Die Bundesstraße 470 führt von Bad Windsheim bis nach Weiden einmal quer durch Nordbayern. Dabei trifft sie auch auf Forchheim. Doch das soll nicht so bleiben. Der Bundesverkehrswegeplan 2030 sieht vor, die Bundesstraße komplett aus Forchheim raus zu führen. Im Westen umgeht die B470 seit 2011 mittlerweile die Stadtteile Burk und Buckenhofen.

Gosberg als Profiteur

Die im Volksmund sogenannte "Ostspange" soll nun auch den innerstädtischen Verkehr von Adenauer-Allee über die Eisenbahnbrücke bis durch Reuth entlasten. Auf knapp sieben Kilometern Länge soll, so sieht es der Bundesverkehrswegeplan vor, das Untere Wiesenttal dafür den Platz für die neue B470 bieten. Auch Gosberg würde von der Ostspange profitieren, denn die Kreisstraße wird oft als Alternativroute genutzt, um den Forchheimer Stadtverkehr zu umgehen.

Zum Prognosezeitpunkt 2015 wurde von Seiten der Planer davon ausgegangenen, dass die Ortsdurchfahrt von Gosberg um über 10 000 Autos pro Tag entlastet werden könnte. Für Forchheim wurde eine Entlastung von 4400 Autos pro Tag prognostiziert.

Ein Verkehrsprojekt dieses Ausmaßes lässt in einer Demokratie konsequenterweise auch Gegner in Erscheinung treten. Die Bürgerinitiative pro Wiesenttal ohne Ostspange (Biwo) engagiert sich seit vielen Jahren gegen diese Lösung. Allen voran der mittlerweile verstorbene Kreistagsabgeordnete Heinrich Kattenbeck.

Die Biwo wurde in den vergangenen Jahren nicht müde, die Vernichtung von Flächen der Erholung, Landwirtschaft und Natur (rund 240 000 Quadratkilometer) durch die geplante Trasse zu beanstanden. Außerdem sei die geplante Lösung ein "irreparabler Eingriff" in das Landschaftsbild, schreibt die Bürgerinitiative auch heute noch auf ihrer Homepage.

Auch die Vernichtung von Vogelschutzgebieten, Wiesenbrüterflächen und Rastplätzen durchziehender Vögel wird von der Biwo immer wieder erwähnt. Obwohl es erst 2021 einen offiziellen Streckenführungsvorschlag von Seiten des staatlichen Bauamts in Bamberg geben soll, bereitete sich die Biwo bereits darauf vor, gegen dieses dann Klage einzureichen.

Aktueller Stand

Das staatliche Bauamt in Bamberg ist für die Planung zuständig. Im Verkehrswegeplan ist eine Vorzugslinie angemeldet (siehe Grafik oben). Allerdings ist diese noch nicht final. Es gibt noch mehrere Varianten, die erst nach einer Umweltverträglichkeitsstudie (geplant für 2020) und einem Linienbestimmungsverfahren (2021) zu einer endgültigen Ausführungsplanung wird. Ein Spatenstich für die neue Strecke kann frühestens in einigen Jahren erfolgen. Dies ist in den Augen der Kritiker auch viel zu spät für die verkehrsgeplagten Gosberger. Deshalb wurde im vergangenen Jahr im Kreisausschuss auch ein SPD-Antrag diskutiert, der eine kleinere Lösung vorschlug. Der Antrag wurde allerdings abgelehnt und die Kommunalpolitiker verblieben so, dass die Planungen der Trassenführung erst einmal abgewartet werden müssen, bevor weiter diskutiert werden kann. Das Thema "Ostspange" wird bis zu ihrer Realisierung also noch häufiger auf dem Tableau landen.