Die SpVgg Heroldsbach verteidigte zwar ihre Spitzenposition in der Kreisklasse 2 ER/PEG, durch das 1:1 in Weilersbach reicht dem Team von Trainer Stefan Hiltl am letzten Spieltag in Kleinsendelbach aber kein Remis zu Titel und Direktaufstieg. Der TSV Ebermannstadt setzte sich knapp gegen Poxdorf durch, bleibt punktgleich mit Kersbach und ist am Samstag in Effeltrich gefordert.

Die letzte Entscheidung im Abstiegskampf wurde ebenfalls auf kommendes Wochenende verschoben. Der SV Hetzles rettete sich mit einem 2:1 in Kleinsendelbach, das damit seine Chance auf die Relegation begraben musste. Neben Dormitz und Reuth wird es entweder den TSV Neunkirchen II oder Hausen erwischen. Das Fernduell wird zu einem Nahduell, denn die Kreisliga-Reserve tritt in Poxdorf an, die Spvgg in Langensendelbach.


DJK Kersbach - Spvgg Hausen 4:0

"Ich hatte ein wenig Bammel wegen der Kerwa, weil die Jungs alles selber machen, wie zum Beispiel den Baum aus dem Wald holen", äußerte sich Kersbachs Abteilungsleiter Thomas Müller nach dem "inFranken-Kick". Er hatte wohl nicht einbezogen, dass das Bier bei einem gewonnenen Spiel besser schmeckt als nach einer Niederlage und seine Fußballer deswegen der tropischen Hitze trotzten. Von Beginn an war das Spielgerät beinahe ausschließlich am Fuß eines Kersbacher Spielers. Hausen lief nur hinterher. Nachdem die Konkurrenz aus Neunkirchen bereits um 13 Uhr gespielt hatte und deren 3:1-Sieg gegen den ATSV Forchheim vor Anpfiff bekannt war, wussten die Gäste, dass sie den Klassenerhalt noch nicht sicher hatten.

DJK-Trainer Lutz Reinhold saß krankheitsbedingt zunächst auf der Bank, aber in der momentanen Phase kann die beste Rückrundenmannschaft sogar das kompensieren. Die gnadenlos aufs Feld brennende Sonne war für beide Teams ein Handicap, weswegen die Hausherren den Ball laufen ließen, denn bekanntlich ist die Lederkugel der einzige auf dem Feld, der nicht müde wird. Nach einem Ballgewinn kam Philipp Fischer an die Pille, spielte sie scharf vor das Hausener Tor, wo sie Tobias Freimuth technisch sauber zum 1:0 in die Maschen drückte (12.).

"Wenn wir das 0:0 länger verteidigen, wäre Kersbach vielleicht müde und ungeduldig geworden, aber da schalten wir eben nicht um, weil uns die Kraft dazu fehlt", bemängelte Gästetrainer Jörg Welker. Weil danach Benedikt Weismeier daneben köpfte, Florian Seeberger per Schuss am Torwart scheiterte und Freimuth nur den Rücken von Sturmpartner Florian Seeberger traf, blieb es bis zur Pause beim knappen Spielstand.

"Das lange 1:0 ist ein schweres Ergebnis, wenn du gegen einen Sturm spielst, wie ihn Hausen hat. Da kann immer ein Tor passieren. Deswegen war es wichtig, einen zweiten Treffer nachzulegen. Denn wenn irgendjemand mal schläft, steht es plötzlich unentschieden", wusste Reinhold. Seine Jungs setzten die Bitte nach einem zweiten Treffer nach dem Seitenwechsel prompt um. Matthias Zametzer spielte Fabian Kistner über links an und dieser traf mit Pfostenberührung zum 2:0 (47.).

Für Hausen, das seine Stürmer gar nicht in Szene brachte und in 90 Minuten keine einzige Chance verbuchte, war dies der Todesstoß im Derby. Kersbach hatte Gefallen an der Partie gefunden und nach einer Ecke von Daniel Rille erhöhte Freimuth auf 3:0 (57.). Der Akteur, der als einziger mit der Nimmermüdigkeit des Balls mithielt, legte das 4:0 für Florian Seeberger auf, der einen Querpass nur noch einzuschieben brauchte (64.). Die Partie war entschieden und dem Wetter geschuldet passierte nicht mehr viel.


Welker glaubt an seine Spieler

"Zur Pause war noch alles drin, aber wenn du nach Wiederanpfiff gleich das nächste Tor fängst, wird es schwierig", kritisierte Welker, dessen Mannschaft über Konter oder Standards gefährlich werden wollte. "Auch wenn es deutlich wurde, habe ich das Zutrauen an meine Spieler, dass sie die Klasse nächste Woche halten. Wir dürfen nicht vergessen, dass Kersbach die spielstärkste Mannschaft der Liga ist", lobte er seinen Ex-Verein. "Ich habe im ganzen Spiel keine Torchance von Hausen gesehen. Wir haben sehr gut mit flachen Bällen von hinten rausgespielt und den Ball eigentlich immer in unseren Reihen gehabt. Das war sehr überlegen und ich bin top zufrieden", sagte Reinhold.
DJK: Porster - Hoffmann, Winkler, Weismeier, Rille, Markus Zametzer, Matthias Zametzer, Kistner, Freimuth, Fischer, Florian Seeberger (Christian Seeberger, Liedel, Reinhold)
Spvgg: Frank - Bauer, Möhlenkamp, Petschl, Sivonjic, Rascher, Scherzer, Schmitt, Mayer, Zenk, Chousein (Klemm, Jens Welker, Hüttner)
SR: Wilfried Teichmann (FC Burk) / Zus.: 150