Bürgermeister Paul Steins sagte im Poxdorfer Gemeinderat einleitend, er habe zwei schlechte und eine gute Nachricht, und er werde mit den schlechten Nachrichten anfangen: Es gab Streit mit dem Effeltricher Fosanochtsverein.

Man habe sich für die Theateraufführung Ende November Stühle geliehen, die auf dem Rücktransport von Poxdorf nach Effeltrich angeblich beschädigt worden seien. Das seien aber unberechtigte Vorwürfe, so der Bürgermeister, denn der beim Transport benutzte Stuhlwagen habe diese Abschabungen am Holz verursacht. Außerdem habe er herausgefunden, dass es diese Schäden schon lang gebe: Das habe er auch mit Fotos von Jahre zurückliegenden Veranstaltungen beweisen können.

Und Steins bewies es im Gemeinderat erneut. Er zeigte die Fotos, was allgemeine Heiterkeit auslöste. Zusammenfassend sagte Steins: "Doch die Verstimmung bleibt, und wir werden uns deshalb wohl 150 Stühle anschaffen müssen, damit wir bei der nächsten Theateraufführung allen Zuschauern Sitzplätze anbieten können."

Außerdem konnte der im Kreuzbach tätige Biber immer noch nicht am Bau immer neuer Dämme gehindert werden. Man überlege nun, ob man ihn mit einer Wasserumleitung durch einen Nebenkanal so verwirren könne, dass er die Gegend verlasse.

Die gute Nachricht glich dann aber jeglichen Frust aus: Telefonisch sei ihm, so Steins weiter, der heuer so frühzeitig eingereichte Poxdorfer Haushalt genehmigt und Zustimmung zum vorzeitigen Baubeginn des neuen Kindergartens signalisiert worden.

Vorzeitiger Baubeginn bedeute, dass bis zum 1. Juni dieses Jahres mit dem Bau begonnen werde, das wiederum bedeute, dass die Ausschreibungen getätigt worden sein müssten. Der Neubau wird rund 3,72 Millionen Euro kosten. Davon werden knapp 2,6 Millionen Euro als förderfähig betrachtet, so dass bei einer Förderung von 57,76 Prozent nach dem Finanzausgleichsgesetz (FAG) mit 1,5 Millionen Euro Fördergeldern gerechnet werden könne.

Dazu könnten etwa 300 000 Euro aus einem Programm für Kinderbetreuungsfinanzierung kommen, da der neue Poxdorfer Kindergarten für je eine zusätzliche Krippen- und Kindergartengruppe ausgelegt sei.

Sanierte Boulebahn soll die Kommunikation fördern Mitte Dezember hatte die SPD-Fraktion und Ökologen im Gemeinderat beantragt, den Spielplatz Poxdorf-Ost am Amselweg zu verbessern und ihn mit Sportgeräten auch für Erwachsene zu einem generationenübergreifenden Freizeitplatz umzugestalten. Mitte Januar kam dann noch der Antrag eines Poxdorfers auf Sanierung der dortigen Boulebahn hinzu, da es im Ort eine Gruppe von r acht Boulespielern gebe, die dort ab April wieder spielen möchten.

Auch um eine zweite Bank wurde gebeten. Abschließend schrieb der Antragsteller: "Boule spielen bietet zwei große Vorteile: Es schult die Beweglichkeit und es schafft Zusammenhalt im Dorf, weil sich die Bürger besser kennenlernen." Beide Anträge wurden von den Räten wohlwollend aufgenommen.

Haushalt steht schon

Geschäftsstellenleiter Mario Kühlwein wandte jedoch ein, dass der Haushalt 2020 bereits erstellt sei und Ausgaben für neue Sportgeräte und die Sanierung der Boule-Bahn darin nicht vorgesehen seien. Er schlug deshalb vor, Kostenschätzungen einzuholen, nach eventuell möglichen Fördergeldern zu suchen und die beiden Projekte auf das Haushaltsjahr 2021 zu verschieben.

Da die meisten Räte das bedauerten, schlug Monika Martin (FW) vor, die beiden Anträge zu trennen, sich zunächst nur auf die Sanierung der Boule-Bahn zu konzentrieren und zu überlegen, ob die Gemeinde die dafür nötigen Kosten von rund 1500 Euro nicht doch irgendwie verkraften könne.

Baumschulbesitzer Johannes Schmitt versprach, ein kostengünstiges Angebot für die Sanierung des Belags der Boulebahn zu machen, und Waldemar Welker vom Ingenieurbüro für Bauwesen (Poxdorf) sagte zu, die Bank zu stiften.

Daraufhin beschloss der Gemeinderat einstimmig, dem Antrag auf Überholung der Boule-Bahn zuzustimmen und die im Haushalt nicht vorgesehenen 1500 Euro zur Verfügung zu stellen. Die Umgestaltung des Spielplatzes soll dagegen auf 2021 verschoben werden.

Gesamtkonzept für Friedhofssanierung wurde vorgestellt

Der Bürgermeister unterrichtete die Räte über den Stand der Friedhofssanierung. Vor wenigen Tagen hatte ein Treffen mit Elke Döhler vom Planungsbüro für Landschaftsarchitektur (Bamberg) stattgefunden, bei dem folgende Vorschläge erarbeitet wurden: An der nach Kersbach führenden Pfarrer-Geiger- Straße sollen zwei zusätzliche Laternen aufgestellt werden, damit Friedhof und Parkplatz bessere beleuchtet werden. Aus Brandschutzgründen sollen die Müllcontainer nicht - wie bisher vorgesehen - im Gang zwischen der Aussegnungshalle und dem WC-Gebäudeteil ihren Platz finden, sondern am Ende des breiten Wegs zwischen der Halle und den Gräbern. Auf dem Parkplatz wird in einem Container Split zur Verfügung gestellt, den die Grabeigner um ihre Gräber herum ausstreuen können, so dass ein einheitlicheres Bild entsteht. Die Wege des Friedhofs erhalten Drainagen. Alte Grabmale werden bewahrt und in den Bereich der Rasengräber versetzt.

Statt der Thuja-Hecke wird eine 1,20 Meter hohe Buchenhecke den Friedhof eingrenzen. Die Sandsteinmauer im Osten wird saniert, wobei der zerbröselnde gemauerte Teil durch eine mit Sandsteinplatten abgedeckte Betonmauer ersetzt wird; zwischen dem Parkplatz und dem Vorplatz der Aussegnungshalle wird zwischen zwei Betonklötzen ein schlichtes, schmiedeeisernes Tor installiert. Nach einigen detaillierten Fragen nahm der Gemeinderat die Vorschläge zustimmend zur Kenntnis. ni