Über mangelndes Interesse der Bürger am kommunalen Geschehen kann sich die Gemeinde Obertrubach nicht beklagen. Das jedenfalls zeigte die jährliche Bürgerversammlung im Sportheim von Wolfsberg. Der stattliche Gastraum reichte kaum aus, um die vielen Zuhörer aufzunehmen.

Das Interesse mag auch etwas daran liegen, dass in Wolfsberg im kommenden Jahr die Dorferneuerung ansteht. Zuvor hatte bereits eine Bürgerversammlung in Bärnfels stattgefunden.

Legendärer Ehrenbürger

Bürgermeister Markus Grüner (CSU) sagte in seiner Begrüßung, er sei ziemlich aufgeregt, hier die erste Bürgerversammlung seiner Amtszeit zu halten. Anhand einer Power-Point-Präsentation erläuterte er die gemeindliche Situation und zog eine überaus positive Bilanz.

Eingangs aber gedachte man nochmals des gestorbenen legendären Ehrenbürgers Pfarrer Michel Guilguè, dessen Beerdigung in französischen Bracieux eine Abordnung aus Obertrubach beigewohnt hat. Kurz und knapp nannte Grüner anschließend einige Zahlen aus dem Haushalt. So wurden 63.000 Euro für Straßenunterhalte aufgewendet. 70.000 Euro stehen im Budget. Der milde Winter beanspruchte im Straßendienst lediglich 14.770 Euro. In früheren Jahren sind dafür auch schon einmal 50.000 Euro fällig gewesen.

Der Bürgermeister ging auf diverse kleinere Projekte in allen Ortsteilen ein. Das Friedhofsumfeld in Geschwand wurde mit 19.500 Euro Materialaufwand neu gestaltet. Die Leistungen erbrachten die Geschwander ehrenamtlich. Das Straßensanierungsprojekt "Oberer Berg Wolfsberg" steht endlich vor dem Abschluss. Die Bürger des Oberlands bewegt derweil die angekündigte Sanierung der Staatsstraße 2260 vom Sportplatz Wolfsberg bis Hammerbühl. Die Fahrbahn wird abgefräst und neu geteert.

Grüner sagte in diesem Zusammenhang, dass die Entscheidung ausschließliche Angelegenheit des Staatlichen Straßenbauamts ist und die Gemeinde Obertrubach deshalb nicht berührt.
Die Arbeiten sollen laut Geschäftsleiter Peter Helldörfer am 22. November beginnen und je nach Wetterlage möglichst noch vor Weihnachten abgeschlossen werden. Für diesen Zeitraum wird es eine Totalsperrung des Abschnittes gaben, wie Grüner auf Nachfrage eines Bürgers sagte. Umleitungen sind in Kauf zu nehmen.

Frühzeitig eingebunden

Zudem soll bei dieser Gelegenheit die provisorische Querungshilfe bei Untertrubach durch eine permanente ersetzt werden. Das Staatliche Bauamt wird auch die Straße durch Wolfsberg erneuern. Damit einhergeht die Dorferneuerung. Alle Beteiligten sind frühzeitig eingebunden worden.

Im Kloster Langheim behandelten sie an einem Wochenende das Projekt ausführlich. Jetzt befindet man sich in der finalen Planungsphase. Mit den gegebenen Engstellen im Ort ist die Planung der Gehsteige rechts oder links der Straße eine echte Herausforderung. Grüner teilte mit, dass die behördlichen Hindernisse und Vorbehalte einer notwendigen Bachverlegung ausgeräumt seien. Gleichwohl meldete sich ein Bürger, der angeblich für eine Mehrheit sprach und gegen eine Verlegung des Bachs ist.

Kommunale Zusammenarbeit

Ohne eine Verlegung wird aber die nötige Straßensanierung schwierig. Hier existiert offenbar noch Diskussionsbedarf.Grüner sagte in der Sache eine weitere Bürgerzusammenkunft vor. Ein umgestalteter Dorfplatz, eine Kinderspielplatz, eine Erweiterung des Sportheims sowie Geh- und Radwege stehen bei der Dorferneuerung unter anderem auf dem Plan.

Ein ganz besonderes Projekt ist der integrative Mehrgenerationenspielplatz in Obertrubach. Das Projekt stemmte ein eigens dafür gegründeter Förderverein, der rund 30.000 Euro und erhebliche Eigenleistungen aufbrachte. Die Gemeinde legte nochmals 25.000 Euro dazu. Jetzt schaut die Gemeinde gespannt auf die Eröffnung im Frühjahr. In Obertrubach steht die Sanierung des Schlossberg im Rahmen der Städtebauförderung an. 2016 wird auch der Radweg von Herzogwind nach Bärnfels fertiggestellt. Seitens der Gemeinde gibt es in Bärnfels nur noch drei und in Geschwand noch zwei Bauplätze. In Obertrubach laufen Bemühungen, neue Bauplätze von der Kirche im Tauschverfahren zu erwerben.

Die Breitbandversorgung wurde in der Gemeinde laut Grüner frühzeitig aufgegriffen. "Kein Dorf der Gemeinde wird ausgelassen", versicherte Grüner. Interkommunal hat man sich mit Pottenstein, Gößweinstein und Egloffstein zusammen geschlossen. Ebermannstadt, Pretzfeld und Waischenfeld kommen eventuell noch hinzu.
Gerade im engen Tal wie bei Wolfsberg oder auf der Hochfläche bei Bärnfels wird die schnelle Datenverbindung herbei gesehnt. Funkverbindungen sind dort nicht gegeben und geographisch stark behindert.