Wie begehrt Hauptfeldplätze beim Bauer Watertechnology Cup im House of Sports sind, bewies das Qualifikations-Turnier eindrucksvoll. 32 Spieler reisten voller Hoffnung ins fränkische Tennis-Mekka, dabei eilten allen voran die ausländischen Aktiven im Ortsteil Brand von Erfolg zu Erfolg. Die 12 gestarteten Deutschen mussten bis auf Sebastian Sachs spätestens nach dem zweiten Auftritt ihre Koffer packen.

In Nationalitäten ausgedrückt: Vier Kroaten, ein Niederländer, ein Bosnier, ein Russe und eben Sebastian Sachs kamen in die dritte Runde, die gestern Mittag vor dem offiziellen Start des Hauptfeldes ausgetragen wurde. Aber auch für den 22-jährigen Sachs wuchsen die Bäume nicht in den Himmel, das glatte 2:6, 2:6 gegen den an Nr. 6 gesetzten Denis Matsukevich verhinderte seinen Einzug ins 32er-Hauptfeld.
Damit bleibt es bei neun deutschen Teilnehmern, die mit um die insgesamt 35 000 Euro und wertvolle ATP-Punkte kämpfen.

Die Schläger der Qualifikationssieger waren gerade eingepackt, da startete postwendend das Hauptfeld - mit zwei Zwei-Satz-Siegen. Während der an Nr. 3 gesetzte Türke Marsel Ilhan gegen den Slowaken Jozef Kovalnik erheblichen Widerstand überwinden musste, ehe sein enger 6:4, 7:5-Erfolg feststand, hatte der namhafte Sergei Bubka nur anfangs Schwierigkeiten. In einem ukrainisch-ukrainischen Duell lag er gegen Denys Molchanov 2:3 zurück, donnerte die gelbe Filzkugel beim Seitenwechsel mit brachialer Gewalt gegen die Wand - der Sohn des sechsfachen Stabhochsprung-Weltmeisters und Olympiasiegers schien zu wackeln. Weit gefehlt: Bubka wirkte in der Folgezeit wie befreit und gab nur noch ganze zwei Spiele ab (6:3, 6:2). Der in Monte Carlo lebende Osteuropäer, der vor drei Jahren ein Karriere-Hoch auf ATP 145 hatte, agierte überhaupt nicht wie seine aktuelle Weltranglistenposition vermuten könnte. Als Nr. 1492 (eine Verletzung warf ihn weit zurück) wird der 27-Jährige derzeit geführt, unabhängig davon ist ihm im Achtelfinale Mitte der Woche noch einiges zuzutrauen. Dass er in Eckental ohne Quali ins Hauptfeld kam, ist seinem Status "Protected Ranking" zu verdanken, was heißt, dass sein Platzierungs-Stand vor der Verletzung "eingefroren" wird.

Wie gewohnt herrscht am Dienstag Großkampftag in Eckental: Allein acht Einzel (ab 11 Uhr) werden gespielt, dazu vier Doppel. Im Fokus stehen die beiden auf dem Center Court ab 17 Uhr angesetzten Begegnungen: Zunächst treffen mit Kevin Krawietz und Matthias Bachinger zwei bayerische Spieler aufeinander, anschließend gegen 18.30 Uhr ist der erste Auftritt des topgesetzten Dustin Brown auf dem Spielplan. Der Nadal-Bezwinger von Halle hat keine leichte Aufgabe vor sich; er muss den Weißrussen Uladzimir Ignatik (im Vorjahr an Nr. 2 gesetzt) in Schranken weisen, wenn er den ersehnten Eckental-Triumph verwirklichen will.