Er soll dafür sorgen, dass die Kosten für die Sanierung des Ehrenbürg-Gymnasiums, des Gymnasiums Fränkische Schweiz und der Georg-Hartmann-Realschule nicht ausufern. Zudem soll er sämtliche Arbeiten koordinieren und darauf achten, dass die Vorhaben möglichst rasch abgeschlossen werden. Die Rede ist von einem Projektmanager, der im Auftrag des Landkreises die Planung und Ausführung der Maßnahmen überwacht.
Grundsätzlich sind sich die Mitglieder des Kreistages einig, bei der Sanierung der Landkreis-Schulen auf den Erfahrungsschatz eines Projektmanagers zurückzugreifen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass so eine Maßnahme ohne Projektsteuerung durchgezogen wird", erklärt Reinhard Hautmann, Geschäftsführer des Klinikums Forchheim. Er habe beim Neubau des Krankenhauses - ein 76-Millionen-Euro-Projekt - nur positive Erfahrungen mit dem Projektsteuerer der Assmann GmbH in München gemacht.


Koordination ist alles

"Bei so einer Großbaustelle muss ein Rädchen ins andere greifen. Jede zeitliche Verzögerung bedeutet Mehrkosten", verdeutlicht der Krankenhaus-Manager. Er habe die Rechnungen stets sofort überwiesen und durch Skonto allein 1,3 Millionen Euro eingespart.
Statiker, Fachingenieure und Baufirmen zu koordinieren, sei ein Vollzeit-Job. "Natürlich könnte das auch ein fachlich versierter Mitarbeiter des Landratsamtes leisten, doch dieses entsprechend qualifizierte Personal muss erst einmal da sein", gibt Hautmann zu bedenken.
Das weiß auch Landrat Reinhardt Glauber (Freie Wähler), der angesichts der Arbeitsbelastung seiner Bauamts-Mitarbeiter zu einer externen Lösung tendiert. "Mit dem Vorteil, dass diesem Berater Unvoreingenommenheit, politische Neutralität unterstellt werden darf", betont Pressesprecherin Kathrin Schürr. Derzeit, so bestätigt sie, sei die Verwaltung dabei, die Modalitäten zu prüfen, denn der Bau-Manager soll sich durch seine Einsparungen weitgehend selbst finanzieren. Die Mitglieder des Bauausschusses konnten sich bei der jüngsten Sitzung auf keines der drei Büros einigen, die eine Projektsteuerung angeboten hatten. Daraufhin erhielt die Verwaltung den Auftrag nachzuverhandeln. Diese Gespräche laufen derzeit. "Bereits Ende nächster Woche könnte der Auftrag erteilt werden", zeigt sich Schürr zuversichtlich.

Im Auftrag des Bauherrn

"Ein Projektmanager ist nichts anderes als der verlängerte Arm des Bauherrn", verdeutlicht Reinhard Hautmann. Und eine große Hilfe, denn der Projektmanager kann auch dem Architekten auf die Finger schauen. Qualität und Quantität der Maßnahmen müsse ein Projektmanager ebenso im Fokus haben wie die Organisation und den Terminplan, verdeutlicht Michael Goronczy (50), der seit 24 Jahren in diesem Metier tätig ist.
Bei solchen komplexen Großprojekten würden die Bauherren mit einer Fülle von Fragen bombardiert, angefangen von der Definition was unter "gesunde Luft" zu verstehen sei bis zur Auswahl der Fenster oder der Armaturen. Hier zahle sich der Wissensvorsprung des Projektmanagers für den Bauherrn aus.

Fakten aufbereitet

"Ich liefere meinem Auftraggeber entscheidungsreif aufbereitete Unterlagen", erklärt Goronczy,d er auch ein wachsames Auge auf die Vertragsgestaltung mit den Beteiligten hat. Da bei öffentlichen Bauvorhaben immer der günstigste Anbieter den Zuschlag bekommen muss, komme es immer wieder vor, dass ein beauftragtes Unternehmen Insolvenz anmelden muss. "In diesem Fall muss jemand da sein, der weiß, was zu tun ist. Er muss sich darum kümmern, dass eine andere Firma den Auftrag zu Ende führt, dass es zu möglichst geringen zeitlichen Verzögerungen kommt und dass der Bau deshalb nicht teurer wird", erklärt Goronczy die Aufgaben.
"Die Wechselbeziehungen von Entscheidungen transparent machen", nennt dies der Geschäftsführer des Klinikums Forchheim, Reinhard Hautmann.