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Hallerndorf
Klimawoche

Kreis Forchheim: Neubau mit Holz und Lehm statt Stein und Beton

Feuchtigkeit im Haus will keiner haben. Das dachten sich auch Bauherren in Hallerndorf - und entschieden sich für einen Neubau in Holz- und Lehmbauweise.
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In Holz- und Lehmbauweise  wird dieses Haus in Hallerndorf  gebaut. Der Neubau ist noch nicht ganz fertiggestellt,  Foto: Sylvia Hubele
In Holz- und Lehmbauweise wird dieses Haus in Hallerndorf gebaut. Der Neubau ist noch nicht ganz fertiggestellt, Foto: Sylvia Hubele
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Ob sich Menschen in einem Haus wohlfühlen, hängt von der darin befindlichen Luft, der Temperatur, Feuchtigkeit und eventuellen Schadstoffen sowie Elektrosmog ab. Werden natürliche Baustoffe wie Lehm und Holz eingesetzt, entstehen Häuser, die gleichermaßen energieeffizient und gesund zum Wohnen sind. Während Christine Galster vom Landratsamt Forchheim im Rahmen der Klimawoche des Landkreises auf die damit verbundenen Fördermöglichkeiten hinwies, referierte der Vorsitzende des Verband Baubiologie, Ulrich Bauer, über das Raumklima und dessen Faktoren. Die Bauherren Alexander und Natalia Anderer hatten dafür die Türen zu ihrem noch nicht ganz fertiggestellten "Effizienzhaus 40+" geöffnet, das in Holz- und Lehmbauweise errichtet wird.

Das Publikum war nicht nur interessiert, sondern dachte kundig mit. Als der Fachmann wissen wollte, wann ein feuchter Keller leichter trocken wird, antwortete ein Besucher "Im Winter" und lag damit richtig. Kommt kühle Luft in einen Raum, nimmt diese weniger Wasser auf und die Feuchtigkeit entweicht nach außen, erläuterte Bauer.

Feuchtigkeit selbst produziert

Er führte weiter aus, dass die meiste Feuchtigkeit in Wohnräumen vom Menschen selbst produziert wird. Wurden jedoch früher Betten zum Lüften aus dem Fenster gehängt, bleibt heute die Feuchtigkeit in den Räumen. Während ein mineralischer Putz auf Ziegeln kaum Feuchtigkeit aufnimmt, bleibt diese im Raum und führt an den Kältebrücken zur Schimmelbildung. Ein Lehmputz dagegen nimmt die Feuchtigkeit auf, so dass sie nicht kondensiert.

Dämmung aus Jute

Der Ingenieur wies außerdem darauf hin, dass viele der konventionellen Baustoffe mit Schadstoffen behaftet seien und diese im Lauf der Zeit an die Raumluft abgegeben würden. "Die Emissionen aus den Baustoffen haben gesundheitliche Wirkungen", ist sich der Fachmann sicher. Er zeigte natürliche Alternativen, zu denen beispielsweise eine Dämmung aus Jute gehört.

Im November will Familie Anderer in ihr bis dahin fertiggestelltes Haus in Hallerndorf einziehen. Ursprünglich hatte sich Alexander Anderer unter seinem eigenen Haus ein konventionell gemauertes Haus mit Betondecke vorgestellt, ganz klassisch eben. Je länger er sich jedoch mit den einzelnen Häusern beschäftigte, desto mehr kam er ins Grübeln. Er sprach mit Fachleuten von Baufirmen, von Fertighausherstellern, aber auch mit Baubiologen. Anderer stellte fest, dass es sehr viele unterschiedliche Anbieter gibt und fragte sich dann selbst, was ihm bei seinem eigenen Haus eigentlich wichtig ist: "Es ist eine Investition fürs Leben." Die Klimawoche des Landkreises findet jährlich statt und ist an die bayerischen Klimawochen angedockt, erzählte Christine Galster. Wer Energie spare, senke nicht nur seine Kosten, sondern könne oft mit Fördermitteln unterstützt werden. Das gelte für energieeffizientes Bauen ebenso wie für Photovoltaik.