Martin Feulner beugt sich über das Wasser des Weihers, greift mit der Hand ins Wasser und hält einen Stängel Nixenkraut hoch. An der Haarweiherkette unweit des Hallerndorfer Ortsteiles Haid reiht sich ein Weiher an den anderen, die meisten von ihnen werden von Teichwirten intensiv bewirtschaftet. "Das soll auch so bleiben", versichert Feulner, der für im Rahmen der Kartierung der Natura 2000-Gebiete für die sogenannten Offenlandschutzgüter zuständig ist. Die Bestandsaufnahme bildet dabei die Grundlage für die Ausarbeitung der künftigen Managementpläne und die Erhaltung schützenswerter Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

"Die Umsetzung ist für die betroffenen Eigentümer freiwillig", betont Carolin Lang-Groß von der Höheren Naturschutzbehörde. Die bisherige Bewirtschaftung kann auch weiterhin so fortgesetzt werden, vorausgesetzt, die Flächen bleiben im bisherigen Zustand erhalten. Das sei im Fall der mageren Mähwiesen sogar notwendig, wies Feulner darauf hin, dass Wiesen andernfalls schnell verbuschen und die geschützten Pflanzen verschwinden.

Teichwirtschaft mit Naturschutz in Einklang bringen

Viele der Grundbesitzer nutzten die Gelegenheit, auf einer exemplarischen Route durch das Gebiet ihren eigenen Grund und dessen Bewohner besser kennenzulernen. "Informieren Sie sich über das Vertragsartenschutzprogramm", forderte Feulner die Land-, Teich- und Forstbesitzer auf. Entschließt sich beispielsweise ein Teichwirt, Verlandungszonen am Weiher zu belassen, wird dafür eine Entschädigung gezahlt, versicherte der Experte, der gerne die Teichwirtschaft mit dem Naturschutz in Einklang bringen würde.

Doch einige Teichwirte sind skeptisch. Anatoli Nagel ist einer von ihnen. Er bewirtschaftet über 30 Hektar in diesem Gebiet und wollte wissen, ob die Gräben wie gewohnt ausgebaggert werden können. Feulner wies darauf hin, dass Gräben als technische Gewässer gelten. Dort wird nicht kartiert: "Sie dürfen diese pflegen und ausbaggern", gab er zur Antwort. Schließlich sollen sowohl die Teiche als auch der nahe gelegene Auwald erhalten bleiben.

Für die Kartierung der Waldschutzgüter im Auwald ist Klaus Stangl aus der Forstverwaltung zuständig und zeigt dort die typischen Gewächse, zu denen Schwarzerlen, aber auch Brennnesseln, Waldengelwurz, Mädesüß und Bachnelkenwurz gehören. Die Traubenkirsche ist ebenfalls oft im Auwald, aber: "Die haben wir hier nicht gefunden".

Lange Liste von gesuchten Pflanzen

Stangl zeigt die lange Liste der Pflanzen, nach denen er gesucht hatte: "Je mehr wir davon finden, desto besser ist der Zustand". Allerdings finden die Fachleute auch Arten, die ursprünglich nicht aus Oberfranken, sondern Amerika stammten. Zu diesen gehört beispielsweise der Zwergwels, der in den heimischen Teichen dank seiner harten Flossen fast keine Freßfeinde hat und sich daher gut vermehren kann. Lässt der Karpfenbauer den Teich ab, überwintert der Zwergwels im Schlamm und ist in der nächsten Saison immer noch da.

Ursprünglich in den nordamerikanischen Flüssen Missouri und Mississippi zu Hause, kam der Zwergwels über private Aquarien in heimische Gewässer, berichtet Thomas Speierl von der Fischereifachberatung Oberfranken. Werden Aquarienfische zu groß, werden sie gelegentlich in freien Gewässern ausgesetzt, weiß der Fachmann.

Konkurrent für Karpfen

Da der Zwergwels intensive Brutpflege betreibt, ist er grundsätzlich ein Konkurrent für die in den Teichen gehaltenen Karpfen und Schleien. Obwohl er gut schmeckt, steht er nur selten auf der Speisekarte, erzählt Speierl und empfiehlt, ihn zu probieren.

In die FFH- und Natura 2000-Schutzgebiete gehört er jedoch nicht. Damit er allerdings nicht aus dem Aischgrund wieder in die Haarweiherkette wandert, wird es einen Folgetermin mit den dortigen Teichwirten geben.

Die Kartierungen der Wald- und Offengebiete im Langenbachgrund, der Haarweiherkette und dem Egloffsteiner Weiher bei Hausen bilden schließlich die Grundlage für die Managementpläne für die Natura 2000-Gebiete, so Carolin Lang-Groß. Der ersten Entwurf des Maßnahmeplanes wollen die Fachleute dann im kommenden Winter vorstellen.