"Die Leute scharren schon mit den Füssen und wollen wieder raus und sich in der Natur bewegen", sagt Thomas Mehl und freut sich, dass seine Disc-Golf-Anlage in Gößweinstein jetzt genutzt werden kann.

Eigentlich sollte es Mitte Mai das erste "Leinen Los Open" geben. Hier hätte jeder Interessent teilnehmen können. Außerdem war die "German Tour" geplant, eine Veranstaltung für Frisbee-Profis. "Die Wettbewerbe mussten wegen Corona erst einmal verschoben werden", erzählt Mehl und erklärt kurz, was Disc Golf eigentlich ist.

Diese Sportart wurde in den 70er Jahren in Amerika entwickelt. Ziel ist es, auf einem Parcours mit 18 Bahnen ein Frisbee mit möglichst wenigen Würfen in Richtung eines Fangkorbes aus Metall zu werfen. Wie beim Golf landet die Scheibe nicht gleich im Korb. Deshalb markiert man die Stelle, an der der Frisbee liegenbleibt und wirft von dort, bis er im Korb landet.

Im Süden Deutschlands ist diese Sportart erst im Kommen. In der Fränkischen Schweiz gibt es nur in Gößweinstein eine fest installierte Anlage mit 18 Bahnen. "Ich habe das mal vor Jahren in Kellenhusen an der Ostsee gesehen und dachte mir, das muss ich auch nach Franken bringen", erinnert sich Mehl. Fasziniert hatte ihn dort, dass zwei der Körbe im Meer stehen: "Da wird es interessant, wenn man den Korb nicht trifft."

Auf 2,5 Kilometern verteilt

Der Sport ist für jedes Alter geeignet. Profis bringen ihre eigenen Frisbees mit, man kann sich aber auch vor Ort welche leihen. "Die werden nach Gebrauch desinfiziert. Ansonsten haben wir bisher keine Probleme gehabt, denn die Spieler sind diszipliniert und die Gruppen treffen wenig aufeinander, denn die Bahnen sind auf 2,5 Kilometer verteilt", so Mehl. Entweder spielen kleine Gruppen oder Familien miteinander.

Wegen Corona gab es auch für Thomas Mehl finanzielle Einbußen. Normalerweise wird die Anlage auch im Winter und Frühling bespielt. Auch das Ostergeschäft fiel in diesem Jahr weg. "Da es hier sonst keine solche Anlage gibt, kommen viele Spieler aus Erlangen und Nürnberg oder Amerikaner aus Grafenwöhr. Das mit dem Abstand ist kein Problem. Die Gäste achten auf sich und andere", erzählt Thomas Mehl. Derzeit übernachten Mehl zufolge manche Spieler sogar am Parkplatz im Auto, wenn sie von weiter her kommen, da es keine Übernachtungsmöglichkeiten am Ort gibt.

Mehr miteinander

Beim Anlegen des Parcours half ihm Enzo Pedaci aus Nürnberg. Er ist der Vorsitzende der Disc-Golf-Sparte im Frisbeesport-Landesverband Bayern. "Ich mag an dieser Sportart die Bewegung in der Natur, den Flug des Frisbees, und dass es weniger gegeneinander, sondern miteinander geht", erklärt Pedaci.

Auch er und seine Freunde freuen sich darauf, wieder rauszukommen und sind Gäste in Gößweinstein. "Es ist schon ein wenig eigenartig, denn man muss mehr Abstand halten. Auch die Logistik ist aufwendiger", erzählt er, denn vor Corona seien sie zu fünft im Bus eines Mitspielers gefahren. Jetzt brauchen sie drei Autos: "Es ist schwierig mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Gößweinstein zu kommen."

In den letzten paar Wochen spielten die Jungs im Park in Nürnberg. Jetzt freuen sie sich, dass sie wieder auf der Anlage in Gößweinstein trainieren können und hoffen, dass es bald wieder Turniere gibt.