Mit den Nummern 141 265 bis 141 369 - nach einer Erhebung der Gewerkschaft Verdi fehlen 162 000 Beschäftigte - machten Angestellte des Klinikums Forchheim und der Klinik Fränkische Schweiz auf die bundesweite Personalnot in Krankenhäusern aufmerksam.

"Wir haben am Vormittag noch einmal auf die bundesweite Protestkette hingewiesen und die Mitarbeiter aufgerufen, sich in ihrer Mittagspause an der Aktion zu beteiligen", erklärt Personalratsvorsitzende Renate Leupold. "Es muss ein allgemein verbindlicher Personalschlüssel in der Pflege her", fordert Leupold. Dafür müsse die Politik sorgen. Ein Pflege-Förderprogramm, das für ein Krankenhaus wie Forchheim eine Stelle mehr bringe, sei inakzeptabel, erklärt die Personalratsvorsitzende, die sich besonders freute, dass sich auch Ärzte der Demonstration anschlossen.

Mitarbeiter, die erst um 15 Uhr Dienstbeginn hatten, waren zwei Stunden früher gekommen, um auf den Personalnotstand an Deutschlands Kliniken hinzuweisen. Andere waren gekommen, obwohl sie an diesem Tag frei hatten.

Aus Sicht von Geschäftsführer Reinhard Hautmann wäre der Forchheimer Protest nicht nötig gewesen. "Bei uns ist alles in Ordnung. Im Gegensatz zu anderen Häusern setzen wir die politischen Vorgaben um. Bei uns werden keine Bereiche ausgelagert und wir bezahlen die Mitarbeiter nach Tarif."

Weihnachtsgeld gestrichen

Während in Kliniken in der näheren Umgebung den Pflegekräften sogar das Weihnachtsgeld gestrichen werde, seien derartige Eingriffe in Forchheim "kein Thema. Wenn andere Häuser ihre Schulen schließen, ist die logische Konsequenz, dass es weniger Pflegekräfte gibt". Er könne aber verstehen, so Hautmann, dass die Angestellten des Klinikums Forchheim das bundesweite Anliegen ihrer Kollegen unterstützten.

In Ebermannstadt formulierten Pflegekräfte der Klinik Fränkische Schweiz: "Mehr von uns ist besser für alle." Hier beteiligten sich nach Angaben der Betriebsratsvorsitzenden Waltraud Bürkner über 30 Mitarbeiter.
Verdi-Gewerkschaftssekretär Christian Ascherl kritisierte: "Die Regierung kennt die dramatischen Auswirkungen der Personalnot für die Patienten und handelt nicht danach."

Er zeigte sich entsetzt, dass die Bundesregierung mit ihrem geplanten Pflege-Förderprogramm die Gefährdung von Patienten "wissentlich in Kauf" nehme. Notwendig sei ein Personalschlüssel, der eine ausreichende Pflege der Patienten garantiere und die adäquate Finanzierung der Pflegekräfte regele.