Beruf mit Sinn
"Meine Mutter ist Krankenpflegerin, und dann habe ich mir das einfach mal angesehen. Nach zwei Tagen wusste ich, dass hier mein Platz ist", sagt er.Nachdem er längere Zeit als Pflegehelfer in Hirschhaid (Kreis Bamberg) im SeniVita gearbeitet hat, stand auch für ihn fest, dass er die Ausbildung zur examinierten Fachkraft machen möchte. "Das ist ein Beruf mit einem tieferen Sinn. Da arbeitet man mit viel mehr Herz."
Anna berichtet von den Weiterbildungsmöglichkeiten, durch die sie ihr Arbeitgeber unterstützt. Auch Thomas erzählt, wie er von seiner Pflegedienstleitung gefördert wurde, und dass er direkt nach seiner Ausbildung die Weiterbildung zur Pflegedienst- und Heimleitung machen darf.
Viel zu schlechte Meinung
Dass über ihren zukünftigen Beruf so eine negative Meinung in der Gesellschaft herrscht, ärgert die Pflegeschüler. "Die Tätigkeiten bestehen nicht nur aus Grundpflege und Toilettengängen", erklärt Thomas. Gefühlt macht das für ihn etwa fünf Prozent der Aufgaben aus.
Unterstützung im Alltag wie bei Arztbesuchen, beim Essen, Freizeitgestaltung oder auch die Medikamentenausgabe - das sind Beispiele, die Thomas und Anna aufzählen. "Wir haben sehr vielfältige Tätigkeiten", hält die 49-Jährige fest.
Kreativität ist wichtig
Beide erzählen, dass es immer wieder etwas zu lachen gibt und dass sie ausgezeichnete Improvisations-Schauspieler sind. "Vor allem bei Dementen ist das sehr wichtig. Sie leben in ihrer eigenen Welt und darauf müssen wir uns einlassen", sagt Anna. Gerade diese Bewohner überraschen die Pfleger sehr oft, ergänzt Thomas mit einem Schmunzeln. Kreativität und Spontanität seien in ihrem Beruf besonders wichtig.
Für die Zukunft wünschen sich die beiden aber, dass sich in ihrer Branche einiges ändert. Anna sagt: "Unsere Politiker reden immer nur von den Problemen in unserem Beruf, aber sie ändern nichts." Die Bezahlung ist für sie ein Ärgernis, die müsste ihrer Meinung nach nämlich besser sein. "Die psychische und physische Belastung ist da", sagt Anna. Thomas ergänzt: "Wir bekommen im Unterricht viele Anregungen und Tipps zum Thema Erholung in der Freizeit mit. Aber Gesundheitskurse wären natürlich ebenfalls super."
Die beiden Pflegeschüler sehen sich trotz dieser Herausforderungen in keinem anderen Beruf. Der Zusammenhalt unter ihren Kollegen ist sehr gut und erleichtert die Arbeit enorm, sagen sie. "Wir helfen uns gegenseitig", sagt Anna.
Thomas sagt: "Der Beruf ist wirklich sehr schön. Ein Praktikum ist auf alle Fälle empfehlenswert."
Seit er in Hirschhaid arbeitet, waren dort schon etwa 20 Praktikanten. "Bis auf zwei oder drei haben alle jetzt eine Ausbildung angefangen." Ein kurzes Videointerview zum Thema gibt's auf www.inFranken.de/Vorsorge.