Wenn man die Kirche in Kersbach sieht, dann ist unübersehbar die Einrüstung des Langhauses zu erkennen. Nur der Turm trägt kein "Metallgewand". Es steht eine statische Sanierung des Gotteshauses an.

In letzter Zeit hatten sich im Inneren des Gotteshauses tiefe Risse an den Seiten und auch über dem Haupteingang gebildet. Für die Gläubigen bestand aber zu keiner Zeit eine Gefahr. Eine Untersuchung der Fundamente mit Baugrund brachte einige Erkenntnisse zu Tage, welche eine statische Überarbeitung des gotischen Langhauses notwendig macht.

Kirchenpfleger Thomas Müller und die Kirchenverwaltung haben seit langer Zeit mit den Planungen begonnen. Der Weg bis nun zum Beginn der Arbeiten bereiteten allen Beteiligten manch schlaflose Nacht. Die Kosten für die statische Ertüchtigung der Pfarrkirche werden sich aktuell bei circa 580.000 Euro bewegen. Zuschüsse vom Erzbistum Bamberg und anderen Stellen sind noch nicht absolut sicher.

Besondere Techniken

Die Arbeiten werden von oben nach unten durchgeführt. Nach Aufstellung des Gerüsts gestaltete sich kompliziert, bedingt durch die Bauweise des Dachs mit seinen Vorsprüngen. Die Arbeiter der Spezialfirma setzten dies aber auch unter Beachtung aller Vorschriften hervorragend um. Im ersten Abschnitt werden die Zimmerer- und Holzbauarbeiten durchgeführt, ebenso die Dachdeckerarbeiten in Angriff genommen. Die Statik wird somit von oben gesichert. Auch Klempnerarbeiten werden in diesem Arbeitsabschnitt mit erfolgen.

Arbeiter im Schutzanzug

Die Arbeiter der Dachdecker und Zimmerer müssen mit Schutzanzug und unter Benutzung einer eigens hierfür auf dem Kirchengelände aufgestellten Container mit Dusche, Umkleide und Aufenthaltsraum arbeiten. Die Mitarbeiter entfernen und entsorgen mit bedenklichen Chemikalien gestrichenen Bauabfälle.

Im September wird zunächst auch das Gerüst im Innenraum der Kirche errichtet, um dann mit dem notwendigen Verfugen der entstandenen Schlitze zu beginnen. Die Kirche ist im Juli und August nur eingeschränkt nutzbar. Ab September bis Weihnachten ist eine Nutzung des Gotteshauses unmöglich. Gottesdienste werden in dieser Zeit im vor einigen Jahren neu erbauten Pfarrheim stattfinden. Auch die Bohr- und Pressarbeiten sowie die Rohbauarbeiten zur Unterfangung des Fundaments werden September bis Mitte November durchgeführt werden. Die ist eine besondere Technik, welche aber mit sehr positiven Erfolgen bekannt ist. Der Oktober und November werden für Verputz- und Malerarbeiten geplant.

Der Kostenvoranschlag umfasst nur die statische Sanierung. Es verbleiben noch einige Gewerke, die man gerne in diesem Zug der Sanierung mitmachen würde: Die Stromversorgung ist auf den aktuellen Stand bringen. Ebenso bedarf die Lautsprecher- und, Beleuchtungsanlage einer dringenden Überarbeitung. Auch an die Hörgeschädigten soll hierbei gedacht werden und es würden dringlich Induktionsschleifen für die Hörgeräteträger notwendig. Die von Weitem sichtbare Kirche mit dem barocken Turmhelm auf dem gotischen Chorturm ist ein Werk des bedeutenden Bamberger Baumeisters Johann Michael Küchel. Dieser gestaltete die ehemals gotische Kirche in den Jahren 1743 und 1744 neu. Nach seinen Plänen entstanden das Langhaus und der obere Turmteil.

Kersbach wurde 1417 zur selbstständigen Pfarrei erhoben. Etwa in diese Zeit ist auch der Bau des Chorturms der Kirche zu datieren. Auch die angebaute Sakristei ist spätmittelalterlich. Zum Neubau des Langhauses wurde 1743 der Grundstein gelegt, gleichzeitig erhielt der Turmoberbau eine neue, barocke Gestalt.

Steinmeyer-Orgel

Die Orgel besitzt aktuell zwölf klingende Register und ist ein Werk der Öttinger Firma G.F. Steinmeyer aus dem Jahre 1900. Die frühere Orgel von Graebensteiner aus Bamberg verbrannte vorher. Die Königin der Instrumente zur Ehre Gottes hat viele Jahrzehnte hinter sich und so manche technische Umgestaltung erlebt, die wohl einfachste vom Blasebalg, welcher noch sichtbar ist, auf Elektronik. Aber auch Orgelpfeifen wurden verändert. So wäre es an der Zeit, eine Generalsanierung anzustreben. Möglich wäre eine Rückführung in den Originalzustand mit elf Registern, um ein so historisch wertvolles Orgelwerk und Klangdenkmal für die Zukunft zu erhalten. Die Kostenschätzung liegt bei circa 100.000 Euro und die Zuschussmöglichkeiten müssen noch ermittelt werden. Spenden können an die Katholische Kirchenstiftung St. Ottilie Kersbach, Konto IBAN DE87 7509 0300 0109 0481 89, Kennwort: Kirchensanierung Kersbach, erfolgen.