Die Aufstiegsfeier der Männer war gleichzeitig die Geburtsstunde der Fußballfrauen des FC Dormitz, denn während Trainer Michael Popp im Juni mit seiner Mannschaft die Rückkehr in die Kreisklasse nach 13 Jahren begoss, ließ sich der 29-Jährige von Bürgermeister Holger Bezold von der Idee eines Damenteams begeistern. "Ich wurde vorher schon ein paar Mal darauf angesprochen, aber an diesem Tag wurde es konkret", erinnert sich Popp.

Mit der "treibenden Kraft" Stephanie Massicot verteilte er Aushänge in der Erlanger Uni, rief auf der Facebook-Seite des Vereins zum Mitmachen auf und betrieb Mundpropaganda. Mit 15 Anfängerinnen nahm er im August den Trainingsbetrieb auf. "Es sind alles Mädels, die noch nie gegen einen Ball getreten hatten", erklärt der Coach. Inzwischen verfügt Popp sogar über einen 27-Frau-Kader - der alles demokratisch entscheidet: "Die Mädels wählen selbst, wann, wie oft und wie lange trainiert wird."

Auch den Schritt in den Ligabetrieb würden die Dormitzerinnen zu gegebener Zeit eigenständig gehen. Bislang hat der weibliche FC kein Testspiel absolviert. "Wir planen demnächst welche und gucken dann, wie es läuft", sagt Popp. Noch haben die Spielerinnen nicht einmal feste Positionen, für das Mannschaftsfoto mit neuen Trikots sei eine Dame per Zufallsprinzip ins andersfarbige Jersey mit der Nummer 1 geschlüpft.


Ein Mann, drei Teams

Die Zeit, die erste und zweite Männermannschaft (B-Klasse 1 ER/PEG) sowie die Damen gleichzeitig zu trainieren, hat der 29-Jährige im Moment. "Ich weiß aber nicht, wie lange das so bleibt", sagt Popp. Daher will er das Amt des Frauencoaches - ob im offiziellen Spielbetrieb oder nicht - abgeben. In Frage kommen seine Schützlinge aus dem Kreisklassenteam, die ihn bereits bei den Übungseinheiten unterstützen: Peter Kreischer, Sebastian Raab, Marc Bigott und Stephanie Massicots Mann Yann.

Die Frist zur Anmeldung für den Spielbetrieb läuft ab Anfang/Mitte Mai etwa einen Monat lang. Bis dahin müssen die FClerinnen die Entscheidung, in der Kreisklasse anzutreten, getroffen und ihre Positionen möglichst gefunden haben.

Zuvor können sie ihre männlichen Kollegen anfeuern, die in der Kreisklasse 2 gegen den direkten Wiederabstieg kämpfen. Den ersten gemeinsamen Mannschaftsabend gab es bereits im November. Und wer weiß, welche Ideen auf der ersten gemeinsamen Saisonabschlussfeier 2018 entstehen könnten?