Der Abschied von Ortspfarrer Hans-Jürgen Johnke war voller Emotionen. Man spürte, dass die Kirchengemeinde ihr Oberhaupt nur sehr ungern ziehen ließ.

Im Halbrund saßen die Gläubigen der Kirchengemeinde Affalterthal-Bieberbach auf der Wiese um das hölzerne Kreuz und den Altar. Unter Leitung des Igensdorfer Landesposaunenwarts Sven Menhorn spielte der örtliche Posaunenchor. Ihn unterstützten die Bläser aus dem Dekanat Gräfenberg. Sie alle spielten Stücke, die sich Johnke ausgesucht hatte und die den Verabschiedungscharakter des Gottesdiensts unterstreichen sollten. Vikar Michael Maul gestaltete den Gottesdienst mit Gebeten und Lesungen mit.


In der Predigt zeigte Johnke auf, wie wichtig es ist, dass sich jeder Einzelne für die Gemeinschaft einsetzt und zu einer friedlichen Welt beiträgt.

Die Verabschiedungszeremonie nach dem Gottesdienst begann mit dem stellvertretenden Dekan Axel Berthold aus Neunkirchen, der Johnke ganz offiziell aus dem Dienst in Affalterthal entließ und ihn somit frei gab für seine neuen Aufgaben als Lehrer und Pfarrer in El Salvador.

"Es tut uns sehr weh"

Hans Martin Gemählich, Vertrauensmann der Kirchengemeinde, würdigte die seelsorgerischen und menschlichen Qualitäten Johnkes und ließ sich zum Schluss seiner Abschiedsrede sogar zu einer dicken Umarmung hinreißen. "Er hat Licht in die Häuser getragen und verständliche Predigten gehalten, er war ein Pfarrer zum Anfassen und wir hätten ihn deshalb gerne noch länger genossen", würdigte Gemählich den scheidenden Pfarrer.

Voller Emotionen waren auch die Abschiedsworte von Gerhild Zeitner. Sie ist die Ehefrau von Pfarrer Johnke und selbst Pfarrerin in Thuisbrunn. Sie entschuldigte sich beinahe ein wenig für den Abschied, "der immer auch ein Stück Sterben ist". Dass es so kommen musste, bedauerte Zeitner: "Es tut uns sehr weh zu gehen, vor allem meinem Mann. Wir wollten diesen Abschied erst viel später machen."

Aber es ging nicht anders, sagte Zeitner, weil der Stellenplan am Ende anders ausgefallen ist, als sie sich gewünscht hätten.
Nun gehen sie in ein Land, das bis vor kurzem voller Krieg war und in dem heute viele traumatisierte Menschen leben.

Johnke selbst wird in El Salvador vor allem Pfarrer ausbilden. Johnke rührte die Wehmut und das Mitgefühl, das ihm und seiner Frau entgegenschlug. Er dankte für "die offenen Herzen" in der Kirchengemeinde "für die schöne Zeit hier". Vermissen werde er wohl auch "die Brodwörscht" und sicherlich auch das Posaunenspiel. Als ehrenamtlicher Präsident des Bayerischen Posaunenchorverbands war Johnke viele Jahre lang Speerspitze, Hilfe und Stütze für mehr als 18 000 Bläser.

Neben der kirchlichen Verabschiedung kam die weltliche. Feuerwehrkommandant Siegfried Dietel übergab im Namen der vier Dorfvereine ein Abschiedsgeschenk.
Unter anderem kann sich Johnke jetzt mit einem Bildband an die besonderen Momente seiner fünfeinhalb Jahre in Affalterthal erinnern.