.

Bayernliga Nord

SpVgg Jahn Forchheim - TSV Abtswind 3:1

Von Beginn an war es eine flotte und schnelle Partie. Das lag zum einen an den vielen Ballverlusten beider Mannschaften im Mittelfeld, zum anderen am Referee, der ziemlich viel laufen ließ. Die erste Gelegenheit hatte Tom Jäckel - und was für eine. Nach einer Flanke von Firat Güngör platzierte der Stürmer der Hausherren den Ball gut Richtung Winkel, doch Keeper Florian Warschecha holte ihn sensationell aus dem selbigen. Nach einer knappen Viertelstunde hatte Timo Goldammer die Chance, den Jahn in Führung zu bringen. Nach einer feinen Kombination holte der Mittelfeldspieler den Ball schön mit dem Fuß aus der Luft und zog - allerdings zu zentral - aus der Drehung ab.

Danach kam Abtswind besser ins Spiel und kombinierte teils gefällig nach vorne. Gefährlich wurde es aber erst nach knapp 20 Minuten, als Jürgen Endres prima freigespielt wurde und an Christian Bergmann im Jahn-Kasten scheiterte. Die Ecke brachte Forchheim nicht weg, so dass Max Hillenbrand sträflich frei im Strafraum an den Ball kam, aber erneut in Bergmann seinen Meister fand. Mitten in die erste Drangphase der Gäste fiel das 1:0. Die Kugel kam in den Strafraum, wo Philipp Nagengast auf Jens Wartenfelser abtropfen ließ, der an seinem Gegenspieler vorbeiging und ins lange Eck einschob (24.).

Der TSV wirkte angeschlagen und verzettelte sich immer wieder in der Jahn-Defensive. Forchheim wartete geduldig ab und schlug postwendend noch einmal zu. Güngör startete bis zur Grundlinie durch und flankte perfekt auf den Kopf von Nagengast, der auch am vorvergangenen Wochenende für Team Bayern gegen Malta getroffen hatte (32.). Eine Schrecksekunde gab es vor der Pause noch für Jäckel, denn kurz nachdem der 30-Jährige die gelbe Karte gesehen hatte, rannte er unabsichtlich den Schiedsrichter um. Dieser sah die Aktion allerdings entspannt. "Wir haben die erste Halbzeit verschlafen. In den entscheidenden Momenten hat das der Jahn schön herausgespielt", sagte Gästekapitän Michael Herrmann.

Forchheim verpasst das dritte Tor

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Abtswind kam angeführt von Trainer Mario Schindler früh aus der Kabine, die ersten Chancen hatte aber der Jahn. Güngör setzte einen Schuss deutlich vorbei, danach zog Steffen Müller nach einer schönen Kombination ab, traf aber nur ein Abwehrbein. Forchheim spielte zudem zwei Konter über Wartenfelser und Müller schlampig aus, so dass es kam, wie es kommen musste: Nach gut einer Stunde spielte der eingewechselte Adrian Dußler perfekt zurück auf Jürgen Endres, der den Ball humorlos ins lange Eck knallte.

Firat Güngör packt unnötig zu

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Trotz des Anschlusstreffers spielte Abtswind bedächtig weiter. Erst in der 72. Minute wurde es wieder gefährlich, als Güngör seinen Gegenspieler ohne Not hielt. Den gut getretenen Freistoß verpasste der am kurzen Eck stehende Adrian Graf mit dem Kopf nur um wenige Zentimeter. Kurz vor dem Ende leistete sich Güngör ein weiteres unnötiges Foul. Den Freistoß zirkelte der Offensivmann auf den Kopf eines Mitspielers, aber Bergmann klärte den Aufsetzer zur Ecke. In der Nachspielzeit sah Graf wegen Meckerns die Ampelkarte, dann machte Wartenfelser auf Vorlage von Nuyan Karsak den Deckel drauf.

Kurios war, dass beim TSV Jonas Wirth auf dem Feld stand, nicht jedoch auf dem Spielberichtsbogen; dort tauchte nur Bruder Lukas auf. Inwieweit dieser Irrtum das Sportgericht beschäftigt, ist offen. "Wir haben gewonnen, daher wir machen jetzt nichts. Aber dem Schiedsrichter haben wir es aber gesagt", berichtete Teammanager Mesut Kimiz. Zum vierten Saisonsieg sagte Trainer Christian Springer: "Mit der ersten Halbzeit war ich sehr zufrieden. Das, was wir vorhatten, hat geklappt. In der zweiten Halbzeit haben wir den Gegentreffer bekommen und dann wird es im Abstiegskampf immer ein Zitterspiel."

Jahn: Bergmann - Noppenberger, Uttinger, P. Mai, Güngör, Hagen, Müller (68. Petschner), Goldammer (89. Städtler), Nagengast (79. Karsak), Wartenfelser, Jäckel

Schiedsrichter: Philipp Ettenreich (VfL Zusamaltheim)

Zuschauer: 220