Die Skater-Szene in der Königsstadt hat lange darauf gewartet, jetzt ist es soweit: Noch in diesem Jahr soll auf der Sportinsel mit dem Bau einer neuen Skateanlage begonnen werden. Bei einem Workshop haben die Forchheimer Skater nochmal ihre Wünsche für den Park geäußert. Im Planungs- und Umweltausschuss stellte Bernd Fröhner, Geschäftsführer der Firma Populär Skateparks aus Nürnberg, nun den Entwurf für die Anlage vor.

Wünsche: Slappy Insel und Hip

Die Hälfte der Anlagen-Nutzer in Forchheim seien Skateboarder, ein Viertel Inlineskater, 20 Prozent BMX- und der Rest Tretroller-Fahrer, erläuterte Fröhner eine Erkenntnis des Workshops. Forchheimer Freizeitsportler im Alter zwischen elf und 39 nahmen an dem Treffen teil. Sie wünschten sich eine Reihe an spezielle Skateboard-Attraktionen auf dem Park. Die se Geräte und Hindernisse tragen meist englischsprachige Namen und heißen Manual Pad, Slappy Insel, organische Hip, London Gap, Downledge, Handrail oder Flat.

Spaß für Anfänger und Profis

Das sind konkret zum Beispiel: Ein im Boden eingelassenes Rohr, auf dem die Sportler mit ihrem Brett rutschen können. Stufen, Mauern oder Handläufe, auf die sie springen und Handläufe, auf denen sie entlang gleiten können. Das klingt für Laien abenteuerlich, aber: "Der Park ist so entworfen, dass nicht nur Profiskateboarder, sondern alle Rollsportarten ihn nutzen können", betonte Gregor Josephus. Er ist ehemaliger Profi-Skater und plant jetzt Anlagen bei der Firma Populär.

Die Form des neuen Parks ist in das dortige Gelände der Sportinsel eingebettet und bekommt drei Höhenebenen. Im oberen Bereich ("Transition-Area"), wo jetzt die alte, unbefahrbare Rampe steht, wird eine Bowl integriert. Das ist eine Art (1,30 bis 1,60 Meter tiefe) Vertiefung ähnlich eines Swimmingpools, in dem die Sportler skaten können. Der untere Bereich ("Street- oder Flow-Area") hat mehr Freifläche und imitiert echte Straßen mit Stufen oder Treppen und Geländer, wo die meist jugendlichen Sportler ihre Tricks durchführen können. Die Schrägen sollen rot und die Geraden betongrau werden. "Das hebt die Rampen optisch hervor und gibt ein schöneres Gesamtbild", erklärt Josephus.

Ein Fass mit Forellen-Motiv

Eine Besonderheit: Geplant ist ein kleines Hindernis, so etwas wie ein "Hydrant", indem das Forchheimer Stadtwappen integriert werden soll. Vorstellbar sei ein kleines 50 Zentimeter hohes Fass aus Metall mit abgerundeten Ecken, sagte Josephus. Der Profi erklärte, dass die Anlage natürlich vom TÜV überprüft wird und ein Entwässerungskonzept mit Drainage und überfahrbarem Gully erhält.

Erst Park, dann WC und Licht

An der Skateanlage sind zudem Sitzgelegenheiten für die Skater und eine Beleuchtung geplant, erklärte Gartenamtschef Herbert Fuchs. Im weiteren Verlauf soll zudem ein WC beim Skatepark und der angrenzenden Minigolfanlage installiert werden, sagte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD). Aber als Erstes soll der neue Forchheimer Skatepark entstehen.

Chronologie der Skatepark-Pläne auf der Sportinsel

2015 Eine Gruppe junger Skater hat sich vor fünf Jahren bei der Stadtverwaltung gemeldet und sich eine neue Anlage in Forchheim gewünscht. Die ursprüngliche Standort-Idee war die Brücke beim Obi, aber die Autobahndirektion war dagegen. Nachdem verschiedene Orte geprüft wurden, sei die Entscheidung auf die Sportinsel gefallen, erläuterte Gartenamtschef Herbert Fuchs.

2018 Vor zwei Jahren kam den Skatepark-Plänen die Vorplanung im Zuge der Bewerbung um eine mögliche Landesgartenschau in Forchheim dazwischen.

2019Im vergangenen Oktober appellierte die Skater-Szene im FT Forchheim erneut an die Stadt, eine Anlage zu errichten. Im selben Monat traf sich das Gartenamt mit ihnen, um die Pläne wiederzubeleben. Und die Fraktion der Jungen Bürger reichte im letzten Quartal einen entsprechenden Antrag ein.

2020 Am 28. Januar bewilligte der Stadtrat die Gelder, im Haushalt sind 360 000 Euro für den neuen Skatepark eingerechnet. In Kürze soll die Ausschreibung für den Bau erfolgen. Laut Gartenamtschef Herbert Fuchs kann Mitte bis Ende September begonnen werden.