In der Nacht auf Dienstag sind etwa 100 Quadratmeter des mit Stroh bedeckten Erdwalls abgebrannt, der bei Sollenberg um die Abbaufläche des Steinbruchs der Firma Endreß angebracht worden war.
Die gegen 1.30 Uhr alarmierten Feuerwehren aus Sollenberg und Weißenohe hatten den Brand nach einer halben Stunde gelöscht. Aber auch sie konnten nicht verhindern, dass etliche der dort frisch angepflanzten jungen Bäume und Büsche verbrannten. Über die Schadenshöhe ist noch nichts bekannt.
Vor Ort waren die Polizei und Kreisbrandmeister Ludwig Baumann. "Ein Bäcker, der zu dieser Stunde in die Arbeit fuhr, entdeckte den Brand und alarmierte die Leitstelle in Bamberg", sagte Alfred Heid, Kommandant der Feuerwehr Sollenberg. Die Brandursache ist nach seinen Angaben noch völlig offen. Am Tag nach dem Brand zog es Ludwig Baumann nochmals an den Brandort zurück.
Er ist nicht nur Kreisbrandmeister, sondern arbeitet bei der Firma Endreß als Betriebsschlosser. "Hier sieht man noch einen Stummel", sagt er und deutet auf einen verkohlten Ast.

Wie fallende Dominosteine

Manche der frisch angepflanzten Büsche oder Bäume sind komplett abgebrannt, andere Büsche sind völlig verkohlt. Um die Abbaufläche des Steinbruchs war auf einer Länge von etwa 300 Meter ein Erdwall aufgeschüttet und mit kleinen Bäumen und Büschen bepflanzt worden.
Zuletzt war zum Schutz vor Kälte und Austrocknung noch eine dicke Strohschicht auf den Erdwall und den angepflanzten Büschen ausgebreitet worden. "Das Stroh war der Witterung entsprechend trocken", sagt Baumann.
Das Feuer hätte sich wie ein schnell ausgebreitet. Umfallende Dominosteine fallen Baumann als Vergleich ein. Dass sich das Stroh von selbst entzündet haben könnte, glaubt Baumann nicht. Auch eine achtlos dort hingeworfene Zigarette hält er für eher unwahrscheinlich.

Keine Hin weise auf eine Racheaktion

Auf der anderen Seite schließt Baumann zum jetzigen Zeitpunkt aber auch aus, dass sich hier jemand bewusst an der Firma Endreß für die geplante Erweiterung des Steinbruchs rächen wollte. "Bei diesen Gesprächen wurde die Bevölkerung mit einbezogen und man hat sich einvernehmlich geeinigt", sagt Baumann. In Sollenberg macht inzwischen ein ganz anderer Satz die Runde: "Es war wieder Dienstag."
Was ist damit gemeint? In diesem Frühjahr hat es in der Gegend um Gräfenberg bereits mehrmals gebrannt. Zum Beispiel in der Gräfenberger Bahnhofsstraße oder eine Scheune in der Egloffsteiner Straße. Und immer war es ein Dienstag, als das Feuer ausgebrochen ist.