Mit der Aufforderung sich Gedanken für den nächsten Kalkulationszeitraum zu machen, eröffnete Landrat Reinhardt Glauber (FW) die Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Natur. Einziger Tagesordnungspunkt war das Betriebsergebnis der Abfallwirtschaft 2012.

Rund eine Million Euro Defizit ist bei einem Aufwand von über neun Millionen Euro aufgelaufen, obwohl man vor fünf Jahren noch von jährlichen Negativergebnissen in der Größenordnung von 600 000 Euro ausging. Um diese Summen auszugleichen, hätten die Rücklagen ausgereicht.

Nun aber sind sie 2014 aufgebraucht. Im Defizit schlägt sich auch nieder, dass die Deponieentgelte um über 250 000 Euro zurückgegangen sind. Deponieentgelte heißen die Einnahmen, die für Groß-Anlieferungen eingenommen werden. Hier hält sich der Kreis bewusst zurück, um die Deponie gleichmäßig bis 2030 zu verfüllen.
Natürlich schlagen sich auch höhere Kraftstoffpreise in der Jahresbilanz nieder. Und höhere Aufwendungen für die Entsorgung von Sondermüll.

Auf der anderen Seite waren die Erträge für Wertstoffentsorgung sinkend. So kommt das dichte Wertstoffhofnetz im Landkreis teuer. Denn das Duale System zahlt weniger für das Einsammeln der Gelben Säcke. Für eine Lücke im Etat sorgt auch, dass auf der Deponie Gosberg für Grüngut und Sperrmüll keine Gebühren für die Entsorgung erhoben werden. Über 21 000 Mal wurde Sperrmüll auf der Deponie angeliefert.

Fehler aus den 70ern und 80ern

Das Betriebsergebnis der Deponie wurde auch durch Aufwendungen belastet, die notwendig sind, um Fehlentwicklungen wegen der wenig getrennten Müllfraktionen aus den 70er- und 80er-Jahren zu beseitigen. Die Anschaffung eines neuen Gasmotors für knapp 170 000 Euro wurde beschlossen.

"Eigentlich müsste es Entsorgungszentrum heißen, so viele Leistungen sind in den letzten Jahren dazugekommen, wie Grüngut auf den Wertstoffhöfen und Abholung von Elektrogeräten", betonte der Landrat. Für Hans-Jürgen Dittmann (CSU) stach im vorgelegten Bericht hervor, dass "der Müll evident weniger" wird. "Schlecht aus Sicht des Landratsamts, gut für die Umwelt", kommentierte er das Ergebnis.

Es muss etwas geschehen, legte Kämmerin Carmen Stumpf den Kreisräten nahe. Diese Möglichkeiten bot sie an: Sparen beim Komfort, alle Gebühren gleichmäßig anheben oder kostenlose Posten mit einer kleine Pauschalgebühr belegen, beispielsweise für Sperrmüll oder Gartenabfälle.

Hier warnte gleich Förster Erich Daum (FW): Wilde Ablagerungen, für deren Entsorgung die Gemeinden löhnen müssten, und die Ausbreitung von fremden Arten in der Natur durch weggeworfenes "Grünzeug".
Acht bis neun Jahre waren die Müllgebühren konstant. Jetzt muss reagiert werden. Für Jürgen Kränzlein (SPD) nach dem Verursacherprinzip. Denn derzeit hat zum Beispiel eine sechsköpfige Familie genauso viel Sperrmüll frei wie ein Single.

Dazu Glauber: "Früher war ich ein glühender Verfechter des Müllwiegens. Aber die Deponie verursacht nun einmal Vorhaltekosten - für alle." Der Ausschuss schob den Schwarzen Peter an die Verwaltung weiter. Sie soll Modelle entwickeln, wie und welche Gebühren angehoben werden sollen.