Der Schießsport im Landkreis Forchheim muss einen einschneidenden Abgang verkraften: Erfolgscoach Stefan Düsel von der Bavaria Effeltrich beendet seine Trainertätigkeit und zieht sich aus der Liga zurück. "Es war eine schwierige Entscheidung, doch viele Dinge haben sich grundlegend verändert, so dass ich die Aufgabe für meine Schützlinge nicht mehr hundertprozentig erfüllen kann", sagte Düsel zum Saisonende gegenüber seinen Mannschaften, Betreuern und Schützen: "Wenn ich Trainingstermine aufgrund meiner persönlichen Situation nicht mehr wahrnehmen kann, wenn ich mit den Leistungsträgern und mit den Betreuern nicht mehr gezielt arbeiten kann, wenn ich an den vielen Wettkampftagen nicht bei der Mannschaft sein kann, dann leidet die gesamte Struktur darunter. Es mangelt dann an professioneller Betreuung. Dies will und kann ich so nicht verantworten."

Doch er appellierte an alle Beteiligten seines Stammvereins, die Arbeit im Team weiterzuführen, auch wenn er nicht mehr dabei ist.

Seit über 30 Jahren dabei

Düsel war seit 1983 begeisterter Sportschütze und entwickelte sich schon in jungen Jahren zu einem Schützentalent. Viele Jahre war er in seinem Stammverein Bavaria Effeltrich Leistungsträger der 1. Mannschaft und verhalf mit seinem Ehrgeiz seinen Kameraden immer wieder zu zahlreichen Erfolgen und Aufstiegen im Verein.
Im Jahr 2003 absolvierte er seine erste Trainerausbildung (C-Trainer) unter der Leitung von Sportdirektor und Ex-Bundestrainer Ralf Horneber.

2007 legte Düsel die Prüfung zur B-Trainer-Lizenz des Deutschen Schützenbundes ab und stieg in die leistungsorientierte Nachwuchsförderung ein. Seit 2004 arbeitete er bereits im Stützpunkt des Gaus Oberfranken West mit, in welchem er 2007 die Leitung als erster Sportleiter übernahm. Seither erzielten die jungen Schützen aus dem Stützpunkt viele nationale und internationale Erfolge.

Viel bei der Bavaria bewegt

Die größten sportlichen Erfolge bei seinem Stammverein Bavaria Effeltrich waren der Aufstieg in die Oberfrankenliga im Jahr 2000, der Aufstieg in die Bayernliga 2006, und zuletzt der Aufstieg in die 2. Bundesliga im Jahr 2012. In den Jahren 2010 und 2011 leitete er zudem die Bundesligamannschaft der SSG Dynamit Fürth, einem der renommiertesten Sportschützenvereine der Bundesligaszene. Dort arbeitete er mit Weltmeistern, Olympiateilnehmern und mit dem aktuellen Olympiasieger von 2012, Alin Moldoveanu zusammen. Nachdem Düsel seine Trainertätigkeit bei der Dynamit beendet hatte, besann er sich nur noch auf die Tätigkeit bei seinem Stammverein Bavaria Effeltrich. Der Olympiasieger aus Rumänien folgte ihm und wollte weiter mit ihm arbeiten. Doch jetzt, nach dem Ausscheiden von Trainer Düsel, bedeutet es auch das Ende für Moldoveanu in Effeltrich und damit der Zusammenarbeit zwischen Sportler und Trainer.

"Als Alin mit mir nach Effeltrich ging, war ich schon sehr gerührt. Als er dann 2012 in London die Goldmedaille holte, war das wohl das Größte, was einem Trainer passieren kann. Nicht, dass ich sehr viel dazu beigetragen hätte, aber dass er mit mir arbeiten wollte, das war wohl einzigartig. Auch wenn er nun wieder in der Bundesliga Fuß fassen wird, so werden wir weiterhin in Kontakt bleiben," so Düsel.

Comeback steht nicht zur Debatte

Dass Düsel jemals wieder in die Liga-Szene zurück kommen wird, hält er selbst für unwahrscheinlich. Private und gesundheitliche Einschläge stellen die Situation nun völlig anders dar, eine Vereinbarung mit dem Sport ist nicht mehr möglich. Nach 31 Jahren beendet er damit seine Sportlerkarriere als aktiver Schütze sowie als Erfolgstrainer und zieht sich damit aus den Liga- und Rundenwettkämpfen komplett zurück.