"Im Naturpark herrscht Aufbruchsstimmung." Dies sagte der Heiligenstadter Bürgermeister Helmut Krämer (Einigkeit) in seiner Eigenschaft als Wahlleiter bei der Mitgliederversammlung des Vereins Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst im Brauereigasthof Rothenbach. Der Vorstand wurde im Amt bestätigt.

Vorsitzender bleibt der Forchheimer Landrat Hermann Ulm (CSU), sein Stellvertreter sein Bayreuther Amtskollege Hermann Hübner (CSU) und Schatzmeister Pottensteins Bürgermeister Stefan Frühbeißer (CWU/UWV), der in Abwesenheit wiedergewählt wurde. Anwesend waren 33 stimmberechtigte Mitglieder.

Warum Aufbruchstimmung im "Naturparkverein" herrscht, liegt daran, dass sich die finanzielle Lage des Vereins verbessert hat. So steigen die Mitgliedsbeiträge um knapp 20.000 Euro auf 97.000 Euro an. Ulm dankte hier den Landkreisen und Gemeinden, dass sie einer Betragserhöhung problemlos zugestimmt hatten. Außerdem vervierfacht sich die Verwaltungskostenpauschale, die der Freistaat als Zuschuss gibt: heuer bereits von 20.000 Euro auf 60.000 Euro und ab nächstem Jahr auf 80.000 Euro. Diese Botschaft konnte Roland Reindl von der Bezirksregierung überbringen.


Ein kleiner Haken

Einen kleinen Haken hat der deutlich erhöhte Staatszuschuss: Denn das Umweltministerium wünscht sich dafür, dass
vom Naturpark künftig mehr Naturschutzmaßnahmen durchgeführt werden als bisher. Es sollen nicht nur Wanderwege gerichtet werden, die für den Tourismus gut sind, sondern typische Naturschutzmaßnahmen wie Entbuschungen durchgeführt werden. Wie Reindl erklärte, sehe er dies jedoch problematisch, da die reinen Naturschutzmaßnahmen bisher von den Landschaftspflegeverbänden geleistet wurden.

Neu ist auch die Forderung des Ministeriums für einen jährlichen Abschlussbericht. Und neu ebenfalls eine Koordinierungsstelle für alle bayerischen Naturparks, die im oberbayerischen Eichstätt entstehen soll. Hübner hält den Staatszuschuss für "überlebenswichtig". Neu ist auch, dass der Bezirk Oberfranken künftig jährlich 100.000 Euro für Naturparkmaßnahmen bereitstellt. Auf den Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst entfallen davon 21.700
Euro.

Letztes Jahr lag der Gesamthaushalt des Vereins bei rund 342.000 Euro, heuer soll er auf rund 417.000 Euro anwachsen. Der Haushaltsplan fand einstimmige Zustimmung.

Bereits letztes Jahr lag das Fördervolumen für Naturparkmaßnahmen bei über 200.000 Euro. An den Naturpark-Förderprojekten beteiligten sich 2016 insgesamt 21 Gemeinden aus sechs Landkreisen mit 32 verschiedenen Maßnahmen.

Für das Naturparkprogramm 2017 bis 2018 kündigte Geschäftsführer Wolfgang Geißner bisher Maßnahmen in 17 Gemeinden und im Landkreis Forchheim zur Biotoppflege, Besucherlenkung, der Errichtung von Erlebnispfaden und zur
Instandsetzung sowie der Ausstattung und Neubeschilderung von Wanderwegen an. Für 2018 habe die Projektplanung aber erst begonnen. Als größere Vorzeigeprojekte, die der seit 36 Jahren bestehende Naturparkarbeitstrupp in letzter Zeit durchgeführt hat, nannte Geißner die Neubeschilderung der Wanderwege im Ahorntal und in Ebermannstadt, die Erneuerung der Besucherleiteinrichtungen im Naturdenkmal Lillachtal in der Gemeinde Weißenohe und die Instandsetzung des Kulturerlebniswegs beim Wasserfall bei der St.-Moritz-Kapelle in der Gemeinde Leutenbach.


"Starre Projekte

Geißner bedauerte, dass nach Einführung der neuen Förderrichtlinie 2004 derzeit nur noch "starre Projekte" möglich sind. Instandsetzungsarbeiten an Erholungseinrichtungen werden zum Beispiel seit dem nicht mehr bezuschusst. Um den Arbeitstrupp auch nach Wegbrechen der staatlichen Fördermittel erhalten zu können, denkt Geißner über neue Einsatz- und insbesondere Finanzierungsmöglichkeiten nach - so für den Unterhalt und Kontrolle von Naturparkeinrichtungen, oder der Betreuung von Radwanderwegen. "Das würde uns allen viel Papier und lange aufregende Wartezeiten ersparen", sagte Geißner. Ein neues Faltblatt unter dem Titel "Unser Bautrupp - Ein Dienstleistungsangebot des Naturparks Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst" informiert über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des dreiköpfigen Arbeitstrupps.


Klettern und Naturschutz

Christian Meyer vom Deutschen Alpenverein (DAV) kündigte an, dass es nächstes Jahr auch zum Thema "Klettern und Naturschutz" eine neue Broschüre geben wird. Matthias Helldörfer stellte die neue Homepage vor, die bald online gehen soll. Rechtzeitig zur 50-Jahr-Feier des Naturparks im nächsten Jahr soll der Internetauftritt dann auch mobilfunkfähig sein.


Zum Jubiläumsjahr kündigte Geißner die Herausgabe einer "Jubiläums-Erlebniskarte 50 Jahre Naturpark 2018" ebenso
an wie die Neuauflage des Imagefaltblatts "Willkommen im Naturpark".

Nach acht Jahren Tätigkeit als Naturparkberater verabschiedete Vorsitzender Hermann Ulm Dirk Lüder und hieß dessen Nachfolger Matthias Huttner willkommen.