Zur niederdrückenden Herbststimmung und der Wintertristesse gesellt sich der Corona-Blues. Gerade die Kinder können nicht mehr sorglos miteinander spielen. Einen kleinen Lichtblick in der Weihnachtszeit wollten die drei Ortsvereine schenken und Adventsfenster schmücken, damit sich der Lichterglanz in den Kinderaugen widerspiegelt. Prämiere in Mittelehrenbach - unter Corona-Bedingungen.

"Die Idee, während der Adventszeit 24 Hausbesitzer zu finden, die für die ganz Kleinen ein Fenster ihres Hauses adventlich schmücken, war von findigen Jungeltern gekommen, die ihren Kleinen auch einen Ersatz für den ausgefallenen Martinsumzug bieten wollten", erklärt Raimund Dörfler, Ehrenvorsitzender der freiwilligen Feuerwehr. Er sollte eine besondere Rolle haben, wenn die Feuerwehr ihr Fenster am Feuerwehrhaus leuchtend präsentieren wird. Als Nikolaus wollte Dörfler bei anbrechender Dunkelheit erscheinen und die Kinder mit einer Geschichte überraschen - in sicherem Abstand. Zugleich wollte er mit dieser Überraschung für die Feuerwehr werben. Doch Raimund Dörfler bekam die rote Karte gezeigt.

Mittelehrenbach: Rote Karte für den Nikolaus

"Mit dem Hinweis auf die jüngst rasant gestiegenen Corona-Zahlen wurde ich gebeten, erst im nächsten Jahr zu erscheinen. Man möchte jedes Risiko ausschließen", betont Dörfler. Die gesamte Lichtblick-Aktion war penibel vorbereitet worden, um von vornherein kein Risiko einzugehen.

Die Idee jedenfalls fand Anklang, ebenso waren gerne 24 Hausbesitzer bereit, ihr Fenster erstrahlen zu lassen.

Um keine Menschenansammlungen zu verursachen, wurde nicht nur geplant, welche Familie das zur Straßenseite gelegene Fenster schmückt, sondern auch, welche Familie wann an dem geschmückten Fenster vorbeispazieren darf. "Die Reihenfolge der durchnummerierten Fenster wurde in einer eigenen Whatsapp-Gruppe festgelegt und nur dort bekanntgegeben. Und auch die zeitliche Reihenfolge der Fensterbesucher wurde per App bestimmt. Die Jüngsten zuerst. So konnte man Corona-Abstand wahren", so Dörfler.

Um weitere Risiken auszuschließen, sollte das Drumherum weniger einladend sein. Sowohl auf den zur Adventszeit gehörenden Glühwein als auch auf jede andere Art von Alkohol wurde verzichtet. Lediglich für die Kinder wurden Plätzchen als süße Dreingabe und weihnachtlichem Gruß bereitgestellt. Zugleich geht der Zusammenhalt in der schwierigen Zeit nicht verloren.

Geschmückte Fenster: Ein spezielles Mittelehrenbacher Betthupferla

Selbst wenn man sich nicht begegnet, ist das Signal eindeutig: Man denkt trotzdem an den anderen und möchte Freude verbreiten. Mit Erfolg: "Die Kleinen fanden bis jetzt Gefallen an der nächtlichen Ausfahrt im Kinderwagen, so kurz vor dem Zubettgehen. Ein spezielles Mittelehrenbacher Betthupferla gewissermaßen.

Einige größere Kinder bringen ihre Martinslaternen mit und haben Spaß", weiß Dörfler. Genau so wie es gedacht war. Laternenträger im Alleingang, als Ersatz für den großen Martinszug.

Nur der Nikolaus ist ein wenig enttäuscht, dass ihm die rote Karte gezeigt und er auf nächstes Jahr vertröstet wurde.

Aber die Gesundheit habe Vorrang. Jedes der geschmückten Fenster und jede Martinslaterne stehe für die Hoffnung auf ein Ende der Pandemie und für ein gesundes Weihnachtsfest.