Die 17. Schach-Open des SC Forchheim fanden nicht in der Jahn-Halle, sondern in der Hirtenbach-Halle in Heroldsbach statt. 180 Denksportler kämpften in drei Leistungsklassen um den Turniersieg. In der A-Gruppe ging dieser an den polnischen Internationalen Meister (IM) Jaroslav Krassowitzkij. Die B-Gruppe entschied der Nürnberger Sebastian Kraus für sich und in der C-Gruppe setzte sich der Türke Emrehan Özdemir durch.

Neuer Ort, mehr Möglichkeiten

;

Drei Tage lang standen die Schach-Enthusiasten unter Strom. Am neuen Spielort, der mehr Raum, mehr Licht und mehr Möglichkeiten bietet, saßen sich Akteure, die bereits in der deutschen Nationalmannschaft im Einsatz waren, und solche, die einen zweiten Stuhl brauchten, um als Sechsjährige überhaupt das andere Ende des Brettes zu erreichen, gegenüber. Spanier, Inder, Bosnier, Türken, Syrer, Russen, Ukrainer, Griechen und ein paar Deutsche maßen sich friedlich.

Als Schirmherr und Bürgermeister Edgar Büttner vorbeischaute, hatte Krassowitzkij (SV Jedesheim) gerade dazu angesetzt, seinem härtesten Verfolger, Fide-Meister Yevhenii Yelisieiev (SC NT Nürnberg), eine empfindliche Niederlage zuzufügen. Der Ukrainer behielt dennoch den Silberrang, weil elf Spieler mit 3,5 Punkten aus fünf Runden hinter ihm landeten. Zu viele Unentschieden ließ der mehrfache Forchheim-Open-Sieger Alexander Hilverda (SC Erlangen). Bester Forchheimer wurde Lukas Schulz auf Rang 9. Er spielt zwar für den SC Erlangen, ist aber immer noch passives Mitglied beim SC Forchheim.

Kein gutes Turnier erwischte Kristin Braun, die zwischenzeitlich Mühe hatte, die rote Laterne abzugeben. Immerhin war das Teilnehmerfeld mit mehreren Titelträgern, ehemaligen mittelfränkischen, einem aktuellen bayerischen und einem deutschen Vizemeister (Schulz und FM Eduard Miller) nicht schlecht besetzt. Ähnlich stürmisch wie außerhalb der Hirtenbach-Halle ging es auf den Brettern zu. Hier flogen die Figuren vom Spielfeld, und manch einer lief geknickt umher. Joseph Homi (SG Fürth) etwa, der lange Zeit den Sieg in der B-Gruppe vor Augen hatte und nach seiner Niederlage gegen den späteren Sieger Kraus (SC Jäklechemie) doch noch auf Platz 2 zurückfiel.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen gab es in der C-Gruppe, in der auch vereinslose Spieler und Anfänger mitmischten. Ein Duo hatte sich mit fünf Siegen in fünf Spielen an die Spitze gekämpft. Özdemir hatte aber die besseren Gegner als Peter Grabs (SV Empor Potsdam). Ludwig Seuberth (4,0) vom SC Forchheim war der älteste und zugleich punktreichste Senior. Seine Vereinskollegen hatten weniger Grund zu lachen: Edgar Hoffmann (3,0), Stefan Seitz (2,5), Jonas Heimann und Robert Thiele (beide 1,5) sowie Mohammed Nour Zidan (1,0).

Zu viel Spannung im Raum?

;

Nach den Siegerehrungen ging nicht nur in der Halle, sondern im ganzen Ort das Licht aus. Sturmtief "Fabienne" hatte einen Stromausfall verursacht. An der Spannung während der Schach-Open jedenfalls hatte es nicht gelegen. Da hätte man das Knistern zwischen den Gehirnzellen hören können - wenn man vom Mattsetzen nicht so abgelenkt gewesen wäre.