Der Richter hat "die Entscheidung des Stadtjugendamtes über die Herausnahme eines Kindes aus der Pflegefamilie als begründet und notwendig bewertet" - so ist es im Erlanger Rathaus-Report nachzulesen. Und weiter: "Der Antrag der Pflegemutter, das Kind wieder in Obhut der Pflegefamilie zu geben, wurde zurückgewiesen." Für Edeltraud Höllerer, Leiterin des Stadtjugendamtes, scheint Klarheit geschaffen: Eine Rückführung des Kindes zur Pflegemutter scheide damit aus. Die Pflegemutter sieht es anders: "Das ist nicht das Ende. Wir gehen in die nächste Runde und stellen den Antrag auf Verbleib des Kindes in der Pflegefamilie", sagte Sonja Beierl am Mittwoch inFranken.de.

Sie beklagt, dass sie in dem Verfahren zwar "eine Stellungnahmen abgeben konnte, aber nicht persönlich aussagen durfte". Sonja Beierl bezweifelt, dass sich der Richter ein "komplettes Bild" der Lage machen konnte.
"Viele Sachen sind nicht aufgenommen worden", kritisiert die Pflegemutter. Sie wundert sich, dass sich das Gericht auch auf die Aussagen des Pflegekindes stütze, obwohl die Siebenjährige unter "dissoziativen Störungen" leide. Die Bedenken des Richters "an der Geeignetheit der Pflegeperson" könne sie auch deshalb nicht akzeptieren, sagt Sonja Beierl, weil sich diese "Bedenken" teils auf die heimlich abgelauschten Protokolle der Schul-Begleiterin beziehe.

Christian Held (Sachgebietsleiter besondere Sozialdienste in Erlangen) betonte am Mittwoch: "Das Gericht geht davon aus, dass das Vorgehen des Jugendamtes rechtlich nicht zu beanstanden ist." Und: Es habe "nie eine Inobhutnahme stattgefunden", erinnert Held: "Wir hatten die gerichtliche Legitimation, so vorzugehen."