Jetzt heißt es endgültig Abschied nehmen von der Jugendherberge Gößweinstein. Das Haus, das Dr. Klaus-Dieter Preis, Rudolf Dursch, Rainer Polster, Gerhard Grün und Jürgen Kränzlein für einen Euro erworben hatten, ist mittlerweile weiter verkauft an den Investor Helmut Stranzinger aus Pfarrkirchen, der hier im Auftrag des Roten Kreuzes ein Seniorenheim errichten will. Ein Ersatzbau für das BRK Seniorenheim Behringersmühle, das verkauft werden soll.

Für ein attraktives, modernes Altenheim mitten in Gößweinstein haben die Herren ihre ursprünglichen Ideen - die von einem Dorfladen über ein kleines Kino bis zu einem Gesundheitszentrum mit Ärztehaus und dazu passenden Einrichtungen reichten - geopfert. "Es ging darum, die Arbeitsplätze im Ort zu erhalten und Gößweinsteiner Bürgern das Verbleiben in der Marktgemeinde zu sichern, wenn sie in stationäre Pflege müssen", erläutert Jürgen Kränzlein die Beweggründe, die ursprünglichen Vorstellungen für die Zukunft der Jugendherberge aufzugeben. Aber: "Die Idee, die Jugendherberge einer für die Bürger in Gößweinstein sinnvollen Nutzung zuzuführen, wird umgesetzt", unterstreicht Klaus Dieter Preis.


Keine Trauerfeier

"Deshalb soll der Abschied von der Jugendherberge auch keine Trauerfeier werden", erklärte Jürgen Kränzlein beim jüngsten Treffen des Vereins "Zukunft Gößweinstein"; im Gegenteil. "Es entsteht ja etwas Neues, auf das wir uns freuen können."

Geplant ist ein kleines Fest, bei dem der Investor Helmut Stranzinger, der für das Objekt 150 000 Euro bezahlt hat, zusammen mit dem Architekten Manfred Stockinger aus Regensburg die ersten Entwürfe für das künftige Seniorenheim präsentieren will. "Das sind aber erst Ideen, konzeptionelle Überlegungen, die einer Feinabstimmung bedürfen", warnt Birgit Kastura, Kreisgeschäftsführerin des Roten Kreuzes, vor überzogenen Erwartungen.

Aber die Gößweinsteiner bekommen eine Vorstellung davon, wie das 3 500 Quadratmeter große Areal genutzt werden wird. Und sie können sich ein Erinnerungsstück an die Jugendherberge mitnehmen. Das kann zum Beispiel eine Postkarte aus den 70er-Jahren sein, mit denen für die Unterkunft - und die damit verbundene einzigartige Aussicht auf Burg und Basilika - geworben wurde.


Flohmarkt

Weil mit dem Haus auch viele Erinnerungen verbunden sind, hatte Kränzlein den Einfall, einen kleinen Flohmarkt zu veranstalten. Dort könnten Wandbilder, original verpacktes Kaffeegeschirr aus dem Keller, Eierbecher, Bestecke, Lampen oder die Weihnachtsbeleuchtung für eine Spende zugunsten des Vereines "Zukunft Gößweinstein" angeboten werden.

Die rund 20 Mitglieder, die zum jüngsten Treffen erschienen sind, waren sich darüber einig, dass Waschbecken, Spiegel, Regale und Gerätschaften zu schade für den Sperrmüll seien. "Ich denke da an Vereine, die vielleicht das eine odere andere gebrauchen können", gab Kränzlein zu bedenken.


Erste Interessenten

Rainer Polster konnte darauf gleich mit einem Interessenten für die Industrie-Spülmaschine in der Küche aufwarten. Und der Sportverein habe Interesse an einer Dusch-Trennwand bekundet, weil im Sportheim eine erneuert werden müsse. Die Feuerwehr sei nicht abgeneigt, die Heizkörper auszubauen und zu verkaufen.
Keinesfalls dürfe ein Bild, das gleich am Eingang hinge, den Abbrucharbeiten zu Opfer fallen. Besonders Jürgen Kränzlein habe großes Interesse an dem Kunstwerk gezeigt. Deshalb plädierte Klaus Dieter Preis dafür, dieses Zeitdokument aus den 90er-Jahren, das Waldsterben, Umweltverschmutzung und die Rohstoff-Verschwendung thematisiert, dem Vorsitzenden des Vereins "Zukunft Gößweinstein" zu schenken.

Kränzlein sähe das Bild am liebsten im neuen Seniorenheim. Bis zum nächsten Treffen will der Vereinschef abklären, ob Fotos von der Einweihungsfeier der Herberge als Erinnerungskarten gedruckt und verkauft werden können. Auch eine künstlerische Einladung für das Abschiedsfest könne gegen eine kleine Spende als Andenken an die Besucher abgegeben werden. Zum Abschiedsfest am Samstagnachmittag, 3. Oktober, werden auch die früheren Herbergseltern sowie der Vorsitzende des Jugendherbergswerkes, Michael Gößl, und Präsident Gerhard Koller eingeladen.