Die Corona-Krise betriff die Armen und Kranken in vielen ärmeren Ländern extrem. In der mittlerweile fast weltweiten Pandemie ist es der Hilfsorganisation "Lasst uns gehen" Heiligenstadt wegen der Ausgangsbeschränkung und Grenzschließungen nicht möglich, in nächster Zeit Hilfstransporte durchzuführen. Die Lage in ihren Anlaufstellen ist teilweise dramatisch. Der für Mitte März bereits zur Abfahrt vorbereitete Transport nach Rumänien sowie die für April geplante Fahrt mit wichtigen Krankenhausartikeln in die Ukraine musste deshalb abgesagt werden, obwohl diese Güter gerade jetzt dringend benötigt werden. Deshalb können im Moment auch keine Hilfsgüter angenommen werden, wie Friedrich Dorsch, Vorsitzender des Missionsvereins, mitteilt. Die Einschränkungen, Schließungen und Verbote in den Ländern (Moldawien, Ukraine, Rumänien), in denen der Hilfsverein aus Heiligenstadt jährlich mehrmals Hilfe bringt, seien noch früher und stärker als in Deutschland verordnet worden. "Die Maßnahmen werden stark überwacht und kontrolliert und bei nicht Einhaltung drastisch bestraft", weiß Dorsch, "wie man uns berichtete, war der Staat wahrscheinlich gezwungen, weil dort überall durch das marode Ärzte-, Sozial- und Krankensystem größere Epidemien wie bei uns nicht beherrschbar wäre. Außerdem fehlen die entsprechenden Geräte, Betten und Personal."

Geringe Einkommen

Da viele der dort lebenden Personen keine festen oder nur geringe Einkommen haben, sind diese plötzlich durch Arbeitslosigkeit und ohne staatliche Unterstützungen in große Not geraten. Selbst die ländliche Bevölkerung, die um diese Jahreszeit noch keine Feldfrüchte (Gemüse, Kartoffeln), hat, sind sie wie all die anderen auf ihre spärlichen Vorräte oder auf die Unterstützung der Kirchen und Hilfsvereine angewiesen. Die circa zwei bis drei Millionen Leute, die in den westlichen Staaten arbeiteten, mussten Großteils in die Heimat zurück und sind jetzt ebenfalls ohne Arbeit und Einkommen.

Zustände in den Heimen

Ein weiteres großes Problem sind die Kranken, Behinderten und die in Heimen untergebrachten Personen, weil da auch noch das Geld für Medikamente fehlt und deshalb schon mehrere Personen verstorben sind. Ein Arzt der Palliativstation Oradea (Rumänien), der vom Heiligenstadter Verein gelegentlich finanziell unterstützt wird, berichtete, dass sie beim Besuch ihrer austherapierten Personen und Kinder weder Schutzkleidung, Masken noch Handschuhe haben und auch hier heuer schon über 50 Personen verstorben sind. Trotzdem versorgen und betreuen sie ihre Patienten mit aller Kraft in ihrer letzten Lebenszeit.

Das vom Missionsverein immer wieder unterstützte Waisenhaus in Rumänien, in dem 150 Kinder und Jugendliche von Nonnen betreut und versorgt werden und das überwiegend von Spendengeldern lebt, bittet um Unterstützung, weil die Lebensmittelreserven zu Ende gehen.

Ebenfalls ist die Anlaufstation in der Ukraine betroffen, die in den letzten Wochen dort 400 Lebensmittelpakete verteilt hat. Dieselben Probleme hat auch die Missionsstation in Moldawien, die von einem dänischen Ehepaar schon 20 Jahre geführt wird. Die Helfer verteilten in den letzten Monaten außer Lebensmittelpaketen 30 Tonnen Heizmaterial an die Ärmsten. Auch das christliche Waisenhaus in Indien hat außer der Versorgung noch Probleme mit den überwiegend heimischen Hindus, berichtete der dort lebende Pastor dem Missionsverein.

Spenden erbeten

Deshalb hat der Missionsverein "Lasst uns gehen" beschlossen, seine Stellen in den entsprechenden Ländern angesichts ihrer zu Ende gehenden Reserven finanziell zu unterstützen, damit sie wenigstens den Ärmsten einige Lebensmittel zukommen lassen können. "Jeder Geldbetrag, egal wie hoch, hilft und rettet Leben", sagt Friedrich Dorsch.

Bankverbindungen des Missionsvereins: Raiffeisenbank Heiligenstadt DE 59 7736 5792 0003 221660

Sparkasse Heiligenstadt DE 27 7705 0000 0810 918227.