Sinfonische Blasmusik, die seit Jahren auf hohem Niveau dargeboten wird, bedarf einer adäquaten Benennung. Ab sofort also tritt das Sinfonische Blasorchester des Musikvereins Forchheim-Buckenhofen unter dem Namen "Bläserphilharmonie Forchheim" auf.

Dafür hat sich der Vorstand im Jubiläumsjahr "50 Jahre Bläsermusik aus Buckenhofen" entschieden. Vorausgegangen war dem ein längerer Denkprozess, wie man eine Profilschärfung des Musikvereins in seiner ganzen musikalischen Breite und mit dem ehrenamtlichen Engagement aller Beteiligten erreichen könne, um die Zukunft und den Erfolg langfristig zu sichern und eine "Verbesserung der Außenwirkung" zu erreichen.


400 aktive Mitglieder

Mitglieder des Vorstands stellten am Dienstag im Börsenkeller des Hauptsponsors Volksbank Forchheim ein ganzes Maßnahmenbündel vor. Neben der Bläserphilharmonie gibt es eine Besetzung, die sich der traditionellen Blasmusik verschrieben hat, und die firmiert künftig als "Buckenhofener Blasmusik".

Der Musikverein wird weiterhin in seinen bekannten gelben Uniformjacken Stadt und Stadtteil beim Annafest, bei Festumzügen, Bezirks- und Kreismusikfesten repräsentieren. Heiner Kredel, Fachvorstand Öffentlichkeitsarbeit, war es wichtig, die Klammer hervorzuheben, die an die neue Darstellung angelegt ist: "Die Stadt Forchheim ist das kulturelle Zentrum und deshalb wollen wir als Kulturträger wahrgenommen werden. In Buckenhofen sehen wir unsere Wurzeln und unsere Tradition und die wollen wir nicht verlieren."

Mit der Profilschärfung möchte man außerdem erreichen, dass die Leistungen von mehr als 400 Aktiven - ein Drittel der 1200 Mitglieder - nicht nur in Insider-Kreisen, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit besser wahrnehmbar sind.

Weitere Maßnahmen erläuterten in Anwesenheit von Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD), Bürgermeister Franz Streit (CSU) und einiger Stadträte Andreas Bauer, Fachbereichsvorstand Ausbildung, und Jan Korporaal vom Fachbereich Marketing. Musiker und Musikerinnen der Bläserphilharmonie legen die gelben Uniformjacken ab und treten künftig in Schwarz auf. Die Musikanten der Abteilung Blasmusik werden sich in einheitlicher Tracht präsentieren und den Namen "Buckenhofen" auf den Notenpultbannern ausrollen.


Kein elitärer Anspruch

Außerdem wurde eine neu Hompage erarbeitet. Unter der Adresse www.mv-fb.de präsentiert sich ab sofort ein klar gegliederter und informativer Internet-Auftritt. Dafür dankte Kredel der Werbeagentur Pixwork von Markus Carra-Neubauer, der selbst enge Verbindungen zum Musikverein hat.

Heiner Kredel, aktiver Musiker von Anfang an, trat dem möglichen Eindruck entgegen, der Musikverein wollte sich mit der Bläserphilharmonie einer elitären Attitüde befleißigen. Dies beschreibe lediglich eine Orchesterform, ein in der Szene etablierter Begriff, der Musik von Laienmusikern auf diesem hohen Niveau charakterisiere.
"Wir haben nach wie vor den Anspruch, die Tagesarbeit zu leisten, in die sich alle unsere Musiker einbringen", sagte Kredel.

Allerdings hätte man nichts dagegen, wenn sich Musiker von auswärts diesem Ensemble anschließen möchten. Stadtrat Udo Schönfelder (CSU) konnte sich vorstellen, dass der Musikverein mit seinem neuen Anspruch auch im Stadtmarketing seinen Platz finden könnte, und sein Kollege Manfred Hümmer (FW) regte an, Live-Sequenzen mit der Hompage der Stadt zu verlinken. "Die spinnen wohl a weng!" - so ordnete Ehrenvorsitzender und Ex-Stadtrat Josef Knauer die mögliche Reaktion seiner Buckenhofener Mitbürger bezüglich des Namens "Philharmonie" ein - um dann festzuhalten, dass sich der Musikverein längst von der "Kerwasmusik" fortentwickelt hat. Was Stadtrat Reiner Büttner (SPD) so ausdrückte: "Schritt für Schritt sind Verbesserungen eingetreten, bis man jetzt dieses Niveau erreichen konnte".