Forchheim
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Zirkus braucht dringend Hilfe: Artisten und Tiere sitzen wegen Corona in Franken fest

Durch die Corona-Pandemie in Forchheim gestrandet, sind die Artisten-Familie Renz/Sperlich und ihre Tiere durch den zweiten Lockdown in Bedrängnis. Sie bitten um Futter-, Sach- und Geldspenden.
 
Auch die rund 30 Tiere des Circus sind auf Unterstützung angewiesen. Sie müssen gefüttert werden, auch wenn keine Einnahmen durch Vorstellungen eingehen. Fotos: privat
Auch die rund 30 Tiere des Circus sind auf Unterstützung angewiesen. Sie müssen gefüttert werden, auch wenn keine Einnahmen durch Vorstellungen eingehen. Fotos: privat
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Durch die Corona-Pandemie ist der im Forchheimer Ortsteil Buckenhofen gestrandete Circus Renz in einer schwierigen Situation. Seit März waren aufgrund der Corona-Bestimmungen keine Auftritte mehr möglich. Auch das für den Winter geplante Programm fiel mit dem erneuten Lockdown ins Wasser. Familie Renz bittet daher jetzt um die Hilfe der Forchheimer Bevölkerung.

Ursprünglich wollte Familie Renz/Sperlich die Forchheimer in diesen Wochen mit einem neu erarbeiteten Winterprogramm vom Corona-Alltag ablenken. Bereits das Winterprogramm des letzten Jahres sei ein voller Erfolg gewesen, so Tamara Renz. In diesem Jahr hatte man noch abwechslungsreichere Elemente einbauen wollen. Ein Todesrad, Trapezkünstler und Musikclowns sollten die Forchheimer in die Traumwelt Circus entführen und ihnen Grund zum Lachen geben. Dafür hatten die rund 20 Circusmitglieder den gesamten Corona-Sommer trainiert.

Circus sitzt wegen Corona ohne Einnahmen in Oberfranken fest

Doch durch die Bestimmungen des erneuten Lockdowns kann der Circus Renz auch sein Winterprogramm trotz erarbeiteter Hygienemaßnahmen nun nicht zeigen. Die finanzielle Situation des Circus, der normalerweise durch wöchentliche Auftritte Einnahmen erzielen kann, ist aufgrund der strikten Beschränkungen in der Unterhaltungsbranche schon seit Beginn der Pandemie im März kritisch.

Nun sitzen Circusmitglieder und Tiere erneut in ihren Wagen und Zelten fest, dieses Mal an der Staustufe im Forchheimer Ortsteil Buckenhofen. Die Kosten für den Lebensunterhalt der Artisten, für Versicherungen und für die Versorgung der Tiere laufen weiter. Und die sind nicht gerade gering.

Zum Circus Renz gehören Kamele, Lamas, Ponys, Pferde, Ziege und Hunde. Sie alle benötigen Futter. Bei rund 30 Tieren entstehen allein dadurch schnell Kosten von 150 Euro pro Tag, rechnen die Circusinhaber.

Artisten sind niedergeschlagen

Die gesamte Situation sei aktuell durchaus deprimierend, meint Karl-Heinz Renz, der als Clown im Circus seines Bruders Alfons Renz auftritt. Auch an Weihnachten seien ihm die Tränen gekommen, als er über die ausgefallenen Auftritte dieses Jahres nachdachte, erzählt er: "Als Clown bringe ich die Leute zum Lachen, aber wer trocknet dem Clown jetzt die Tränen?"

Tamara Renz weiß, dass ihrem Schwager die Situation besonders nahe geht. "Er ist einfach mit Leib und Seele Clown. Da trifft ihn das, dass die Auftritte wegfallen", sagt sie. Natürlich gebe es auch so erst einmal genügend zu tun. Die Tiere müssen trotz der fehlenden Aufritte trainiert werden, und auch Reparaturen gibt es viele zu erledigen. Dennoch wäre es den Circusmitgliedern lieber, das Gastspiel in Forchheim eröffnen zu können, natürlich auch in finanzieller Hinsicht.

Mit staatlicher Unterstützung bei der Deckung der seit März ausfallenden Einnahmen kann der Circus Renz nicht rechen. "Der Circus hat noch nie Hilfen vom Staat bekommen", meint Karl-Heinz Renz. Circusse zählen nämlich trotz ihrer Tradition in Deutschland nicht als Kultureinrichtungen, erläutert er.

Spenden erwünscht

"Da haben momentan alle Circusse und Schausteller zu leiden", weiß Inhaberin Tamara Renz. Bisher habe man sich daher allein mit Ersparnissen durch das Corona-Jahr schlagen müssen. Nach der langen Veranstaltungspause seien jedoch auch diese langsam aufgebraucht. Daher ist sich Familie Renz trotz der langen, erfolgreichen Geschichte ihres Circus, der 1842 von ihrem Vorfahren Ernst Jakob Renz in Berlin gegründet wurde, nun auf Spenden der Bürger angewiesen, "um den Circus nicht sterben zu lassen", wie Karl-Heinz Renz meint.

Benötigt werden Futterspenden (vor allem Kraftfutter, Heu und Stroh) und Spenden über Diesel und Heizöl. Von Tamara Renz aus dürfen die Forchheimer diese Spenden unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen gerne an der Buckenhofener Staustufe selbst vorbeibringen und sich dabei auch einmal die Tiere ansehen.

Finanzielle Hilfen zur Deckung der laufenden Kosten seien natürlich ebenfalls willkommen (Kontoinhaberin Angelina Sperlich, IBAN DE 18 1001 0010 0761 085120). Sobald es wieder möglich ist, plant der Circus Renz, im Gegenzug eine Dankesvorstellung zu geben.