Pünktlich zum Saisonendspurt bekommen einige Mannschaften ungeliebten Besuch. Das Abstiegsgespenst ist zurück und treibt auf den Sportplätzen der Kellerkinder sein Unwesen. Am Sonntag spukt es in Großenseebach, wo der heimische FSV im "inFranken-Kick" die SpVgg Heroldsbach empfängt. Beide Teams trennt nur ein Punkt, der Verlierer steht nach Abpfiff in jedem Fall unter dem Strich.


Kreisliga 1 ER/PEG: FSV Großenseebach (14.) -SpVgg Heroldsbach (13.)

Das Kellerduell, das am Sonntag um 15 Uhr angepfiffen wird, ist der Inbegriff eines Sechs-Punkte-Spiels. Gewinnt der Gast, beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang vier Zähler. Diesen belegen wiederum die Hausherren, die mit einem Heimerfolg die Spielvereinigung in die Gefahrenzone befördern könnten. SpVgg-Abteilungsleiter Dirk Mideck ist sich der Bedeutung des Spiels bewusst, an eine Vorentscheidung glaubt er allerdings nicht: "Wir haben noch alles selbst in der Hand. Wir stehen über dem Strich und wollen das nach der Partie bleiben." Trotzdem werde der Ligaverbleib nicht am Sonntag entschieden. "Es kristallisiert sich heraus, dass mehrere Teams bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg kämpfen werden", sagt der 44-Jährige.

Trainer Stefan Hiltl kann weitgehend aus dem Vollen schöpfen, lediglich hinter drei angeschlagenen Spielern stünden Fragezeichen. Die Mannschaft habe sich auf das Kellerduell bestmöglich vorbereitet und sei top motiviert. "Auch wenn die letzten Ergebnisse negativ waren, sind die Jungs heiß", erklärt Mideck. "Ich hoffe auf ein faires Spiel, in dem der Kampf im Vordergrund stehen wird. Es werden Kleinigkeiten entscheidend sein."

Ein Faktor könnte die Erfahrung des FSV sein. Die Hausherren befinden sich im neunten Kreisliga-Jahr, Abstiegskampf ist für die "Seebacher" kein Fremdwort, wie der Heroldsbacher Abteilungsleiter weiß: "Die Gastgeber haben uns eine Sache voraus. Sie kennen den Abstiegskampf in der Kreisliga. In den letzten Jahren haben sie oft bis zum Rundenende um den Klassenerhalt gekämpft, auch wenn jetzt ein neuer Trainer und ein paar neue Spieler dazugekommen sind."

Heroldsbach zahle als Aufsteiger noch Lehrgeld, wenngleich die SpVgg immer wieder für eine Überraschung gut war. Bestes Beispiel ist der 4:2-Sieg gegen die SpVgg Zeckern vor vier Wochen. "Wir sind nach dem Winter sehr gut gestartet, leider war genau der überraschende Erfolg in Zeckern ein Knackpunkt. Danach haben wir kein Spiel mehr gewonnen", berichtet Mideck, dessen Team aus den folgenden sechs Partien nur einen Punkt holte. "Ich hätte lieber gegen Zeckern verloren und gegen die Konkurrenz gepunktet."

In Großenseebach wartet der Tabellennachbar, ein Sieg wäre für Heroldsbach doppelt wertvoll. FSV-Teammanager Dominik Seeberger will dies natürlich verhindern, auch er erwartet ein enges Spiel. "Wir stellen uns auf ein Kampfspiel ein. Das heißt, von Anfang an den Kampf annehmen und die Räume für den Gegner eng machen", gibt der 26-Jährige aus. Personell habe sich die Situation bei den Hausherren etwas entspannt, wenngleich weiter wichtige Spieler fehlten. Zudem sei der ein oder andere Akteur angeschlagen.

Von einer Favoritenrolle für die abstiegskampf-erprobten "Seebacher" will Seeberger indes nichts wissen, ohnehin gebe es im Verein nur ein Ziel: den Klassenerhalt. "Ich glaube nicht, dass man da von einem Vorteil sprechen kann", stellt Seeberger klar. "Aber für uns ist es ein riesiger Ansporn, in der kommenden Saison das zehnte Jahr Kreisliga zu spielen."