Der 44-Jähriger, der in der mutmaßlichen Tatzeit in Forchheim gelebt hat, wird zu einer Haftstrafe verurteilt. Gegen das erstinstanzliche Urteil hat der Anwalt des Angeklagten, Manfred Ellmer, allerdings Revision eingelegt.

"Wir warten jetzt auf die schriftliche Urteilsbegründung", sagt Ellmer am Donnerstag. Dies könne allerdings vier bis sechs Wochen dauern. Dann muss über den Antrag zur Revision entschieden werden. Der bekannte Rechtsanwalt für Familien- und Strafrecht aus Nürnberg rechnet frühestens in einem halben Jahr mit einer Entscheidung in der Sache. Bis dahin sitzt sein Mandant weiterhin in Untersuchungshaft. Über die Revision muss der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entscheiden. Richter Dieter Weidlich hatte das Urteil im Namen des Volkes bereits am Mittwoch verkündet. In seiner mündlichen Urteilsbegründung hatte der Richter besonders die Glaubwürdigkeit der Zeugin hervorgehoben.

Sexuelle Handlungen

Auf das umstrittene Gutachten habe sich die Kammer dagegen kaum gestützt. Die Verteidigung hatte heftige Kritik an dem Gutachten in dem Verfahren geäußert.

Dem 44-Jährigen wurde zur Last gelegt, sich zwischen den Jahren 2006 und 2011 an einem damals erst sieben- bis zwölfjährigen Mädchen mehrfach sexuell vergangen zu haben. Der Angeklagte, der damals hauptsächlich in Forchheim gelebt hat, hat die Taten abgestritten. Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann vor, dem kleinen Mädchen zunächst Sexfilme gezeigt zu haben. Später soll er vor dem Opfer onaniert haben. Im Laufe der Zeit sollen die sexuellen Handlungen zugenommen haben.

Öffentlichkeit ausgeschlossen

Mehrmals soll der 44-Jährige bei Übergriffen so getan haben, als würde er schlafwandeln. Das heute 16-jährige Mädchen hatte ihre Vorwürfe vor Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit bekräftigt. Aus diesem Grund wurde die Öffentlichkeit von den Plädoyers ausgeschlossen.

Die Vertreterin der Nebenklage, Andrea Kühne, sieht darin ein Dilemma. Einerseits würden die Opfer im Zeugenstand geschützt. Andererseits könne die Öffentlichkeit den Prozess dadurch weniger nachvollziehen. Der Ausschluss der Öffentlichkeit ist im Paragraf 171b des Gerichtsverfassungsgesetzes geregelt.