Seit mehr als 30 Jahren bieten die Lebenshilfe-Werkstätten am Kennedy-Ring ein beschützendes und förderndes Arbeitsfeld für behinderte Menschen. Doch jetzt tut eine grundlegende Sanierung not. Das 6,4-Millionen-Projekt lässt sich nur mit einer Zuwendung des Landkreises und einer Bürgschaftserklärung für ein Kommunaldarlehen stemmen.
Die Bausubstanz und die energetische Auslegung des Gebäudes entspreche bei weitem nicht dem heutigen Standard, erklärt Wolfgang Badura im Kreisausschuss für Kultur, Bildung und Soziales. Der Geschäftsführer der Lebenshilfewerkstätten untermauert dies in seinem Vortrag mit Bildern von maroden Fenstern und Türen und defekten Stellen in der Überdachung. Wegen der baulichen Gegebenheiten könnten außerdem die in Werkstätten geltenden Verordnungen hinsichtlich des Raumklimas und der Beleuchtung nicht erfüllt werden. Badura hebt hervor, dass auch der Brandschutz nicht mehr zeitgemäß sei. Nicht zuletzt sei eine Modernisierung unumgänglich, da sich während der zurückliegenden 30 Jahre massive Änderungen im Bereich der Kundenaufträge, der technischen Anforderungen und des Klientels einer Werkstatt ergeben hätten. Badura betont, dass selbst aus dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt Menschen in Folge von Unfällen mit Schädel-Hirntraumata in die Lebenshilfewerkstätten kämen.
Dann erläutert der Geschäftsführer der Werkstätten das Finanzierungskonzept für die Modernisierung. Dabei spricht er dem beauftragten Architekturbüro Schwarzmann sein uneingeschränktes Vertrauen hinsichtlich der Kostenkalkulation aus, die ein Gesamtvolumen von netto 6,4 Millionen Euro hat. Um das Projekt stemmen zu können beantragt die Lebenshilfe vom Kreis eine Förderung von 269 000 Euro sowie eine Bürgschaft für die restlichen auf dem freien Kapitalmarkt zu beschaffenden Gelder in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro.
Kreisrat Edwin Dippacher (CSU) lobt die transparente Vorstellung des Vorhabens. Man müsse froh sein, das die Lebenshilfe mit den Werkstätten eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe übernommen habe. Die Zuschusshöhe sei vertretbar, man könne dem Antrag zustimmen. Dem schließen sich auch Manfred Hümmer (FW) und Jürgen Schneider von den Jungen Bürgern an. Einzig Karl Waldmann (Grüne Liste) äußert Verunsicherung. Vor dem Hintergrund der aktuellen Kostenüberschreitungen bei der Sanierung des Ehrenbürg-Gymnasiums fragt er Wolfgang Badura: "Wie sicher sind Sie, dass die kalkulierten 6,5 Millionen ausreichen?".
Der Werkstätten-Geschäftsführer zeigt sich überzeugt, dass die Kostenkalkulation im ausreichenden Rahmen liege. "Ich habe dem Planer gesagt, es darf keinen Cent mehr kosten", versichert Badura. Der Ausschuss gab grünes Licht für den Antrag der Lebenshilfe.