Spaziergänger hatten am späten Samstagnachmittag einen schillernden Ölfleck auf der Kalkach, bei der ersten Einbiegung nach Weißenohe, entdeckt und sofort die Wasserschutzpolizei informiert. Im strömenden Regen brachte die Feuerwehr Weißenohe und das THW Forchheim per Boot Ölsperren an, um die Verschmutzungen im Wasser aufzufangen.

Die Quelle des Ölteppich: ein Privatgulli

Die Verschmutzung konnte zu einem Privatgulli auf dem Grundstück eines ehemaligen Fuhrunternehmers im Industriegebiet zurückgeführt werden.

"Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände", sagt Elmar Mackert, Leiter der Wasserschutzpolizei zum aktuellen Ermittlungsstand. "Es ist ein alter Gulli, der nicht gereinigt wurde", erklärt Mackert. Auf dem Fuhrparkgelände seien Fahrzeuge behandelt und gefettet worden. Durch Regen gelangten diese Rückstände von Fett- und Ölschmiere in den Gulli.

Da er in den letzten Jahren nicht gereinigt wurde, sammelte sich die Schmiere dort an und wurde mit der ebenfalls eingespühlten Erde zu einer konzentrierten Schlicke.

Starkregen führte zum Unglück

Der Starkregen der vergangenen Tage führte nun dazu, dass der Inhalt des Schachts hochgedrückt und in die Kalkach eingespült wurde. Denn während Fäkalienwasser in die Kläranlage geleitet wird, wird Oberflächenwasser in die Bäche entwässert.

Der Starkregen war damit Glück im Unglück, denn so wurde die Wasserschutzpolizei auf die Verschmutzung aufmerksam, ehe schlimmere Schäden an der Natur entstehen konnten. Außerdem verdünnte der Niederschlag die Schlicke stark.

Bisher keine toten Fische entdeckt

Um zu verhindern, dass weiterer Regen die Ölschlieren allerdings wegschwemmt, wurden mehrere Absperrungen an unterschiedlichen Schläuchen angebracht.

Bei der Aktion mit dabei war auch Stefan Hack, Leiter der Abteilung Wasserrecht vom Landratsamt Forchheim. Tote Fische wurden nicht gefunden. Zudem: "Gewässer haben auch eine Selbstreinigungskraft", sagt Hack.

Die Schläuche jedenfalls werden noch einige Tage im Wasser bleiben, um alle Verunreinigungen und "Nachblutungen", so nennt man Reste, die sich in den Gebüschen im Gewässer befinden, einzufangen.

Auch Folgemaßnahmen wurden seitens des Landratsamts benannt. So muss die Gemeinde mit dem Saugwagen den Kanal spülen, auch die Betreiber müssen den Kanal und ihre Hofeinläufe reinigen.

Ermittlungen aufgenommen

"Es war keine mutwillige Einleitung und kein Gemeindeverstoß", stellt Mackert fest. Dennoch: Eigentum verpflichtet, und so sind Hausbesitzer für die Reinigung der Privatgullis auf ihrem Grundstück verantwortlich.

"Eine unterirdische Tankanlage lag nicht vor", informiert Hack. Das konnte bereits durch die Lagerkartei ermittelt werden. "Alle gefährlichen Stoffe über 1000 Liter müssen angezeigt werden", erklärt Hack. Manche Stoffe bereits unter einhundert Litern. Diese sind alle in der Lagerkartei verzeichnet.

Die Hofbesitzer jedenfalls müssen sich nun strafrechtlich verantworten. Die Ermittlungen laufen.