Kreisentwicklung, das sei ein recht "abstrakter Überbegriff", sagt Landrat Hermann Ulm (CSU). Welche Vielfalt an "Mosaik-Arbeit" sich hinter dem Begriff verbirgt, das wollen Ulm und rund 100 seiner Mitarbeiter den Landkreis-Bürgern am Sonntag vor Augen führen: Zwischen 10 und 16 Uhr sind die Bürger in die Dienststelle Ebermannstadt (Oberes Tor 1) eingeladen.
19 Abteilungen des Landratsamtes werden sich an diesem Tag der offenen Tür präsentieren. "Wer Kreisentwicklung hört, denkt an Schulen oder Straßenbau, aber es gehört viel mehr alltägliche Detailarbeit dazu", sagt Hermann Ulm.
Am Sonntag wird beispielsweise das Thema Barrierefreiheit bei einem Hindernislauf mit Rollstuhl und Rauschbrille demonstriert. Pinnwände, Tafeln, oder Quizveranstaltungen werden über Tourismuskonzepte Jugendhilfeplanung oder die Gesundheitsregion informieren. Der Bauhof zeigt seinen Fuhrpark, die Klinik Ebermannstadt demonstriert ihr Tätigkeitsfeld mit Blutdruck - und Blutzuckermessungen oder einer Diashow.
Ein Kreuzworträtsel mit Verlosungen, ein Malwettbewerb für Kinder, ein Klimaquiz am Glücksrad, ein Würfelspiel "Kirschkniffel", eine Wildparkrallye - auf unterhaltsame Weise werden sich die Kreisbürger Themen wie "Mobilität", "Landschaftspflege", "Bildungsregion", "Wildpark Hundshaupten" oder "Obstbau in der Region" nähern können.


Abfall-App feiert Premiere

Kurzum: Die Bürger werden die Mitarbeiter des Landratsamtes "nicht in den Büros erleben", wie Pressesprecherin Kathrin Schürr betont - sondern als kreative Darsteller ihrer Tätigkeit. Etwa zeigt die Abteilung für Abfallwirtschaft, wie der digitale Abfall-Kalender funktioniert.
In diesem Zusammenhang weist Pressesprecher Holger Strehl auch auf eine "Premiere" hin: Die Spezialisten für Abfallwirtschaft stellen am 9. Juli eine App vor, die von den Bürgern lange gefordert worden sei: Die App spielt Terminerinnerung für die Abholtermine des Mülls auf das Handy ein.
Landrat Ulm unterstreicht, dass dieser Tag der Kreisentwicklung bewusst auf den kommenden Sonntag in Ebermannstadt gelegt worden sei. Weil an diesem Wochenende Jahrmarkt in der Stadt ist, weil die Dampfbahn Fränkische Schweiz zur Fahrt einlädt und weil die Gasseldorfer Kirchweih feiern, besteh die Chance, "sich gegenseitig Frequenz zu bringen".
Ulm lässt auch anklingen, dass dieser Tag zum ersten Mal veranstaltet werde, weil ihm im Gespräch mit seinen Mitarbeitern deutlich wurde, dass die Leistungen der Kreisentwicklung noch nicht so in den Köpfen der Bürger verankert seien, wie es wünschenswert wäre. "Der Tag soll die Entwicklung greifbarer machen."
Ulm, der sich bei seinem Amtsantritt vor allem das Thema Demografie auf die Fahnen geschrieben hat, verdeutlicht am Beispiel "Medizin", wie ein Stück Kreisentwicklung geglückt ist: "Wir haben die Fusion der Kliniken des Landkreises geschafft, wir haben in Ebermannstadt eine psychosomatische Abteilung eröffnet - und wir haben, was in der Öffentlichkeit noch nicht ganz durchgedrungen ist, einen Ärzteverbund gegründet." Dies sei ein Mittel gegen den Ärztemangel auf dem Land, denn der Verbund binde die Ärzte durch ein Ausbildungsmodell, erläutert Ulm.