Am Freitag lud Landrat Hermann Ulm (CSU) zur feierlichen Eröffnung des Leaderprojektes "Künstlerische Gestaltung des Kreisverkehrs am Kersbacher Kreuz" bei Forchheim. Mit einer kleinen Feierstunde sollte das vor Ort installierte Projekt seiner Bestimmung übergeben werden. Zur Fertigstellung fehlt nun nur noch die Begrünung, die in zwei Wochen folgen soll.

Projekt bereitete viel Arbeit

"Sehr gelungen" nannte Kreis-Kulturreferent Anton Eckert das Kunstwerk des Künstlers Harald Winter auf der Verkehrsinsel des Kreisverkehrs zwischen Forchheim, Kersbach und Gosberg. In nächster Zeit brauche er ein derartiges Projekt aber nicht so schnell noch einmal, verrät er lachend mit Blick auf die viele Arbeit, die mit der Installation verbunden gewesen sei.

Auch Landrat Hermann Ulm wusste um den Aufwand und die Detailarbeit, die für die Umsetzung des Projektes zu bewerkstelligen waren. So dankte er den zahlreichen Akteuren, die an der Planung, Finanzierung und Durchführung des Kunstwerks beteiligt waren.

Künstler-Wettbewerb

Wäre die Umsetzung ohne das Zutun von Institution wie dem Kreisverband für Bildende Künste, dem Tiefbau- und dem Straßenverkehrsamt Forchheim, von regionalen Kunstexperten, dem Leader-Koordinator Michael Hofmann und den Mitarbeitern der ökologischen Kreisentwicklung nicht möglich gewesen, stammte die Idee für das Kunstwerk selbst vom Weilersbacher Künstler Harald Winkler.

Er hatte sich mit seinem Entwurf bei einer europaweiten Ausschreibung durchgesetzt. "Das Beste war uns gerade gut genug und da ist ein Wettbewerb das beste Mittel", verriet Leader-Koordinator Michael Hofmann den Hintergrund der Ausschreibung. In zwei Phasen waren zunächst die besten zehn von über 100 eingereichten Entwürfen gekürt worden. Anschließend setzte sich Winter in einer zweiten Phase gegenüber seinen verbliebenen Mitbewerbern durch.

Mit Werk einen Nerv getroffen

Mit seinem Werk auf der zentralen Fläche des Kreisverkehrs, die für Touristen von der A 73 das "Einfallstor zur Fränkischen Schweiz" bildet, habe Winter laut Hofmann einen Nerv getroffen. So bilde das Kunstwerk ein Wahrzeichen, das sowohl Einheimische stolz mache als auch Besuchern zeige, dass es in der Region etwas zu sehen gebe.

Landrat Ulm fand, der Künstler sei der Auftragsstellung, die Region Fränkische Schweiz an der Nahtstelle des mobilisierten Verkehrs idealtypisch darzustellen, nachgekommen.

Die Verkehrsinsel ziert nun ein Zitat des Frühromantikers Ludwig Tieck: "Die ganze Natur ist dem Menschen, wenn er poetisch gestimmt ist, nur ein Spiegel, worin er nichts als sich selbst wiederfindet." Diesen Satz formulierte der Schriftsteller 1793 als Student der Universität Erlangen in seinem Reisebericht über seine Pfingstreise, die ihn unter anderem durch die Fränkische Schweiz führte. In der Germanistik werden diese Schilderungen gerne als die Geburtsstunde der deutschen Frühromantik betrachtet.

Verschiedene Interpretationen

Auch heute hat das Zitat, das nun nach dem Entwurf Winters in Form von scheinbar schwebenden, teils vergoldeten, im Kreis angeordneten Lettern den Kreisverkehr ziert, laut Ulm noch Bedeutung. Besonders in ökologischer Hinsicht mahne es zum Erhalt unserer Ressourcen.

Der Künstler selbst betonte außerdem die Wandelbarkeit in der Interpretation seines Werks. Je nach Richtung, aus der man komme und der Zeit, zu der man sich dem Kreisverkehr nähere, ermögliche die Plastik unterschiedliche Perspektiven.

Damit spielte der Künstler wohl auch auf die bereits aufgekommene Kritik an, dass man beim Versuch, den Schriftzug im Ganzen zu lesen, den Verkehrsfluss gefährde. "Wer sich offen zeigt, kann hier nachdenklich oder auch romantisch gestimmt werden", stellte Winter fest.

Projekt in Kürze abgeschlossen

Mit Gesamtkosten von rund 78 000 Euro, die neben dem Landkreis und der Stadt zu einem Großteil das EU-Förderprogramm Leader stemmte, ist das Projekt nun nahezu abgeschlossen. Lediglich die Begrünung des Kreisverkehrs hatte sich aufgrund der aktuellen Corona-Lage verzögert, solle aber laut Kulturreferent Eckert in den nächsten beiden Wochen fertiggestellt werden.

Auch habe man abschließend noch eine Erklärungstafel beauftragt, die am Kunstwerk installiert werden soll, um Bürger über die Hintergründe zu informieren.