Altes Wissen - unter diesen Oberbegriff kann man ganz viele der Angebote am Kreisgartenbautag einordnen. Von den üppig wuchernden bepflanzten Kübeln aus der Obhut mehrerer örtlicher Gartenbauvereine bis zum Pflanzendoktor und schmackhaften Gerichten aus Obst und Gemüse.
Ein besonderes Teilgebiet beackert David Gareis: den Zunderschwamm, der auch Wund- oder Chirurgenschwamm genannt wird. "Bis Anfang des 20. Jahrhunderts konnte man ihn unter dem Namen Zunderlappen in der Apotheke kaufen." Man legte ihn zur besseren Heilung auf Wunden.
Ist daran etwas dran? Das war die Ausgangsfrage für die Firma Zunderschwamm Naturprodukte. Mit heutigen analytischen Methoden erforschte sie den Schwamm, der an Buchen und Birkenstämmen wächst. Seine Gerüstsubstanz sind Betaglucane. Eines davon heißt Glucaneo - und es hat heilende Wirkung. Das hat die Firma in vergleichenden Versuchen nachgewiesen.
Sie verarbeitet diesen Wirkstoff zu Körperlotion und Gesichtscreme, die Schutz vor Rötungen, ja sogar vor Sonnenbrand bieten. "Das Glucaneo unterstützt die Freisetzung von Zytolin IL-8", erklärt Gareis. Was da gar so chemisch klingt, ist die Bezeichnung für eine hauteigene Substanz, die Hautrötungen entgegen wirkt. Und die bekannteste ist nun mal der Sonnenbrand.
Das lässt sich nur in Form einer Schautafel erläutern. Doch Gareis hat auch etwas zum Anschauen dabei. Er kann mit einem Stückchen Zunderschwamm Feuer schlagen - so richtig nach Methode Steinzeit mit einem Flintstück. Neben diesen Utensilien liegt ein gelbbrauner Hut. "Auch er ist aus Zunder", verrät Gareis. Dazu wird die oberste Schicht des Schwammes gekocht und weiterverarbeitet, zeigt er anschaulich. Von Natur aus ist der Schwamm, der so markant aus Baumstämmen wächst, recht hart. Nach der Behandlung eher lappig weich. Deswegen hat man aus ihm auch kleine Kunsthandwerke hergestellt. Hübsch ist das Beispiel aus. Nur hat es einen Nachteil: Es ist im wörtlichen Sinn brandgefährlich.
Dann lieber doch mal weiter schauen, zu den Obstbränden und dem Zwetschgensortiment, das die Mitarbeiter der Obstbauversuchsanlage in Hiltpoltstein mitgebracht haben.