Ein Landwirt aus einem anderen Landkreis fährt Hundebesitzern nach und fotografiert die Leute, wenn ihre Vierbeiner zu nahe an landwirtschaftliche Flächen kommen. Das tut er nicht nur auf seinem Streifen Land, auch auf den Flächen anderer Landwirte.

Wenn auch manches Verhalten der Spaziergänger oder Hundebesitzer auf wenig Verständnis der Landwirte stößt, "es berechtigt nicht, so auf Leute loszugehen. Es gibt hier keinen Landwirt, der dieses Verhalten für gutheißt", sagt Uwe Krämer aus Gräfenberg. Er ist landwirtschaftlicher Dienstleister, kennt deshalb alle Landwirte in der Region und baut auch selbst an.

Der Landwirt aus dem anderen Landkreis ist bei den hiesigen Bauern kein Unbekannter. "Er ist kein professioneller Landwirt, eher einer, der hobbymäßig eine kleine Fläche bewirtschaftet", weiß Uwe Krämer. Andere Landwirte und auch Krämer, haben ihre eigene Erlebnisse mit dem Hobbylandwirt. Auch Krämers Sohn wurde schon wegen einer Lappalie in unangemessener Weise angegangen.

Vor allem ärgern sich die einheimischen Bauern, dass das ihrer Ansicht nach unmögliche Verhalten eines Einzelnen einer ganzen Berufsgruppe ein negatives Image verschafft. Sie wollen ein gutes, harmonisches Miteinander.

"Wir haben kein Problem mit Hundehaltern, außer die Hunde rennen unkontrolliert in den Wiesen herum", erklärt Krämer. Das war bei den geschilderten Vorfällen nicht der Fall: Die Hunde waren alle an der Leine und am Wegrand unterwegs. "In jeder Gruppe gibt es schwarze Schafe, aber man kann sie nicht auf alle übertragen. Es tut uns leid, wenn so etwas passiert", wehren sich die Bauern.

Dass Hunde grundsätzlich nicht in den Wiesen und Feldern ihre Häufchen hinterlassen, so vernünftig sollten die Leute sein und seien es meistens auch. Wenn am unbewirtschafteten Streifen Hundekot liege, hätten die Landwirte kein Problem damit. Das ist den heimischen Bauern lieber, als wenn die Kot-Tüten in die Wiesen geschleudert oder unter Büsche gelegt werden.

Natürlich gibt es auch stark frequentierte Wege, wo die Häufchen schon zum Ärgernis werden. Das ist aber nicht an dem geschilderten Weg, sondern in anderen Gebieten zu beobachten.

Mit den Wanderern auf dem touristischen Fünf-Seidla-Steig rund um Gräfenberg hat Uwe Krämer kein Problem. "Sie sind immer lustig drauf, manche machen die La-Ola-Welle, wenn man an ihnen vorbeifährt", erzählt der Dienstleister. Dafür ziehen manch andere Wanderer die Jacke hoch oder drehen sich um. Das wird negativ von den Landwirten bewertet.

"Wenn es sehr windig und trocken ist, schütze ich mich so vor dem Staub, der dann aufgewirbelt wird", erklärt eine Spaziergängerin, warum auch die Landwirte nicht alles negativ auf sich beziehen sollen. Manchmal seien die Dinge anders begründet.

Unsitte der Hundesitter

Nur eine Berufsgruppe ist immer häufiger anzutreffen: die Hundesitter. "Die Sinnhaftigkeit, vier Hunde in Nürnberg in einen Caddy zu packen, hierherzufahren, die Hinterlassenschaften hierzulassen und dann wieder nach Nürnberg zu fahren, fehlt uns", sagt Krämer. Doch grundsätzlich wollen die heimischen Berufslandwirte nicht auf Recht und Gesetz pochen. Eine gewisse Toleranz sollte vorhanden sein, sind sich die Landwirte einig.