Erst hochstrampeln, dann hinuntersausen. Von oben den Ausblick genießen oder in wunderschönen Tälern radeln. Wer sich in der Fränkischen Schweiz aufs Rad schwingt, kann viel erleben. Mein erstes Mountainbike-Abenteuer in der Fränkischen führt mich 40 Kilometer bergauf und bergab durchs Wiesent- und Aufseßtal.

Burgruinen-Stürmer: Von Gasseldorf nach Muggendorf

Die Tour beginnt (noch) gemütlich an der Filialkirche St. Maria in Gasseldorf. Bei schönstem Sommerwetter radelt es sich angenehm entlang der Wiesent zum Streitberger Bad. Doch die erste Herausforderung steht bevor: Der steile Anstieg durch den Wald hoch zur Burgruine Neideck will bewältigt werden. Trotz der aufmunternden Worte einiger Wanderer muss ich kurz vorher doch noch absteigen und das Bike ein Stück schieben. Aber der Panoramablick von den Felsmauern ins grüne Tal entschädigt für die Strapazen.

Im Wald ist der Startpunkt für mein erstes Trail-Erlebnis: Von der Neideck führt ein fast zwei Kilometer langer Pfad zum Trainmeuseler Brunnen. Der Singletrail entlang des Hanges ist angenehm zu fahren und macht richtig Spaß. Nach Trainmeusel wartet der nächste, herausforderndere Trail, der zum Aussichtsfels Frauenstein und hinunter nach Muggendorf führt. Der teils steile Pfad sowie einige Treppen sind etwas für Mountainbike-Profis, ich musste an zwei Stellen absteigen. Aber es gibt auch die Möglichkeit, über Waldwege abzufahren oder von Trainmeusel direkt die Straße nach Muggendorf hinunterzusausen.

Entspannt entlang der Wiesent: Von Muggendorf nach Behringersmühle

Entspannter aber landschaftlich ebenso spannend ist das Radeln durch das sommerliche Wiesenttal. Auf meist geschotterten Wegen fahre ich entlang der Wiesent flussaufwärts. Flankiert von Felsen, Bahnschienen, satten grünen Wiesen und glitzerndem Wasser macht das Radfahren richtig Laune: Ich rollte mit dem Fahrrad gemütlich die neun Kilometer nach Behringersmühle. Mit stetem Tempo und wenigen Steigungen kann man die schöne Tallandschaft richtig genießen. Zur Abkühlung laden Biergärten ein, die seit einer Woche geöffnet haben.

Kampf bis zur Weißen Marter: Von Behringersmühle nach Doos

Das Energie-Auftanken kommt genau richtig: Von Behrringersmühle kämpfe ich mich auf Waldwegen steil bergauf nach Kohlstein. Doch die Tour führt noch höher bis Hungenberg. Von hier starte ich auf Singletrails in Richtung Ailsbach und schlängele mich über Stock und Stein nach Unterailsfeld. Nächstes Ziel: Köttweinsdorf. Nach einer anstrengenden Etappe in der prallen Sonne ruhe ich mich zwischendurch bei der Weißen Marter aus. Über tolle, aber herausfordernde Trails geht es bergab nach Doos. Rund um Köttweinsdorf kommen Mountainbiker voll auf ihre Kosten.

Der Pavillon ruft: Von Doos bis nach Streitberg

Die letzte Etappe führt durchs idyllische Aufseßtal: Bei gutem Wetter tummeln sich auf den schmalen Pfaden entlang von blühenden Wiesen viele Wanderer und Biker, deshalb sollte man umsichtig fahren. Nach einem anstrengenden Bergstück nach Voigendorf radel ich über Oberfellendorf bis zum letzten großen Highlight der Tour: Der Pavillon über Streitberg. Von hier führt ein schwieriger Trail hinunter, für den es viel Mountainbike-Können braucht.

Das Fazit meines Bike-Abenteuers: Egal ob sehr sportlich oder entspannt; hoch hinaus, steil bergab oder rollend im Tal - Es lohnt sich definitiv die Fränkische Schweiz auf zwei Rädern zu erkunden.

Informationen zur Wiesenttal-Rundtour

Länge: 40 km

Höhenmeter: 890

Beschreibung: Wer die ganze Runde am Stück fahren möchte, muss viel Kondition mitbringen. Aber die Strecke lässt sich prima in Etappen, beziehungsweise einzelne Touren aufteilen:

1. Gasseldorf-Muggendorf

2. Muggendorf-Behringersmühle

3. Behringersmühle-Doos

4. Doos-Streitberg