Mit der Aufforderung an die Fraktionen, nach Sparpotenzialen zu suchen, wo es nur geht, ging der Finanzausschuss des Stadtrats auseinander. Denn im Verwaltungshaushalt 2021, so der Baiersdorfer Kämmerer Hans Müller , klafft eine große Lücke. Statt Summen aus Steuer- und sonstigen Einnahmen der Stadt in den Vermögenshaushalt, also den Investionen, zuzuführen, muss der Kämmerer eine Lücke von fast einer Million schließen.

Sie resultiert aus drei Bereichen. Zum einen wird die Gewerbesteuer um rund 400 000 Euro einbrechen. Bei der Einkommensteuer ist mit einem Minus von 350 000 Euro zu rechnen. Auf der anderen Seite steigen die Personalausgaben. Wegen Lohnsteigerungen und Höhergruppierungen langjähriger Mitarbeiter oder Stellenmehrungen. Diese Summe liegt im einkalkulierten Rahmen.

Aber im Herbst wird der Kindergarten "Kinderreich" in Igelsdorf seinen Betrieb aufnehmen, mit einer zusätzlichen Gruppe. Und das bedeutet: vier Betreuerinnen mehr. Insgesamt steigen die Personalkosten um 350 000 Euro, die wegen der sinkenden Steuern nicht mehr abgefangen werden können. Müller muss ein Defizit von rund 300 000 Euro aus dem Vermögenshaushalt ausgleichen. Flössen die Steuern wie ursprünglich erwartet, hätte er eine hohe sechsstellige Summe dem investiven Bereich zuführen können.

Zehn Millionensind schon verplant

Bis dato sind dort Investitionen von rund zehn Millionen Euro geplant. Man denke nur an die geplante Schulerweiterung bzw. Schulneubau. Oder die Sanierung eines Stücks der Bahnhofstraße im Anschluss an die sanierte Judengasse, Restkosten für die Erneuerung der Hauptstraße ... und beim Kindergarten stehen auch noch Rechnungen für die Gewerke aus, die bis September zur Betriebsaufnahme noch zu erledigen sind.

Für Investitionen ist eine Kreditaufnahme von zwei Millionen Euro vorgesehen. Gleichzeitig tilgt Baiersdorf Darlehen in Höhe von 750 000 Euro, so dass eine Netto-Neuverschuldung von 1,25 Millionen Euro im Raum steht.

Konsenssuche ist die Aufgabe

"Was kann von den geplanten Investionen weg? Was kann in die Zukunft geschoben werden, was kann ganz gestrichen werden?" Das ist die Aufgabe, die Müller allen Ratsmitgliedern mitgab. Er erwartet viele Beratungen über eine Sparliste, bis ein Konsens gefunden ist.