Nach der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Wiesenthau waren die Anwohner der Langenlohe entsetzt, denn es war beschlossen worden, dass die Errichtung eines Mobilfunkmastes unterstützt werden soll. Ein möglicher Standort könnte in der Nähe ihrer Grundstücke sein. Die Bürger betonen, dass sie nicht gegen einen Mobilfunkmast sind. Ihnen macht der Standort Sorgen. Bürgermeister Bernd Drummer (BGW) hatte von zehn Grundstücken gesprochen, die überprüft worden waren. "Aber welche und warum diese nicht geeignet schienen, wurde nicht erklärt. Das Vorgehen bei der Grundstückswahl ist für uns Anwohner intransparent und nicht nachvollziehbar", meint Rotraud Krüger.

Anruf in der Gemeinde

Um mehr darüber zu erfahren, rief Stefanie Warmerdam am vergangenen Freitag in der Gemeinde an, erfuhr aber ihrer Ansicht nach nicht viel. "Vor allem die Angst vor gesundheitlichen Belastungen und dem Wertverlust der nahen Häuser macht uns Anwohnern wirklich zu schaffen. Wer will denn so nah neben einem Mast wohnen?", fragt sie. Warmerdam weist darauf hin, dass "der Mast übrigens nun genau dorthin kommen soll, wo der Widerstand in der Befragung am größten war". Eine Anwohnerin (Name der Redaktion bekannt) berichtet, dass die betroffenen Bürger Argumente und Vorschläge beim Bürgermeister, den Gemeinderäten und in der Bevölkerung eingebracht hätten: "Wir haben eine Informationsveranstaltung organisiert und wiederholt um eine offene, bürgernahe Diskussion gebeten." Im Rahmen einer Bürgerbefragung habe der Bürgermeister ein neutrales Gutachten zur Standortwahl versprochen. Deshalb waren die Anwohner überrascht, dass ein Beschluss gefasst worden war - auch, weil in der Bekanntmachung der Tagesordnung vor der Sitzung nur von "weiteres Vorgehen" die Rede gewesen war.

Die Strahlenbelastung

"Wir haben uns mit der von Mobilfunkmasten ausgehenden Strahlenbelastung beschäftigt. Aufgrund von Studien ist davon auszugehen, dass die gesundheitliche Beeinträchtigung mit der Nähe zum Mobilfunksender zunimmt, insbesondere innerhalb von 400 Metern", erklärte Helga Bühnemann. Deswegen fordern die betroffenen Bürger zu ihrer Sicherheit einen solchen Mindestabstand zur Wohnbebauung. Für Vedat Mutlu wäre es ein Zeichen von Transparenz, wenn "ein unabhängiger Gutachter die Strahlenbelastung direkt am bebauten Wohnraum berechnen würde". Ein anderer Anwohner (Name der Redaktion bekannt) meint, dass der geplante 40-Meter-Mast am Standort Langenlohe für die Telekom nur rentabel wäre, wenn künftig auch andere Anbieter den Mast nutzen und auch Nachbarorte mitversorgt werden. "Aber ist es die Aufgabe der Gemeinde Wiesenthau, dafür ein Grundstück zur Verfügung zu stellen, während ein Großteil ihrer Einwohner das ablehnt?", fragt er.

Auf Nachfrage zählt Bürgermeister Drummer die bisher überprüften Grundstücke auf: "Die Deutsche Funkturm hatte ursprünglich einen Standort in der Ortsmitte in der Nähe der Kirche für einen Funkmast vorgesehen." Anschließend sei ein privates Grundstück im Ort von der Deutschen Funkturm gesucht und gefunden worden, für welches auch ein Bauantrag eingereicht worden war. "Danach hat die Gemeinde den Bauhof, den Hochbehälter Wiesenthau sowie drei gemeindliche Grundstücke im Bereich ,Sechs Bette' und Langenlohe zur Prüfung vorgeschlagen. Ein Grundstück im Bereich ,Sechs Bette' könnte gegebenenfalls genutzt werden. Alle anderen scheiden aus, da die Grundstücke zu klein sind oder funktechnisch nicht passen", erklärt Drummer.

Funktechnik und Naturschutz

Das Unternehmen hatte einen Standort an der Ecke vom Sportplatz vorgeschlagen. Dieser Standort scheitert am Grundstücksbesitzer. Zudem wurden zwei Grundstücke im Bereich des Kleinen Walberlas geprüft, die aus funktechnischer und naturschutzrechtlicher Sicht ausfielen. "Abschließend wurde der Deutschen Funkmast nun noch das Grundstück im Bereich Höllerlein angeboten, von welchem in der letzten Sitzung berichtet wurde", sagt Drummer. Der Bürgermeister ergänzt, dass über alle diese Vorgänge im Rahmen von Gemeinderatssitzungen öffentlich gesprochen worden war.

"Wir wünschen uns offene und konstruktive Gespräche mit dem Bürgermeister, damit letztendlich ein Standort gefunden werden kann, der möglichst weit weg ist von der Bebauung", wünscht sich eine weitere Anwohnerin (Name der Redaktion bekannt).