carmen schwind Wasser hat für viele Menschen etwas Beruhigendes. Am Wasser kann man die Seele baumeln lassen, im Wasser wird man getragen und auf dem Wasser kann man sich frei fühlen. Wasser ist nicht nur gut für die Seele, sondern auch für den Körper. Relativ neu ist bei den Wassersportarten das Stand Up Paddling (SUP).

Dabei steht man auf einem Board und paddelt über das Wasser. Das bietet mittlerweile auch "Leinen los" am Dechsendorfer Weiher an. Und damit diese Sportart so richtig Spaß macht, dürfen beim Kurs von Tierphysiotherapeutin Yvonne Matuschek auch Hunde mit auf das Board.

"Neben dem gemeinsamen Freizeitvergnügen ist das Stand Up Paddling zudem für Mensch und Hund ein ganzheitliches, gelenkschonendes Fitnesstraining, das die Stabilität, Balance und Muskulatur fördert", erklärt sie. Denn durch das stetige Ausbalancieren wird auch die Tiefenmuskulatur trainiert. "Anders als beim Joggen. Da geht es nur um die große Muskulatur, nicht wie hier um die Skelettmuskulatur."

So kam der Hund aufs Board

Yvonne Matuschek und Monika Lechermeier haben eine gemeinsame Tierphysiotherapeutische Praxis. Monika Lechermeier lebte einige Zeit auf Hawaii und lernte dort SUP kennen. Die beiden gingen an den Wochenenden mit ihren Hunden an den Dechsendorfer Weiher. Eine der Freundinnen paddelte auf dem Wasser, die andere passte auf die Hunde auf. Da entstand die Idee für das "SUP mit Hund".

"In der Tierphysiotherapie gibt es für Hunde ein Wackelbrett. Da fiel uns auf, dass das ja das gleiche Prinzip wie auf dem Board ist", so Yvonne Matuschek. So entwickelte sie das SUP für Mensch und Hund, das glücklich machen soll und dabei für alle Beteiligten sicher und verletzungsfrei ist. Deshalb beginnen die Kurse mit Trockenübungen, denn weder Mensch noch Hund sollen überfordert werden. Danach darf der Mensch alleine auf das Board. Er lernt sich sicher fortzubewegen sowie Wendungen und Stopps auszuführen. "Erst wenn der Mensch das Schritt für Schritt gelernt hat und sicher ist, darf auch der Hund auf das Board. Denn ist der Mensch unsicher, steigt der Hund ab", erklärt die Tierphysiotherapeutin.

Zu den Kursen kommen Menschen und Hunde unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Hier werden auch Polizei- und Zollhunde trainiert. Das Equipment wird gestellt. "Grundsätzlich gilt, je größer der Hund, desto wichtiger ist die Breite des Boards. Dies ist wichtig, damit sich der Hund gut drehen und eine bequeme Position einnehmen kann ohne vom Board zu rutschen. Außerdem muss es für das Gewicht von Mensch und Hund ausgelegt sein, damit keiner nasse Füße oder Pfoten bekommt", erläutert Yvonne Matuschek.

Besonders für mittlere bis große Hunde, Senioren und im Bewegungsapparat eingeschränkte Hunde ist der schmale Schnitt ungünstig, weil der Hund sich nur schwer drehen kann und die Boards kippeliger sind. Damit es nicht von den Krallen beschädigt wird, empfiehlt sie Boards, die mit einem vollflächigen Belag, dem sogenannten "soft deck pad", beklebt sind. Es mindert die Rutschgefahr, schützt das Brett und verleiht dem Hund Sicherheit. "Wenn das alles passt, haben Mensch und Hund viel Spaß beim Paddling."