Das Thema "Bedarfszuweisung " treibt die Gemeinde Egloffstein weiter heftig um. Will die Gemeinde Egloffstein eine Bedarfszuweisung von rund 300.000 Euro im Haushaltsjahr 2013 in Höhe bekommen, muss sie "einen Konsolidierungswillen im Haushalt verankern", sagte Zweiter Bürgermeister Nikolaus Thäter (UGL) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Das bedeutet, dass die Gemeinde darlegen muss, wie bisher defizitäre Einrichtungen aus dem Minus geführt werden können. Ein Beispiel davon ist das Freibad. Die Gemeinde muss laut Thäter außerdem den Willen bekräftigen, sämtliche Liegenschaften zu veräußern.

Sie müsse auch alle Bürgschaften, die bislang für den Sportverein und die Feuerwehr gegeben worden sind, auf den Prüfstand stellen. Und die Gemeinde muss alle freiwilligen Leistungen streichen. Davon betroffen sein werden der Tourismus und die Vereinsförderung.

Sorgen um Lebensqualität

Insgesamt acht solcher Punkte stehen auf der To-Do-Liste, die beachtet und abgearbeitet werden müssen. Das Ziel der Bedarfszuweisung ist, in spätestens vier Jahren einen konsolidierten Haushalt vorzulegen, der ohne Neuverschuldung auskommt.

Die damit verbundenen Einschnitte wären wohl dramatisch und geeignet, die Lebensqualität im Ort sinken zu lassen: Die Schließung des Freibads könnte die Folge sein, ebenso die Schließung der Touristinformation. Die Kündigung der beiden Bürgschaften hätte unabsehbare Folgen für die Arbeit von Feuerwehr und Sportverein.

Zusammen mit der drohenden Schließung der Arztpraxis und dem Aus weiterer Einzelhändler im Ort könnte das Maßnahmenmündel nach dem Eindruck vieler Egloffsteiner negative Folgen für ihren Ort haben.

Einig war sich Egloffsteiner Gemeinderat darin, dass die Gemeinde das Geld angesichts der klammen Kassen gut gebrauchen könne. Auf der anderen Seite herrschte Unklarheit darüber, ob diese Stabilisierungshilfe als Darlehen oder als Zuschuss in den Haushalt einfließt. Man merkte den Räten an, dass sie nicht gerne in der Öffentlichkeit über dieses Thema diskutieren. Das hat sicherlich auch mit dem Umstand zu tun, dass im kommenden Jahr Kommunalwahlen anstehen.

Entscheidung verschoben

So verfielen die Gemeinderäte auf die Idee, das brisante Thema bis auf Weiteres zurückzustellen. Man möchte sich zunächst einmal ein klares Bild von der Bedarfszuweisung und ihrer Folgen machen. Im Internet, so ging die Klage Thäters, habr er keine befriedigende und eingängige Erklärung über Sinn und Zweck der finanziellen Hilfe finden können.

Die restlichen Tagesordnungspunkte waren dafür umso schneller abgehakt. Der Probebetrieb des BOS-Digitalfunks wird auch in Egloffstein fast einstimmig befürwortet. Das gilt auch für die damit verbundene Beschaffung der Geräte im Zuge einer Sammelbestellung. Den Antrag einer Familie, für die Teilnahme am Musikunterricht in Ebermannstadt einen Zuschuss zu bekommen, hat der Gemeinderat dagegen abgelhent.

Gräfenberg erhöht die Preise

Hier dürfte es sich um einen Grundsatzbeschluss handeln. Die Familie hatte argumentiert, dass es ein vergleichbares Musikangebot in Egloffstein nicht mehr gebe.

Der Schwimmunterricht der Egloffsteiner Grundschule im Gräfenberger Hallenbad verteuert sich um fast 80 Prozent. Konkret muss die Gemeinde Egloffstein 69 Euro statt wie bisher 38 Euro pro Stunde zahlen. Da aber nur acht Stunden pro Schuljahr anfallen, "sind die Mehrkosten überschaubar" sagte Thäter.

Der Auftrag zur Kanalisation in Apfelbach wurde mit 157 000 Euro an eine Firma in Wüstenstein vergeben: Dieselbe Firma bekam für 48 000 Euro auch den Zuschlag für die Verlegung der neuen Verbindungsleitung von der Trafostation bei der alten Schule hinauf zum Oberen Berg.